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Wird Märkische Heide Siedlungsgebiet?

Groß Leuthen. Wer bisher zum sorbisch/wendischen Siedlungsgebiet gehören wollte, musste nachweisen, dass Sorbisch beziehungsweise Wendisch in dem Gebiet gesprochen wird und kulturelle sorbische/wendische Traditionen gepflegt werden. Künftig soll das "und" durch ein "oder" ersetzt werden, wie Annett Lehmann (parteilos) während der Gemeindevertretersitzung kürzlich sagte. Andreas Staindl/asd1

Der Bürgermeisterin der Gemeinde Märkische Heide zufolge sollen sich die Kommunen bis zum 31.Mai 2016 positionieren, ob sie zum Siedlungsgebiet gehören wollen. Die Verwaltungschefin hält die neue Regelung für eine "Erleichterung".

Ob die Märkische Heide oder einzelne Orte zum sorbisch/wendischen Siedlungsgebiet gehören wollen, ist derzeit völlig offen. "Wir werden das in aller Ruhe in den Ortsbeiräten beraten", kündigt Sylvia Lehmann (SPD) an. "Egal wie die Entscheidung ausgeht, unsere Traditionen werden wir weiter bewahren."

Christine Exler (Initiative Zukunft) erinnert daran, dass die Ortsteile Groß und Kleine Leine vor ein paar Jahren Ortsschilder in sorbisch/wendischer Sprache hatte. "Aus irgendeinem Grund sind die nicht mehr da." Und sie ergänzt: "Wir sprechen zwar die sorbische Sprache nicht mehr, pflegen aber sorbische Traditionen."

Annett Lehmann hat derzeit keine Informationen darüber, "ob in unserer Gemeinde überhaupt noch jemand sorbisch spricht". Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Norbert Hecker (SPD), würde den ehrenamtlichen Sorben- und Wendenbeauftragten des Landkreises Dahme-Spreewald in die Entscheidungsfindung einbeziehen. Der frühere Bürgermeister der Gemeinde Märkische Heide, Dieter Freihoff, übt seit dieses Amt jetzt aus.

Die Bürgermeisterin will den Sorbenbeauftragten einladen, zudem die Ortsteile über die neuen Möglichkeiten, aber auch über die Auswirkungen eines Beitritts zum sorbischen Siedlungsgebiets informieren. Derzeit gehöre kein Ortsteil der Märkischen Heide zum sorbischen Siedlungsgebiet.