Die Tonlage von Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine war irgendwo zwischen alarmiert und irritiert einzuordnen. Drei Dinge beschäftigten den Amtsausschuss in seiner Dienstags-Sitzung besonders.

Erstens: Der Regionalplan sieht eine "Spiegelung" des Windparks Waldow, nördlich von Schönwalde, auf die östliche Seite der Autobahn vor. Das hatte das Amt in seiner eigenen Planung strikt vermieden und stattdessen andere Flächen für den Windradbau ausgewiesen. Die wiederum sind Kleine zufolge in den Regionalplan nicht eingeflossen.

Zweitens: Der Regionalplan beinhaltet eine "nicht unerhebliche" Erweiterung des Windparks Schönwalde/Lubolz, so Kleine, und zwar in Richtung des Lübbener Ortsteils. Seiner Einschätzung nach "müsste die Erweiterung auf Lubolzer Gemarkung liegen". "Da müssen wir uns mit Lübben abstimmen. Aus meiner Sicht ist diese Entwicklung kritisch zu sehen." Die Stadt Lübben prüft derzeit, welche Flächen genau betroffen sind, informiert Sprecherin Hannelore Tarnow. Neben Lubolz liegt auch der Windpark Briesensee in der Nachbarschaft. Auch für diesen werde geprüft, ob er erweitert werden soll und ob diese Vergrößerung Flächen auf Lübbener Gemarkung betreffen würden.

Drittens: Die Formulierung, dass auch bei Nichtumsetzung des Regionalplanes ein Ausbau des gespiegelten Waldower Windparks "wahrscheinlich" wäre und weitere Anlagen in Planung seien, "finde ich hochinteressant", so Kleine, "und ich halte sie für ein Gerücht". Entsprechende Anträge seien abgelehnt.

Zum neuen Regionalplan kann das Amt Unterspreewald nun - wie alle Kommunen in der Region - bis zum 5. November seine Stellungnahme abgeben. Dabei, sagt Amtsdirektor Kleine, werde man auf "gute Argumente" zurückgreifen, wie sie bereits für die eigene Windkraftplanung des Amtes ausschlaggebend waren.