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| 01:51 Uhr

Windenergie in Dahme-Spreewald – Segen oder Fluch?

Lübben. Zum Thema Windkraft schreibt der Glietzer Thomas Jacob. Er ist Mitglied des Vereins Pro Spree und Wald, der die Energieerzeugung mittels Windräder im Spreewald äußerst kritisch sieht. Für Jacob ist die Frage in der Überschrift bereits entschieden: Ein Alptraum. Windenergie ist eine von vielen alternativen Energiequellen, aber sie liefert keine konstante Energie. Windräder brauchen Kohle-, Wasser- oder Atomkraftwerke, um ihre Energie ins Netz zu speisen.

Deshalb müssen brandenburgische Kohlekraftwerke ständig Kohle verfeuern, um die Windenergie abnehmen zu können. Wenn Windenergie ins Netz geliefert wird, muß das Kraftwerk heruntergefahren werden. Gibt es aber plötzlich keinen Wind, muß wiederum mehr Kohle verfeuert werden, um die so genannte Grundlast des Kraftwerkes zu gewährleisten. Durch dieses Auf und Ab wird mehr CO2 ausgestoßen, wird mehr Kohle verbrannt. Die Umweltbelastung steigt.

Da die Kapazität der Kraftwerke nicht groß genug ist, um in Windspitzenzeiten allen Windstrom abzunehmen, werden Windräder immer wieder abgeschaltet. Diese Ausfallzeiten bekommen die Betreiber hoch vergütet. Mir scheint, man baut Autos und stellt gar nicht genug Straßen zur Verfügung, um diese Autos fahren zu lassen.

Noch ist es nicht möglich, Windenergie zu speichern, aber wegen der enorm hohen Subventionen, die sich die Betreiber einstecken, werden immer mehr Anlagen gebaut. Deshalb sollen neue Kohlekraftwerke entstehen. Dörfer abgebaggert, Landschaft und Natur auf immer zerstört werden. Für eine Energiequelle, die höchst fragwürdig ist. Zauberwort “CO2-Verpressung„: Verzweifelt wehren sich schon jetzt Menschen gegen Probebohrungen im Raum Beeskow. denn über dieses Verfahren weiß man nur eines sicher: dass es unkalkulierbare Risiken birgt.

Sollte unsere Regierung die Subventionen, die in die Windenergie fließen, nicht besser in die Erforschung konstanter Energiequellen investieren? In der Tiefe der Erde liegt eine gewaltige Energiequelle: Geothermie stünde uns hunderte Jahre zur Verfügung, wenn wir sie denn endlich erschließen würden. Das kostet, aber die Windenergie bringt jetzt den schnellen Profit! Dem werden große Teile unserer Natur und Landschaft zum Opfer gebracht. Das hat es in der Geschichte Brandenburgs noch nicht gegeben.

Den Windinvestoren und Landverkäufern genügt aber auch das noch nicht. Jetzt wollen sie auch noch den Entwurf des Teilregionalplanes Windkraft für die Lausitz aushebeln, um sich noch mehr Flächen als dort vorgesehen für ihre Vorhaben zu sichern. Hierbei schrecken sie auch vor Umweltvergehen nicht zurück.

Beispiel Biebersdorf: Im Lebensbereich zweier streng geschützter Schwarzstorchpaare sollen elf Windräder aufgestellt werden, obwohl im Teilregionalplan nur zwei Anlagen vorgesehen sind. Gegen dieses Vorhaben hatte sich selbst das Landesumweltamt ausgesprochen.

Es geht, wie gesagt, um Profit, nicht um die Klimarettung. Deshalb wird auch keine Rücksicht auf unsere Spreewaldregion genommen, die doch hauptsächlich vom Tourismus lebt. Oder glaubt jemand, dass riesige Windindustriegebiete Touristen anlocken? Im Gebiet Neu Zauche, Briesensee, Groß und Klein Leine, Glietzer Wald bis Siegadel und Biebersdorf sollen am Ende mehr als 80 Windräder stehen, mit einer Größe von 170 Metern. Jedes höher als der Kölner Dom. Ein Alptraum.