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| 20:00 Uhr

Feuerwehrsport
Willkommen im Club

Seit 1983 ist Hagen Mooser aktiver Feuerwehrmann. Der 51-Jährige ist Ortswehrführer und stellvertretender Stadtwehrführer von Lübben.
Seit 1983 ist Hagen Mooser aktiver Feuerwehrmann. Der 51-Jährige ist Ortswehrführer und stellvertretender Stadtwehrführer von Lübben. FOTO: LR / Steven Wiesner
Lübben. Lübbens Ortswehrführer Hagen Mooser gehört nun zu einem elitären Kreis von Feuerwehrsportlern. Von Steven Wiesner

Wenn Hagen Mooser das Programm der „Firefighter Combat Challenge“ runterrattert, geht einem schon beim Zuhören die Puste aus: In voller Montur und mit einem 20-Kilo-Schlauchpaket über der Schulter muss er bei diesem Feuerwehrsport einen Turm bis in den dritten Stock hinaufpeitschen. Dort angekommen gilt es, ein 20-Kilo-Seil hinaufzuziehen, nur um wieder hinunterzuspurten und ein 72-Kilo-Gewicht mit einem Hammer über eine Markierung zu wuchten. Es folgt ein 30-Meter-Slalom, an dessen Ende ein vollgepumpter Wasserschlauch liegt, mit dem man ein Ziel abspritzen muss. Und weil das alles noch nicht schön genug war, wartet zum Abschluss noch eine 80-Kilo-Übungspuppe darauf, von Hagen Mooser gerettet und 30 Meter durch die Gegend gezogen zu werden. Kurzum: Man kommt dabei ganz schön ins Schwitzen.

„In den 70ern wurde das in den USA als Einstellungstest entworfen, weil es die verschiedensten Arbeiten eines Feuerwehrmanns simuliert“, weiß Mooser. Mittlerweile werden aber auch Weltmeisterschaften ausgetragen, bei denen sich Feuerwehrleute aus der ganzen Welt in dieser Disziplin messen können. Und Hagen Mooser gehört zu ihnen. Im Oktober nahm der gebürtige Lübbener in Sacramento an seiner dritten WM teil. Und das mit großem Erfolg.

Denn der Feuerwehrgerätewart brachte das eingangs beschriebene Prozedere in weniger als 2:30 Minuten hinter sich. Damit verdiente sich der 51-Jährige die Aufnahme in den „Lions Den Club“, einem elitären Kreis von Feuerwehrleuten. „Es ist schon was Besonderes, dort drin zu sein“, sagt Hagen Mooser. Was es noch besonderer macht: Auch sein 26-jähriger Sohn Phillip schaffte es bereits in den Club. Vater und Sohn sind die einzigen Lübbener, denen diese Ehre bisher zuteil wurde.

Athlet und Medaille: Hagen Mooser mit der "Lions Den Club"-Plakette.
Athlet und Medaille: Hagen Mooser mit der "Lions Den Club"-Plakette. FOTO: Feuerwehr Lübben

Es ist der Lohn für die Schindereien, die die Moosers das Jahr über auf sich nehmen. Zweimal die Woche trainieren sie zusammen mit Feuerwehrkollegen Schnelligkeit und Kraft. „Wir dürfen sogar das Krankenhaus nutzen, um dort die Treppen rauf- und runterzusprinten.“

Dabei konnte Mooser in diesem Jahr gar nicht so viel trainieren, wie er gerne gewollt hätte. Denn eine Entzündung im Fuß brockte ihm eine OP und eine Krankschreibung bis Ende September ein. „Ich habe danach im Training sofort gemerkt, dass etwas fehlt“, sagt er. Vielleicht verfehlte er die Lions-Club-Norm beim ersten Versuch deshalb auch noch um acht Sekunden, ehe es dann im zweiten Anlauf gepasst hat.

Vater und Sohn: Hagen Mooser mit Sohn Phillip (r.).
Vater und Sohn: Hagen Mooser mit Sohn Phillip (r.). FOTO: TFA Team Lübben

Hagen Mooser achtet aber nicht nur der Wettkämpfe wegen auf seine Fitness. Er braucht sie schließlich auch im Berufsalltag. „Es bringt ja keinem was, wenn ich mit Kreislaufproblemen in ein Feuer renne“, erinnert er an die Eigenverantwortung, die jedes Feuerwehrmitglied in sich tragen sollte. Mooser: „Das ist nun mal einer der härstesten Jobs, die es gibt.“