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| 01:05 Uhr

Wildwuchs bei „Spargel“ vermeiden

Lübben.. Per Anzeige in der gestrigen RUNDSCHAU gab das Landesumweltamt bekannt, dass für die Erweiterung der Waldower Windfarm der Bau von drei weiteren Anlagen genehmigt wurde. Auch für Lübben habe es Bauanträge für „Spargel“ gegeben. Die seien abgelehnt worden. Ein Grund dafür: Die Stadt will die Anlagen auf einer Fläche konzentrieren, erklärt Stadtplanerin Brunhilde Hamann. Von Dörte Hellwig

Die Investoren hätten die Windkraftanlagen südwestlich von Lubolz errichten wollen. „Dafür sind die Grundstücke dort aber gar nicht erschlossen“ , verweist Brunhilde Hamann darauf, dass die neu ausgebaute Straße von dem Lübbener Ortsteil nach Schönwalde nicht für Schwerlastverkehr ausgelegt ist. Dieser würde über sie während des Baus sowie bei Reparaturen an den „Spargeln“ rollen. Die Feldwege in der Gegend seien natürlich überhaupt nicht für schwere Fahrzeuge geeignet.
Der andere Grund für die ablehnenden Stellungnahmen der Stadt ist, dass sich Lübben mit der Landesentwicklung einig ist, Wildwuchs der Anlagen zu vermeiden, nicht überall zu gestatten. Der „Teilregionalplan III Windkraftnutzung“ für die Lausitz und den Spreewald von der Regionalen Planungsstelle Cottbus weist geeignete Flächen aus. Ein Kriterium für die Entscheidung dabei sei die Raumbedeutsamkeit, also die Wirkungen auf die Umwelt, erklärt die Stadtplanerin. „Wenn die Nabenhöhe der Anlagen 100 Meter betragen soll, wie es laut der Bauanträge in unserem Fall war, dann ist das schon raumbedeutsam, hat also Auswirkungen auf die Schutzgüter Mensch und Natur.“

Stellungnahme abgegeben
Der zweite Entwurf des Teilregionalplans sei im April vorgelegt und die Stadt um ihre Stellungnahme gebeten worden. Der Entwurf sah zwei Änderungen im Vergleich zum ersten Entwurf vor: Das so genannte Gebiet W 8 soll erweitert werden. Das liegt zwischen Schönwalde, Rickshausen und Lubolz und ist etwa so groß wie die für Windkraftanlagen ausgewiesene Fläche bei Waldow. Eine weitere Änderung betraf die Fläche W 9 auf Briesenseer Gemarkung nördlich von Radensdorf, die bis an die Stadtgrenze heranreicht und in winzigen Punkten in die Lübbener Gemarkung hinein. Mehr Gebiete für Windkraftanlagen sind in Lübben nicht vorgesehen, sollen es nach dem Willen der Stadt auch nicht sein.

Keine Bedenken angemeldet
Stadtverwaltung und Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung waren sich einig, den Änderungen, von denen letztere Lübben ja eigentlich gar nicht betrifft, zuzustimmen. „Wir sind daran interessiert, dass die Anlagen an einem Standort konzentriert werden“ , hätten sie doch nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile: Das Bild der Landschaft verändert sich nicht gerade zu ihren Gunsten und Grundstücke können an Wert verlieren. Diese Konzentration solle sich im Flächennutzungsplan der Stadt niederschlagen, was aber nur in Übereinstimmung mit dem Teilregionalplan ginge, führt die Stadtplanerin weiter aus. In diesem Fall würden aber kommunale und regionalplanerische Entwicklungsziele übereinstimmen. W 8 werde also als Sondernutzungsfläche in den Flächennutzungsplan der Stadt eingearbeitet.
Der Teilregionalplan ist mittlerweile als Satzung beschlossen worden und damit nach seiner Veröffentlichung rechtskräftig und verbindlich.

Info zum Thema Wo Windkraftanlagen gebaut werden können
 Der Regionalplan als Teil der Landesentwicklung weist Flächen, auf denen Windkraftanlagen errichtet werden können, aus. Darunter sind das Gebiete bei Dürrenhofe/Kuschkow, Wittmannsdorf-Bückchen, Klein Leine, nördlich von Neu Zauche, wo sich bereits drei Räder drehen, und bei Trebitz.