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Wiedersehen mit der Dorfschule

Ehemalige der kleinen Schule in Alt Zauche (Lieberose-Oberspreewald) haben sich am Freitag im Hanschkow-Haus im Ort getroffen, um Erinnerungen auszutauschen.
Ehemalige der kleinen Schule in Alt Zauche (Lieberose-Oberspreewald) haben sich am Freitag im Hanschkow-Haus im Ort getroffen, um Erinnerungen auszutauschen. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Alt Zauche. Die Schule in Alt Zauche (Lieberose-Oberspreewald) gibt es nicht mehr. Sie wurde 2002 geschlossen. Andreas Staindl / asd1

Damit teilt sie das Schicksal vieler kleiner Dorfschulen. Der Traditionsverein in Alt Zauche hält die Erinnerung an die Bildungseinrichtung wach. Er lädt regelmäßig ehemalige Pädagogen sowie technisches Personal zu einer gemütlichen Kaffeetafel ein; auch frühere Schülerinnen und Schüler sind herzlich willkommen. Interesse ist da. 15 bis 20 Leute folgen jeweils der Einladung.

Auch am vergangenen Freitag trafen sich Ehemalige im Hanschkow-Haus, das direkt neben der früheren Schule steht und Heimstatt des Traditionsvereins ist.

Anita Laurisch war dabei. Sie ist die letzte Schulleiterin in Alt Zauche, hat quasi das Licht ausgeknipst. Acht Jahre lang hatte sie die Einrichtung geleitet. "Wir haben um den Erhalt gekämpft, doch vergeblich." Dabei habe die Schule durchaus Vorteile gehabt. "Sie war klein und überschaubar", sagt Anita Laurisch. "Ich habe jedes der etwa 130 Kinder persönlich gekannt. Und ich kannte die Elternhäuser. Das war ein großer Vorteil. So konnte ich das Verhalten der Schülerinnen und Schüler besser verstehen und gezielter auf sie eingehen." Die Radensdorferin (Stadt Lübben) erinnert sich gern an ihre Zeit in Alt Zauche.

Ulrich Batzke war dort Schüler. Er wurde 1958 eingeschult. "Ich wollte schon immer mal zum Treffen im Hanschkow-Haus kommen, doch bisher hatte es nie gepasst." Diesmal aber klappte es. Der 66-Jährige aus Briesensee (Lieberose-Oberspreewald) hatte sein Zeugnisheft mitgebracht. Und zahlreiche Anekdoten aus seiner Zeit in der kleinen Schule drauf. "Es ist schön, sich mit Anderen über die Schulzeit auszutauschen", sagt Ulrich Batzke.

Alte Fotos machten die Runde. Erinnerungen wurden geweckt. Weiß du noch? Wie war das vor zwei, drei oder gar fünf Jahrzehnten in der kleinen Schule in Alt Zauche? Der Traditionsverein bewahrt Zeitzeugnisse in einer Chronik auf. Auch in diesem Werk wurde interessiert geblättert.

Inge Ziemainz hat die Geschichte der kleinen Bildungseinrichtung mitgeschrieben. Die Alt Zaucherin war von 1973 bis 2002 Lehrerin an der Dorfschule, wechselte dann in die Grundschule nach Straupitz (Lieberose-Oberspreewald) - gemeinsam mit Fünft- und Sechstklässlern. Alle anderen Klassenstufen wurden schon in den Jahren zuvor nicht mehr in Alt Zauche eingeschult.

Die kleine Schule hat Inge Ziemainz in guter Erinnerung behalten. "Alles war so familiär. Und das Schulessen war richtig gut." Selbst Eintöpfe, sonst eigentlich nicht die Lieblingsspeise von Kindern, seien gern gegessen worden.

Monika Jehn aus Hartmannsdorf (Stadt Lübben) hat zwischen 1964 und 1967 in Alt Zauche unterrichtet, später als Lehrerin in Lübben gearbeitet. Ihre Zeit in der kleinen Dorfschule ist ihr noch gut in Erinnerung. "Die einzelnen Klassen wurden in verschiedenen Häusern unterrichtet, quasi rund um den Dorfplatz." Mitte der 1990er Jahre wurde ein neues Schulgebäude eingeweiht. Auch dieses Ereignis ist in der Chronik festgehalten.

Elke Klatt hat nie in Alt Zauche unterrichtet. Und doch hat die Lehrerin gute Erinnerungen an die kleine Schule. "Wir Eltern hatten ein sorgenfreies Leben, unsere Kinder kurze Wege zur Schule. Der wenige Verkehr im Schulbereich wurde auch noch von Schülerlotsen geregelt. Für mich war die Schulzeit meiner Kinder sehr entspannt."

Elke Klatt hilft, die Erinnerung an den Schulstandort Alt Zauche zu bewahren. Sie engagiert sich im Traditionsverein und bereitete gemeinsam mit Inge Ziemainz die Kaffeetafel vor. "Erinnerungen zu bewahren, liegt uns am Herzen", begründen die beiden Frauen ihr Engagement.

Das Treffen ehemaliger Mitarbeiter und Schüler der früheren Schule in Alt Zauche findet immer am Freitag vor der Einschulung statt. Dieser feste Termin sorgt dafür, dass hin und wieder ehemalige Mitstreiter vorbeischauen, die inzwischen in anderen Regionen zu Hause sind. Erneut hatten sich alle viel zu erzählen.

Alt Zauche war lange Schulstandort. 1879 erhielt der Ort eine Dorfschule. Von 1950 bis 1981 wurden zehn Klassenstufen in der damaligen polytechnischen Oberschule (POS) unterrichtet. Bis zur Schließung vor 15 Jahren war die Einrichtung eine Grundschule. Heute wird das Gebäude vom Kreisverband des Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) als Lernwerkstatt genutzt.