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Wie sich die Reformation auf Ofenkacheln zeigt

Kuratorin Justyna Gralak und Philip Kardel vom Museum zeigen Fragmente einer Renaissancekachel, die in der Ausstellung präsentiert werden.
Kuratorin Justyna Gralak und Philip Kardel vom Museum zeigen Fragmente einer Renaissancekachel, die in der Ausstellung präsentiert werden. FOTO: I. Hoberg
Lübben. Zu "500 Jahre Reformation" greift das Stadt- und Regionalmuseum Lübben dieses Thema auf ungewöhnliche Weise auf. Es wird der alltags- und kulturgeschichtliche Aspekt am Beispiel zeitgenössischer Ofenkacheln gezeigt.

Kachelöfen spiegeln ebenso wie Möbel und Wohntextilien die ästhetischen Vorstellungen der jeweiligen Epoche wider, heißt es in der Ankündigung der Ausstellungseröffnung, die am Freitag, 7. Juli, um 18 Uhr im Schloss stattfindet.

Kuratorin Justyna Gralak wird einige Ausführungen zur Entwicklung des Themas und zum Aufbau der Ausstellung machen. Die Stadt Lübben war der Ausgangspunkt für die Verbreitung der Reformation im Markgrafentum Niederlausitz. Die Aufnahmebereitschaft für den protestantischen Glauben in der Bevölkerung war hoch und die Übersetzung von ausgewählten Schriften ins Niedersorbische eröffnete auch der sorbischen Bevölkerung die Möglichkeit, den neuen Glauben kennenzulernen. Kachelöfen waren durch die dauerhafte Präsenz in Wohnräumen ein geeignetes Medium, um den Geldbeutel, den Geschmack, die Ansichten des Hausherren und nicht zuletzt das Bekenntnis zur Reformation zu repräsentieren.

Im Begleitprogramm zur Ausstellungseröffnung werden von Ines Hommann Auszüge aus Briefen von Martin Luther vorgetragen. Die Sprecherin und Sängerin vereint die Liebe für Text, Sprache und Gesang zu einem Ganzen. Begleitet wird sie am Flügel von Cristina Allés Dopico. Sie studierte an der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" in Dresden.

Die Lübbener Ausstellung findet im Rahmen von Kulturland Brandenburg zum Themenjahr 2017 "Wort und Wirkung. Luther und die Reformation in Brandenburg" statt. Das Museum im Lübbener Schloss ist Mittwoch bis Sonntag und feiertags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 4,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, bei Gruppen ab zehn Personen werden 3,50 Euro pro Person erhoben.

Weitere Informationen zu Schloss und Museum gibt es im Internet auf der Homepage:

www.luebben.de