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Wie Schüler zur Schule kommen

Ein Haltestellenschild für den Schulbus steht am 25.10.2013 in Dresden (Sachsen). Foto: Sebastian Kahnert/dpa (zu dpa „SPD unterstützt Eltern im Kampf für kostenlose Schülerbeförderung“ vom 25.10.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Ein Haltestellenschild für den Schulbus steht am 25.10.2013 in Dresden (Sachsen). Foto: Sebastian Kahnert/dpa (zu dpa „SPD unterstützt Eltern im Kampf für kostenlose Schülerbeförderung“ vom 25.10.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: Sebastian Kahnert (dpa-Zentralbild)
Lübben. Zum Schuljahresbeginn muss mancher Schüler nicht nur in einer neuen Klasse heimisch werden – auch der Weg Schule ist vielleicht ein anderer. Im ländlichen Raum heißt das meistens, die Fahrt mit dem Schulbus zu organisieren. Das ist nicht immer einfach – für alle beteiligten Seiten. Ingrid Hoberg

"Es ist ein Schuljahreswechsel wie in anderen Jahren auch", stellt Uwe Müller, Leiter Verkehr bei der Regionalen Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald (RVS), zum Schuljahresbeginn 2016/17 fest. Rund 8000 Schüler sollen im Landkreis zu ihren Schulen transportiert werden. Damit das funktioniert, müssen viele möglichst reibungslos zusammenarbeiten. "Wir sind das letzte Glied in der Kette", sagt Uwe Müller. Die RVS stellt am Ende die Fahrausweise aus, setzt die Busse ein.

Zunächst wird beim Schulverwaltungsamt von den Eltern ein Antrag gestellt. Wenn ein Eigenanteil zu tragen ist, dann muss dieses Geld überwiesen werden, ehe die RVS den Fahrausweis ausstellt. "Wir haben schon vor dem Beginn der Sommerferien die ersten ausgegeben", sagt Uwe Müller. Rund 6100 Schüler seien zurzeit mit Fahrausweisen ausgestattet, rund 1300 fehlen nach seinen Angaben noch.

Sylvia Lehmann (SPD) sieht Schwachstellen in der Schülerbeförderung, auch wenn es in vielen Teilen in Ordnung gehe. Im Kreisausschuss des Landkreises Dahme-Spreewald nannte sie als Beispiel Familien in der Gemeinde Märkische Heide, die sich während der gesamten Sommerferien um die Beantragung gekümmert hätten und bis kurz vor dem Schulbeginn nicht wussten, wie ihr Kind in die Schule kommen sollte. Betroffen sind Mädchen und Jungen, die ans Gymnasium in Beeskow in den Nachbarlandkreis Oder-Spree gewechselt sind. Das Geld sei umgehend nach dem Bescheid eingezahlt worden. Die betroffenen Eltern haben sich darüber geärgert, dass die Einzahlungen nicht zügig vom Schulamt an die RVS weitergegeben wurden. Es habe vier Wochen gelegen, obwohl die Eltern nachfragten, so ihre Argumentation. Und sie sind über den Umgangston von Mitarbeitern des Amtes verärgert. Es habe kein Wort der Entschuldigung gegeben, dagegen Vorwürfe, dass die Kinder auf Wunsch der Eltern eine Schule im anderen Landkreis besuchen.

"Das sind Einzelfälle, die auch einzeln betrachtet werden müssen", sagt Bildungsdezernent Carsten Saß (CDU) im Kreisausschuss. "Wir machen wöchentlich eine Statistik und haben aktuell 6658 Anträge bewilligt, 146 abgelehnt, 18 Widersprüche sind eingegangen", erklärt er. In 5800 Fällen wurde der Eigenanteil bezahlt. Doch wenn keine Zahlung eingehe, werde auch kein Ausweis ausgestellt. Beim Spezialverkehr, der eingerichtet wird, wenn keine Bushaltestelle/keine Linie zur Verfügung steht oder gesundheitliche Einschränkungen des Schülers bestehen, gab es 874 Anträge, 127 Ablehnungen und dazu 83 Widersprüche.

Carsten Saß sieht die Reibungspunkte, wenn Einschulungen und Schulwechsel in der 6. oder 10. Klasse erfolgen sowie neu erschlossene Wohngebiete in die Touren einbezogen werden müssen, wie es beispielsweise im Norden des Landkreises der Fall sei. Außerdem laufen Planungsprozesse auf unterschiedlichen Zeitschienen. Während im Mai/Juni beim staatlichen Schulamt die Einschulungen vorbereit werden, ist bei der RVS der Linienplan bereits fertig, der ab 1. September gilt. Zu diesem Zeitpunkt genehmigt der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VVB) die Linien für die RVS. Zum Beginn der Herbstferien will die RVS den Fahrplan bereinigen, der dann ab 1. November gelten soll, so Uwe Müller.

An die Eltern richtet Carsten Saß den Hinweis, dass sie Anträge so frühzeitig wie möglich stellen. Die Unterlagen werden über die Schulsekretariate ausgegeben. 14 Tage bis drei Wochen dauert gegenwärtig das Ausstellen des Fahrausweises - eine Plastekarte mit Foto - bei der RVS. In diesem Schuljahr soll auch die Einführung einer elektronischen Fahrkarte erfolgen, informiert er.