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| 01:07 Uhr

Wie kommen die kleinen grünen und gebogenen Dinger ins Glas?

LÜBBEN.. Gurken, wohin man sieht. Kleine, etwas größere, auch große Exemplare lagern in großen Stiegen – wohl sortiert. Sie kommen in die Gläser, und treten als schmackhafte Spreewälder Botschafter die Reise in Verbrauchermärkte in ganz Deutschland, aber auch ins Ausland an. Mehr als 120 RUNDSCHAU-Sommertouristen wollten am Donnerstag wissen: Wie kommt die Gurke ins Glas? Von DETLEV SIMSCH

Für Wolfgang Schneider, den Geschäftsführer der Spreewald-Konserve Feldmann GmbH & CoKG. in der Lübbener Majoransheide, war das eine gute Frage. Zwischen Mitte Juli und Anfang September dreht sich alles um die Verarbeitung der frisch vom Feld angelieferten grünen krummen Dinger. In der Hochsaison werden an jedem Tag etwa 250 Tonnen Rohware in Gläsern und Dosen verarbeitet. Die 122 Mitarbeiter haben im wahrsten Sinn des Wortes alle Hände voll zu tun.
Die Sommertouristen gingen die Verarbeitungsstrecke Station für Station ab. An der Sortierstation erlebten sie eine „Gabelstapler-Rallye“ , damit die Rohware an den Bändern immer vorrätig ist.
Die Gurken kommen sortiert ins Wasserbad, in der gleichen Zeit werden Gläser mit der Gewürzmischung gefüllt. Nach einer Förderband-Tour rutschen die Gurken in die Gläser, die dann gefüllt werden. Danach gibt es am Band in jedes Glas eine Gurke „obenauf“ , damit das Glas beim späteren Pasteurisieren immer gut gefüllt bleibt. Maschinell kommt der Deckel auf und das Etikett an das Glas, das auf Förderbändern durch den Pasteurisator läuft. Schließlich gelangt ein Glas nach dem anderen in die vollautomatische Verpackungslinie, wo erst Kartons mit Gläsern und dann die Kartons zu versandfertigen Paketen zusammen gestellt werden. Per Gabelstapler werden die einzelnen Abteilungen in der Lagerhalle gefüllt.

Da ist auch Spreewald drin!
„Wenn man das hier so sieht - das ist mit der alten Spreewaldkonserve nicht zu vergleichen. Was hier geleistet wird - alle Achtung!“ Helga Studier hat früher selbst ab und an in der „Konserve“ ausgeholfen. Laut geht es an den Verarbeitungslinien zu „Hier kriegste Ohrensausen“ , schmunzelte Hans Kühnel. Eben deshalb sei das Tragen von Gehörschutz vorgeschrieben, antwortete ihm der Geschäftsführer.
Dietrich Freitag aus dem erzgebirgischen Hortenstein wollte wissen, ob das wirklich alles Spreewald-Gurken sind, was in die Gläser kommt. „Wo Spreewald drauf steht, ist auch Spreewald drin“ , versicherte Wolfgang Schneider. Die Gurken werden im Spreewald angebaut - bei Dürrenhofe, Niewitz, Kasel-Golzig und bei Vetschau zum Beispiel. Produkte aus der Region werden zunehmend nachgefragt, deshalb werde die Lagerfläche erweitert und die Lager weiter zentralisiert.

Guten Ruf jeden Tag verteidigen
„Und wenn ein Glas schadhaft ist?“ Dann werde es ohne Ausnahme ausgemustert und vernichtet, antwortete Schneider, denn nur einwandfreie Ware darf einen Betrieb, der Lebensmittel herstellt, verlassen. Das sei auch eine Frage des guten Rufes, den man jeden Tag aufs Neue verteidige.
In einer großen Lagerhalle gab es Antwort auf die Frage, was in der „Konserve“ hergestellt wird, wenn nicht gerade Gurken-Zeit ist: Selleriesalat, Silberzwiebeln, Rote Bete, Karotten-Salat, Puszta-Salat, Salate aus Grünen Bohnen oder aus Blumenkohl - so einige der Aufschriften der Konserven, die versandfertig sind. „Betriebsferien haben wir auch, im April und Mai. Da werden unsere Anlagen grundüberholt“ , informierte Schneider.
Die erlebnisreiche Tour beschloss er mit einem Gastgeschenk: Jeder durfte sich ein Glas Gewürzgurken - frisch vom Band - mit nach Hause nehmen.

Info zum Thema Landesklinik auch im Programm
 Nachdem sich die Sommertouristen in dieser und der vergangenen Woche intensiv in Lübben umgeschaut haben, geht es in der nächsten Woche aufs Land: Am Dienstag, dem 22. Juli, ist um 8.30 Uhr vor dem Rathaus die Abfahrt des Busses in die Schlabendorfer Felder . Einige wenige Plätze sind noch frei. Die Führung durch die Schlepziger Brauerei mit anschließender Kahnfahrt mit dem Schlepziger Fährmann Andreas Krüger am 24. Juli ist komplett ausgebucht. Aber all jene, die bereits auf der Nachrücker-Liste für dieses Angebot stehen, bitten wir, sich noch einmal in der RUNDSCHAU-Redaktion zu melden (Tel. 03546/22 51 21), da wir für den 7. August eine Wiederholung der Führung und Fahrt organisiert haben.
Anmelden kann man sich auch noch für die Führung durch die Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben mit dem Architekten Uwe Burckhardt, der für die laufende Sanierung des Gebäudes verantwortlich zeichnet, sowie für eine Führung durch die Landesklinik Lübben am 31. Juli.