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Wie fair die Chancen sind

Im Richard-Raabe-Haus hat der Migrationsfachdienst des Diakonischen Werkes am Dienstag den Frauentag gefeiert. Gemeinsam mit dem Projekt "Paten-t" für Patenschaften wurden Frauen verschiedener Herkunft gefeiert. Birgit Kaselow vom Jugendmigrationsdienst moderierte.
Im Richard-Raabe-Haus hat der Migrationsfachdienst des Diakonischen Werkes am Dienstag den Frauentag gefeiert. Gemeinsam mit dem Projekt "Paten-t" für Patenschaften wurden Frauen verschiedener Herkunft gefeiert. Birgit Kaselow vom Jugendmigrationsdienst moderierte. FOTO: I. Schirling
Lübben. Selbstbewusste Frauen gehen ihren beruflichen Weg – unterstützt von ihren Familien. Das zeigte das Podiumsgespräch am Internationalen Frauentag in Lübben. Ingrid Hoberg

Mit Dr. Chris Neiße, Chefärztin der Palliativabeteilung des Klinikums Dahme-Spreewald, Alina Erdem, Pfarrerin aus dem Amt Unterspreewald, und Andrea Kuhnert, Leiterin der K&S Seniorenresidenz in Lübben, begrüßte Moderator Georg Schaper drei Frauen auf der Bühne, die nicht immer auf dem ersten, aber dennoch selbstbestimmten Weg verantwortungsvolle Aufgaben übernommen haben.

Während sich die erfahrene Ärztin um Sterbende kümmert und sich die Residenzleiterin dafür einsetzt, den einst aktiven Menschen im Demenzkranken zu sehen, ist die junge Pfarrerin in ihrer Gemeinde für alle Generationen Ansprechpartnerin. Wie schnell auch heute noch Frauen unterschätzt werden, zeigte ihre Hinweis auf die Berufsbezeichnung Pastorin. "Bei der Vorstellung als Pfarrerin wird schon mal gefragt, wohin ich denn fahre - weil ,Fahrerin' verstanden wurde", erzählte sie. Mit ihren Lebensgeschichten strahlten die drei Frauen die Zuversicht aus, die im diesjährigen Motto der Brandenburgischen Frauenwoche steckt. "Frauen MACHT faire Chancen". 2017, im Jahr der Bundestagswahl, verweist Elke Voigt, Gleichstellungsbeauftragte in LDS, darauf, dass einige Frauen zwar mächtige Ämter in Politik und Wirtschaft besetzen, im Bundestag und den Landtagen jeweils ein Drittel der Mitglieder weiblich sei. "In Stadt- und Gemeinderäten wird nicht einmal ein Viertel der Sitze von Frauen eingenommen", stellte sie fest. Da ist noch Luft nach oben. Das unterstrich auch Landtagsabgeordnete Sylvia Lehmann (SPD). "Kommunalpolitik ist ehrenamtlich und findet meistens abends statt - das ist nicht familienfreundlich", sagte sie. "Frauen sollten sich ihre Position nicht streitig machen lassen", erklärte Bundestagsabgeordnete Jana Schimke (CDU). Sie sollten sich einfach trauen, war ihr Rat.

Gleichberechtigt wurde das Bühnenprogramm gestaltet mit Tänzen von den "Lutkis" aus der Kita "Spreewald", jungen Musikern von der Kreismusikschule und dem Stück "Ladies uns gehört die Welt" von der Theaterloge Luckau. Zum Gelingen des Festes, das zum ersten Mal von Stadt und Landkreis gemeinsam veranstaltet wurde, trugen Männer ihren Teil bei. Bürgermeister Lars Kolan und Landrat Stephan Loge (beide SPD) hatten aus ihrem Etat die Finanzierung unterstützt. Andreas Biedenweg vom La Casa sorgte für die Cocktails, Mietkoch Lutz Thiede für den kulinarischen Genuss.