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| 02:47 Uhr

Wie eine Wiese auf Leinwand geklopft wird

Kinder klopfen mit einem Hammer auf Blumenblüten. Es war eins von vier Experimenten während des Tags der kleinen Forscher kürzlich im Hort der Spreewaldkita in Lübben.
Kinder klopfen mit einem Hammer auf Blumenblüten. Es war eins von vier Experimenten während des Tags der kleinen Forscher kürzlich im Hort der Spreewaldkita in Lübben. FOTO: A. Staindl/asd1
Lübben. Die bundesweit arbeitende Stiftung "Haus der kleinen Forscher" feiert in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag. Der "Tag der kleinen Forscher" ist der Höhepunkt im Jubiläumsjahr. Die Spreewaldkita in Lübben beteiligte sich daran. Andreas Staindl / asd1

Die Spreewaldkita ist ein "Haus der kleinen Forscher". Das entsprechende Zertifikat hat sie kürzlich zum dritten Mal erhalten (die RUNDSCHAU berichtete). Mädchen und Jungen der Einrichtung forschen ganzjährig. "Wir wollen die Neugier der Kinder wecken, ihnen helfen, ihre Umwelt zu begreifen", sagt Leiterin Gabriele Kutzscher. "Die Mädchen und Jungen sind sehr interessiert, wollen viel wissen."

Das war während des Tags der kleinen Forscher kürzlich nicht anderes. Kita-Kinder haben am Vormittag und Hort-Kinder am Nachmittag geforscht. Vier Experimente waren für die Hort-Kinder vorbereitet. Eine der Herausforderungen: Wie füllt man ein fiktives Schwimmbecken mit Wasser? Und wie kommt das Wasser vom Wasserhahn bis in das Becken? Die Kinder überlegten, probierten, setzten ihre Ideen um. Sie bauten eine kleine Wasserleitung.

"Toll, wie sie sich absprechen und austauschen, sich gegenseitig helfen", sagt Petra Richter. Die Erzieherin findet es "wichtig, dass Kinder frühzeitig gefördert werden". Erzieher Martin Seifert hat das Wasserprojekt mit den Hortkindern durchgeführt. Als die Leitung beim ersten Versuch nicht dicht war, überlegte er gemeinsam mit den Kindern, woran es liegen könnte. Die Mädchen und Jungen arbeiteten sehr konzentriert, suchten gemeinsam nach einer Lösung.

Kerstin Volk ist begeistert. "Das, was die Erzieher hier mit den Kindern machen, ist sehr wertvoll", sagt die Mutter. "Es ist viel mehr als einfache Betreuung. Mit den Forschungsprojekten werden die Kinder sinnvoll beschäftigt."

Auch die Kinder selbst waren begeistert. "Ich bin gespannt, wie das Bild aussieht", sagt Frederic Fuhrmann. Der Drittklässler klopft mit einem Hammer auf Blüten von Blumen, die auf einem weißen Tuch liegen. Durch das Klopfen entstehen Farbabdrücke - nur welche? Und was passiert, wenn verschiedene Blüten gemischt werden? Die Kinder probierten es aus. Auch die Jungs, die sonst eher sehr lebhaft sind, waren konzentriert und mit großem Interesse dabei. Als alle Blüten "ausgeklopft" waren, war ein großes, buntes Bild entstanden - quasi eine Blumenwiese auf Leinwand.

In der Nachbarschaft testeten Kinder, bei welcher Belastung Luftballons platzen - ein Riesenspaß mit Lerneffekt. Wer alle vier Experimente gemacht hatte, wurde mit einem Forscher-Diplom geehrt.

In der Spreewaldkita wird auch weiterhin geforscht. "Wir sind mit entsprechenden Materialien gut ausgestattet", sagt Gabriele Kutzscher. "Zudem bilden sich unsere Mitarbeiter regelmäßig weiter, besuchen Workshops."

Die Leiterin will auch die Eltern noch stärker mit ins Boot nehmen. Sie regte diese an, den Forschergeist ihrer Sprösslinge zu fördern, gemeinsam einigen Fragen auf den Grund zu gehen. Erste Ansätze gibt es, Kinder nehmen den Forscherdrang offenbar mit nach Hause. "Carlotta hat kürzlich einen ,Flummi' zu Hause gebaut", erzählt Kerstin Volk. Ihre Tochter besucht die erste Klasse - und hat schon jetzt das Forscher-Diplom in der Tasche.