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Straupitz
Wichtiges Bindeglied der Kulturmeile in Straupitz

Doris Welzel und Bianca Wannagat (von links) sind für den orginellsten und den schönsten Türschmuck ausgezeichnet worden.
Doris Welzel und Bianca Wannagat (von links) sind für den orginellsten und den schönsten Türschmuck ausgezeichnet worden. FOTO: Jürgen Harnath
Straupitz. Kornspeicher erwartet auch in dieser Woche die Besucher. Einrichtung blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück

Der historische Kornspeicher in Straupitz gehört heute ebenso zu den Attraktionen des Spreewaldortes, wie die Schinkelkirche oder die Holländerwindmühle. Bei Einheimischen wie bei Touristen erfreut sich das Gebäude, dank des Vereins „Freundeskreises Kornspeicher“ immer größerer Beliebtheit.

Er gilt als wichtiges Bindeglied der „Straupitzer Kulturmeile“: Zwischen Europas einziger betriebsfähigen Dreifachwindmühle, der Schinkelkirche und der Von-Howard-Grundschule ist das historische Gebäude zu finden, welches vor rund einem Dutzend Jahren mit Fördermitteln und sehr viel persönlichen Engagement des „Freundeskreises Kornspeicher“ aus dem Dornröschenschlaf geweckt wurde. 2004 war es, als sich sechs Straupitz zusammen taten, um den Kornspeicher vor dem Abriss zu bewahren.

Um 1798 wurde das Gebäude als Lagerstätte für Getreide errichtet und bis 1992 noch in seiner ursprünglichen Form als Kornspeicher genutzt. Nach der politischen Wende wurde das Haus nicht mehr gebraucht und der Abriss drohte. Mit diesem Schicksal wollten sich die engagierten Straupitzer um Ingrid Walter nicht abfinden. Sie legten den damaligen kommunalen Entscheidungsträgern erste Nachnutzungspläne auf den Tisch.

Anfangs argwöhnisch mit viel Skepsis beobachtet oder zumindest belächelt, fanden sich immer mehr Unterstützer, unter ihnen nicht zuletzt die Gemeinde Straupitz und das Amt Lieberose/Oberspreewald, die sich für eine weitere touristische Attraktion in Straupitz einsetzten. Vor allem Ingrid Walter, ihrer Hartnäckigkeit und ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass ihre Ideen und die ihrer Mitstreiter umgesetzt werden konnten.

Nach einer rund einjährigen Vollsanierung war es dann soweit – am 24. September 2005 erfolgte die feierliche Neueröffnung des historischen Kornspeichers. Ein solches Gebäude mit historischer Geschichte braucht natürlich auch Menschen die sich darum kümmern und dem ganzen Leben einhauchen. Und so gründete sich 2005 schließlich aus dem unverbindlichen Freundeskreis ein eingetragener Verein, der den Kornspeicher bis heute ehrenamtlich betreibt. Erste Vorsitzende war jahrelang Ingrid Walter. Unter deren Leitung entstand aus einer historischen Gebäudehülle ein touristisches Kleinod mit Ausstellungsräumen, Ladenkaffee und Begegnungsräumen. Den heutigen Besucher erwartet, dank vieler gespendeter und gesammelter Exponate, quasi eine begehbare Geschichtsstunde der Spreewaldregion.

Seit Anfang 2016 leitet Petra Krause die Geschicke des Vereins und des Kornspeichers. Sie trat die Nachfolge von Ingrid Walter an, die aus Altersgründen etwas kürzer treten wollte. Sie ist nach wie vor noch sehr aktiv und so etwas wie die Seele des Vereins.

Petra Krause möchte die Arbeit noch mehr strukturieren, als bisher. „Wir wollen natürlich das erreichte hohe Niveau halten. Aber auch noch bekannter werden. Dafür sollen die modernen Medien besser genutzt werde als bisher. Aber auch über neue Erzeugnisse im Printbereich denken wir unter anderem nach. Neben den traditionellen Veranstaltungen, wie Osterausstellung, Johannesmarkt, Herbstfest und Weihnachtsmarkt, wollen wir in Zukunft verstärkt auf kleine fach- und sachbezogene Veranstaltungen im Haus setzen.“ erläuterte Petra Krause.

Das Jahr 2017 war für den Kornspeicher ein sehr erfolgreiches. Alle Veranstaltungen in und um den Kornspeicher wurden von Touristen und Einheimischen sehr gut angenommen. Letzter Höhepunkt in diesem Jahr war das erste Adventswochenende mit dem traditionellen Weihnachtsmarkt. Zu diesem hatte man sich wieder etwas Besonderes einfallen lassen. War es im vergangenen Jahr das „Plätzchen-Quiz“, wurden in diesem Jahr der Schönste und der originellste weihnachtliche Türschmuck gesucht. Bis zum 3. Dezember konnten die Exponate abgegeben werden. 26 Straupitzer folgten der Einladung. Die wunderschön gestalteten Kränze und Gestecke wurden im Ausstellungsraum des Speichers präsentiert und von über einhundert Besuchern des Speicher bewertet.

Am Abend nach dem Weihnachtsmarkt standen die Sieger fest: der originellste Türschmuck kam von Doris Welzel und der schönste von Bianca Wannagat. Beide erhielten ein kleines Präsent. Zwischen Weihnachten und Silvester haben die Besucher des Speichers noch die Möglich alle Wettbewerbsbeiträge zu bewundern. Der Speicher ist vom 27. Dezember bis zum 30. Dezember jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet und erwartet seine Besucher mit Kaffee und Kuchen, Stolle oder Plätzchen.