ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:57 Uhr

Kleines Jubiläum voraus
Kunst in der Holzwerkstatt

 Ulrike Stoewe, Konstanze Weidhaas, Malgorzata Suwalski und Annett Wagner (v.l.) dürfen nächstes Mal seit fünf Jahren die Holzwerkstatt der Zimmerei Altkrüger für ihre gemeinsame Teilnahme an den Tagen der offenen Ateliers nutzen und sind dafür sehr dankbar.
Ulrike Stoewe, Konstanze Weidhaas, Malgorzata Suwalski und Annett Wagner (v.l.) dürfen nächstes Mal seit fünf Jahren die Holzwerkstatt der Zimmerei Altkrüger für ihre gemeinsame Teilnahme an den Tagen der offenen Ateliers nutzen und sind dafür sehr dankbar. FOTO: privat
Lübben. Vier Künstlerinnen feiern ein kleines Jubiläum: Zum fünften Mal werden sie zum Tag der offenen Ateliers in die Holzwerkstatt der Lübbener Familie Altkrüger ziehen. Von Ingvil Schirling

Dankbarkeit ist ein mächtiges Gefühl, und besonders zu Weihnachten hat es viele Facetten: für Gesundheit, persönlichen Erfolg und die vielen kleinen und großen Glücksfälle des Lebens. Einer davon hat vier Lübbener Künstlerinnen vor mehreren Jahren mit der Zimmerei Altkrüger verbunden. Und das kam so:

„Damals hatte ich ein ,Wohnzimmeratelier“, erinnert Malgorzata Suwalski. Sie hatte aber bereits seit längerem begonnen, ihr künstlerisches Potenzial mehr und mehr zu leben. Nun wollte sie an den Tagen der offenen Ateliers, die der Landkreis Dahme-Spreewald traditionell Anfang Mai ausrichtet, ihre Arbeiten zeigen und suchte Räumlichkeiten. „Zufällig“ traf sie den Lübbener Zimmermeister Klaus Altkrüger und erzählte von ihrem Dilemma. Ihr Mann Manfred Suwalski sagte mehr aus Spaß: „Bei Dir wäre ja genug Platz!“ Antwort von Klaus Altkrüger: „Ja, da haste recht.“ So beginnen Spreewälder Geschichten.

Doch ehe die Besucher mit Kaffee, Kuchen und einem Lächeln empfangen werden konnten, musste die Werkstatt ausgeräumt und geputzt werden. Wo gehobelt wird, entstehen bekanntlich Späne und in der Regel auch Staub. „Wenn ihr das aufräumt, könnt ihr den Raum haben“, legte Klaus Altkrüger fest.

Inzwischen hatte sich Malgorzata mit Annett Wagner zusammengetan, einer jungen Künstlerin und Designerin, privat die Schwiegertochter von Altkrügers. „Sie war von der Idee begeistert, und so waren wir zu zweit.“ Dazu stieß Ulrike Stoewe. „Als Autodidaktin weiß ich, dass man im eigenen Entwicklungsprozess dringend Unterstützung braucht“, sagt Malgorzata Suwalski. Ulrike Stoewe kannte sie über den Sport, wusste, dass sie künstlerisch erste Schritte ging und überzeugte sie, mitzumachen.

Die Idee, Altkrügers‘ Holzwerkstatt für ein Wochenende zum Ausstellungsort zu machen, kam an. „Wir waren wirklich überrascht, welche Resonanz es doch hatte“, sagt Malgorzata Suwalski. Im Jahr darauf schloss sich noch Konstanze Weidhaas an. Vier Künstlerinnen machen somit seit fast fünf Jahren die Werkstatt zum Atelier.

„Wir bauen zwei Tage auf, und die Arbeit muss so eingeplant werden, dass die Werkstatt zwei Tage nicht genutzt werden kann“, umreißt Annett Wagner den Aufwand für alle. „Man kann Familie Altkrüger nicht genug danken“, sagt Malgorzata Suwalski.

„Kunst bedeutet ja auch, Dinge zu machen, die das Herz berühren. Das eigene, aber auch das anderer“, sagt sie. Zwischen 200 und 300 Gästen kamen ihr zufolge im Mai 2018, um die Arbeiten zu sehen, sich auszutauschen, die Entwicklung der Künstlerinnen zu verfolgen. „Die Gäste bleiben auch mal länger, kommen miteinander ins Gespräch“, sagt Annett Wagner. „Jedes Jahr sind auch neue Gesichter mit dabei.“

Malgorzata Suwalski wünscht sich von Stadt und Landkreis mindestens genauso viel Unterstützung für alle Künstler wie bisher, eher mehr. „Es gibt zwar Angebote, aber insgesamt zu wenig Möglichkeiten für uns Künstler, uns zu präsentieren und auszutauschen“, regt sie weitere Bemühungen in diese Richtung an.

Zum „kleinen Jubiläum“ kommendes Jahr in der Zimmerei Altkrüger, wenn die Werkstatt zum fünften Mal zum Atelier wird, haben sich die Künstlerinnen ihrerseits ein besonderes Dankeschön an alle Besucher ausgedacht. Jeder erhält ein Los, und wer gezogen wird, darf sich von allen Arbeiten eine aussuchen in einem bestimmten Wert.

Ein Zufall machte die Holzwerkstatt zur temporären Galerie, ein Jubiläum bringt die Dankbarkeit hervor. Wer weiß schon, welche neuen Ideen bis kommenden Mai gezimmert werden, um die Kunst im Landkreis und in Lübben zu unterstützen.