ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:48 Uhr

Werbung für die Landwirtschaft

Mit den Tieren in Kontakt. Die Brandenburger Landpartie in Dürrenhofe machte es möglich. Hunderte Besucher nutzten die Gelegenheit.
Mit den Tieren in Kontakt. Die Brandenburger Landpartie in Dürrenhofe machte es möglich. Hunderte Besucher nutzten die Gelegenheit. FOTO: asd1
Dürrenhofe. Die 22. Brandenburger Landpartie hat hunderte Besucher am Samstag auf das Gelände der Agrargenossenschaft "Unterspreewald" in Dürrenhofe (Märkische Heide) gelockt. Das Hoffest war auch ein Dank an Verpächter und Kunden. Und es war beste Werbung für die Landwirtschaft. Andreas Staindl / asd1

Offene Türen, ein attraktives Programm, Tiere und Technik zum Anfassen. Besser kann man kaum für die Landwirtschaft werben. Uwe Schieban und Simone Hill haben das längst erkannt. Die beiden Geschäftsführer der Agrargenossenschaft "Unterspreewald" hatten jetzt zum 22. Mal zur Brandenburger Landpartie auf den Hof ihres Betriebs eingeladen. Carmen Lorenz würdigt deren Engagement. "Danke, dass Sie das Fest auf die Beine stellen", sagte die Geschäftsführerin des Bauernverband Südbrandenburg kurz nach Beginn des Hoffests. "Andere Betriebe haben sich längst von der Landpartie verabschiedet, denn sie macht viel Arbeit."

Und doch beteiligt sich der landwirtschaftliche Betrieb in Dürrenhofe von Beginn an. "Das Fest ist auch ein Dank an die Leute, die uns ihr Land verpachten", sagt Uwe Schieban. "Es ist aber auch als Anerkennung für unsere Mitarbeiter gedacht, auf die wir uns immer verlassen können." Der Geschäftsführer dankte zudem den vielen Kunden des Unternehmens, "die uns vertrauen, und die wissen, was landwirtschaftliche Produkte wert sind".

Carmen Lorenz hatte zuvor gesagt, dass es "nicht mehr tragbar ist, dass Milch verschleudert wird. Die Bauern hängen am Tropf. Andere verdienen Millionen Euro mit der Milch." Die Landpartie war auch Gelegenheit, den Landwirten den Rücken zu stärken, sich zu deren Arbeit zu bekennen.

Und selbst auszuprobieren, wie es ist, eine Kuh zu melken - wenn auch eine Holzkuh. Mit Spaß und einer Portion Neugier konnten sich Besucher dem Thema Landwirtschaft nähern, auch mit der einen oder anderen Schätzfrage. Was wiegt denn der Bulle dort? Kurt Rösler aus dem Landkreis Oder-Spree berät sich kurz mit seiner Frau.

Zu einem Ergebnis kommen sie nicht, sagen nur so viel: "Der Bulle bringt ganz schön Gewicht auf die Waage." Dann vielleicht doch den Kälbchen beim Saufen zuschauen? Die kleine Gina ist begeistert, informiert lautstark ihre Mutter: "Das Kälbchen lasst sich sogar streicheln." Ein paar Meter weiter ist Konstantin in die Rolle eines Landwirts geschlüpft. Der Junge kurvt mit einer Schubkarre über den Parcours, lädt Säcke auf und ab - und das mit hohem Tempo.

Die Landpartie ist auch Werbung für die Landwirtschaft. "Wir haben attraktive Arbeitsplätze und moderne Technik für junge Leute", sagt Uwe Schieban. "Für das nächste Ausbildungsjahr suchen wir noch Azubis." Der Wirtschaftsdezernent Wolfgang Starke (SPD) vom Landkreis Dahme-Spreewald sieht "keinen Grund, dass junge Menschen unseren Landkreis verlassen müssen. Es gibt Arbeit, und es lässt sich hier gut leben." Für ihn ist der Dahme-Spreewald-Kreis ohne Landwirtschaft nicht vorstellbar. Erst recht nicht, wenn sie so attraktiv präsentiert wird wie am Samstag.

Besichtigungstouren zu den Feldern und Stallungen wurden angeboten. Moderne und historische Landtechnik war zu sehen. Es gab Wettbewerbe und Spiele, zudem reichlich kulinarische Produkte der Region. Die Original Berstetaler Musikanten sorgten ebenso für Stimmung wie die Trachtentanzgruppe aus Straupitz und der singende Spreewaldwirt "Günni". Und wer selbst mal Landwirt auf Zeit sein wollte, konnte mit einem Kleintraktor über einen Acker fahren. Ausprobieren, anfassen, kosten.

Die Landpartie in Dürrenhofe hat Lust auf Landwirtschaft, auf regionale Erzeugnisse gemacht.

Zum Thema:
Die Agrargenossenschaft "Unterspreewald" hat etwa 100 Festangestellte, zudem acht Azubis. Sie bildet in verschiedenen Berufen aus: Tierwirt/in, Bürokauffrau/mann, Landmaschinenmechaniker/in und Landwirt/in. Das Unternehmen betreibt Landwirtschaft und Tierzucht, zudem Technikhandel. Es gibt einen Hofladen mit vielen regionalen Produkten. Noch bis Mitte Juni wird Spargel gestochen, die Gurkenernte beginnt jetzt.