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Wenn Moorfüchse Amseln sehen . . .

Alexander Hoschke erklärt Schülern die Natur.
Alexander Hoschke erklärt Schülern die Natur. FOTO: Hoschke
Lübben. So richtig angenehm ist das Wetter für Naturbeobachtungen noch nicht, aber den Moorfüchsen ist das egal. Gemeinsam mit Alexander Hoschke kehren sie – klüger geworden, aber leicht verfroren – von einem Ausflug in den Schulgarten der Lübbener Liuba-Grundschule zurück. Ingvil Schirling / is

Die Arbeitsgemeinschaft hat trotz des wenig frühlingshaften Wetters zahlreiche Vögel gesehen und erkannt: Amsel, Kohlmeise, Spatzen, Grünspecht, ein Elsternest und eine Spechtschmiede. Fast jede Woche gehen die sechs bis acht Kinder der dritten bis fünften Klassen mit dem 29-jährigen Boblitzer hinaus in die Natur, um Neues zu lernen: Wie ein Insektenhotel funktioniert, welche Kräuter man für leckere Tees anbauen muss, wie man eine Igelbehausung baut. "Die Kinder sind sehr wissbegierig. Ich versuche, ihnen die Themen spielerisch näher zu bringen", sagt Alexander Hoschke.

Der Boblitzer betreut neben der AG an der Lübbener Liuba-Grundschule zwei Gruppen an der Lübbenauer Förderschule im Bereich Umweltbildung und leistet bei der Naturwacht als Teil der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg einen Bundesfreiwilligendienst. Er ist, kurz gesagt, "Bufdi", angleitet unter anderem von der Lübbenerin Ines Heinrich, neben den beiden AGs mit vielen weiteren Aufgaben betraut, und genießt es, nach dem eher theoretischen Studium die praktische Seite der Arbeit in und mit der Natur in den Vordergrund zu stellen.

In Cottbus hat er Landnutzung und Wasserbewirtschaftung studiert. Der heimatverbundene junge Mann wollte danach unbedingt in der Region bleiben - familiär bedingt und auch, weil er stellvertretender Ortsvorsteher in Boblitz ist. Nun führt er die Kinder mittels Vorträgen über Biber, Fischotter, den Wolf und den Eisvogel an die Natur heran, geht mit ihnen auf die Suche nach Zahnspuren und erklärt, was eine "Spechtschmiede" ist: Eine kleine Spalte in Bäumen oder Mauerwerken, in die der Vogel Nüsse oder hartschalige Samen einklemmen kann, um sie zu fixieren, zu knacken und an das schmackhafte Innere zu gelangen. Die Überreste am Boden zeugen davon und sind Zeichen, dass sich in der Nähe häufiger ein Specht aufhält. Kleine Versuche runden das pädagogische Programm ab. Zum Beispiel, wie sich die Wasserspannung auflösen lässt (mit einem Tropfen Spülmittel).

"Für mich ist das eine Bereicherung", sagt Alexander Hoschke über seine Arbeit. Für die Kinder sicher auch.