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| 17:18 Uhr

Landwirtschaft
Wenn der Spreewald zartblau blüht . . .

 Das Ölleinfeld bei Schlepzig steht hier noch in voller Blüte, inzwischen ist das zarte Blau weitgehend verschwunden.
Das Ölleinfeld bei Schlepzig steht hier noch in voller Blüte, inzwischen ist das zarte Blau weitgehend verschwunden. FOTO: Spreewaldverein
Dürrenhofe. Was Leinanbauern und Ölmüller bei einem Feldbesuch erzählen.

Seit Hunderten von Jahren wird im Spreewald Flachs angebaut und zu unterschiedlichen Produkten verarbeitet. Das bekannteste unter ihnen ist frisch gepresstes Spreewälder Leinöl. Auf rund 210 Hektar Ackerfläche wächst in diesem Jahr im Spreewald Öllein. Das ist etwas weniger als im Vorjahr, das durch eine starke Trockenheit im Vegetationsverlauf des Leines gekennzeichnet war. Im Ergebnis dessen fiel die Ernte an Leinsamen mit insgesamt rund 40 Tonnen deutlich niedriger als erwartet aus.

Fünf Spreewälder Landwirte verhelfen in diesem Jahr dem Lein zu seiner Renaissance. So verwandeln sich im Spreewald alljährlich im Frühsommer Felder in Meere aus zartblauen Blüten.

Kürzlich trafen sich auf Einladung des Spreewaldvereins als Träger der „Wertschöpfungskette Spreewälder Ölsaaten“ Anbauer und Verarbeiter des Ölleins mit Medienvertretern zum bereits traditionellen Termin während der Blütezeit. Gastgeber war die Agrargenossenschaft Unterspreewald, Treffpunkt ein Ölleinfeld   zwischen  Börnichen und Schlepzig. Und es war höchste Zeit zu kommen. Den Betrachtern bot sich zwar noch ein blaues Blütenmeer, allerdings bereits mit großen blütenfreien Lücken. Insgesamt ist die Leinkultur prächtig gediehen, mit vielen Blütenansätzen und relativ rein im Bestand. Die Agrargenossenschaft Unterspreewald baut hier auf zwei benachbarten Flächen mit einer Gesamtgröße von 31 Hektar Öllein an. „Den bisherigen Entwicklungsverlauf unseres Ölleinbestandes bewerten wir als positiv. Notwendige Niederschläge vielen gerade noch rechtzeitig. Jetzt noch ein paar Niederschläge und viel Sonne zum Abtrocknen. Dann kann bereits Ende Juli gedroschen werden. Wir rechnen mit einem Ertrag von zehn bis zwölf Dezitonnen pro Hektar“, sagt Uwe Schieban, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Unterspreewald, zu seinem Bestand.

Christian Behrendt von der Kanow-Mühle beschrieb die verschiedenen technischen Möglichkeiten des Pressens der Leinsaat und die garantiert schonende Behandlung während der Kaltpressverfahren.

Auch wenn die Anbauflächen in den letzten Jahren zugenommen haben, ist Spreewälder Leinöl keine Massenware, denn der Ertrag liegt lediglich bei etwa einer Tonne pro Hek­tar. In jeder Flasche befindet sich also ein kleiner Schatz aus dem Spreewald. Aus diesem Grund bezeichnen die Spreewälder ihr Leinöl auch als „blaues Gold“.

Das Spreewälder Leinöl wird traditionell in zwei unterschiedlichen Verfahren gewonnen: Entweder mit einer Schneckenpresse oder mit einer Stempelpresse. In beiden Fällen werden die Samen nach vorherigem Aufbrechen unter hohem Druck zusammengepresst. Durch diese schonende, rein mechanische Behandlung bleiben die wichtigen Inhaltsstoffe, vor allem die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, erhalten.

Weitere Informationen unter gutes-spreewald.de/gutes-aus-dem-spreewald/leinoel

 Das Ölleinfeld bei Schlepzig steht hier noch in voller Blüte, inzwischen ist das zarte Blau weitgehend verschwunden.
Das Ölleinfeld bei Schlepzig steht hier noch in voller Blüte, inzwischen ist das zarte Blau weitgehend verschwunden. FOTO: Spreewaldverein