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| 02:32 Uhr

Weniger Förderung für Landwirte

Minister Jörg Vogelsänger (SPD, 2.v.r.) besuchte am Donnerstag den Bauernverband Südbrandenburg und die BPG Lubolz.
Minister Jörg Vogelsänger (SPD, 2.v.r.) besuchte am Donnerstag den Bauernverband Südbrandenburg und die BPG Lubolz. FOTO: Hofmann
Lubolz. Zu einer erweiterten Vorstandssitzung hat sich am Donnerstag der Bauernverband Südbrandenburg in der BPG Lubolz getroffen. Minister Jörg Vogelsänger vom Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg kündigte Kürzungen der EU-Förderung für Brandenburgs Landwirte an. Auch der Hochwasserschutz wurde diskutiert. Rüdiger Hofmann

Einschnitte wird es ab der Förderperiode 2015 bei Direktzuwendungen sowie der Agrarförderung und ländlichen Entwicklung geben. Die Rede ist von neun bis elf Prozent. "Auf genaue Zahlen will ich mich nicht festlegen", sagt Minister Jörg Vogelsänger (SPD), "aber es werden weniger Mittel zur Verfügung stehen."

In der laufenden Förderperiode sind bisher 87 Prozent der Mittel bewilligt, wovon 67 Prozent ausbezahlt wurden. "Ich gehe davon aus, dass 100 Prozent ausbezahlt werden, denn ich will nicht, dass ein Euro nach Brüssel zurückgeht", so der Minister. 1270 Projekte werden in der Landwirtschaft aktuell gefördert.

Im Fokus der Vorstandssitzung, bei der Amtsleiter der Ämter für Landwirtschaft sowie Kreistagsabgeordnete anwesend waren, stand das Hochwasser. "40 Millionen Euro sind an Schäden in der Landwirtschaft im Land Brandenburg vorerst zu verzeichnen", heißt es aus dem Ministerium. Besonders betroffen sind die Landkreise Elbe-Elster, Havelland und die Prignitz. Dahme-Spreewald, Spree-Neiße und der Landkreis Oberspreewald-Lausitz sind nicht so sehr in Mitleidenschaft gezogen. Punktuell ist aber auch hier die Betroffenheit groß. Probleme bereitet den Landwirten stehendes Wasser, wodurch Anbaukulturen verfaulen. "Hochwassergeschädigte Landwirtschaftsbetriebe können eine Soforthilfe von 5000 Euro beantragen", teilte Vogelsänger mit. Dazu können sich die Bauern an den jeweiligen Landkreis oder Bauernverband wenden.

Vogelsänger wies auch auf weitere Projekte hin. "85 Verkehrswegemaßnahmen sind angemeldet worden, darunter die Ortsumfahrung der B 87." Ein Planfeststellungsverfahren für die Strecke Duben-Luckau soll es ab 2014/15 geben. "Wir befürchten dann einen zu hohen Flächenverbrauch für die ansässigen Landwirte", sagt Carmen Lorenz, Geschäftsführerin vom Bauernverband Südbrandenburg. "Daher müssten die agrarstrukturellen Belange im Falle des Ausbaus berücksichtigt werden."

Ähnliches gilt für den Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Dresden. Geplant ist eine Hochgeschwindigkeitsstrecke mit 200 Stundenkilometern. "Bahnübergänge würden dann geschlossen und Brücken neu gebaut, wodurch die Landwirtschaft einen Flächenverlust und Einschränkungen im Betriebsablauf hätte", so Lorenz.

Zum Thema:
Die Bäuerliche Produktionsgemeinschaft Lubolz (BPG) betreibt auf einer Fläche von 1040 ha Getreideanbau, Mutterkuhhaltung und unterhält eine Biogasanlage mit einer elektrischen Gesamtleistung von 626 kW. Die Anlage kann 1500 Eigenheime mit Strom versorgen. Die Abwärme entspricht dem Heizbedarf von 300 000 Litern Heizöl. Gülle als Input liefert die Spreewälder Ferkelproduktion. Wärme geht an die BPG und die Ferkelproduktion.