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| 16:52 Uhr

Baustraße B 87
Schrammen, Spiegelklatscher und ein flüchtender Traktor

 Recht eng kann es in dieser Kurve der Baustraße am Houwald-Damm werden, deren Teil knapp an der Hausecke der Lübbener Stadtbibliothek vorbeiführt. Dieser RVS-Busfahrer hatte sich gut auf die Situation eingestellt und wartete auf eine Lücke. Dank solcher Reaktionen hielten sich die Schadensfälle in der Baustelle sehr in Grenzen.
Recht eng kann es in dieser Kurve der Baustraße am Houwald-Damm werden, deren Teil knapp an der Hausecke der Lübbener Stadtbibliothek vorbeiführt. Dieser RVS-Busfahrer hatte sich gut auf die Situation eingestellt und wartete auf eine Lücke. Dank solcher Reaktionen hielten sich die Schadensfälle in der Baustelle sehr in Grenzen. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben. Die Unfallbilanz in der schmalen Baustraße am Lübbener Houwald-Damm fällt positiv aus. Einen spektakulären Zwischenfall gab es trotzdem. Von Ingvil Schirling

In vier Wochen heißt es: Abschied nehmen von der schmalen Baustraße zwischen Landratsamt und Strandcafé in Lübben. Besonders im südlichen Teil dürfte seit Mai das ein oder andere Stoßgebet gen Himmel geschickt worden sein: Möge der Platz zum Lkw ausreichen. Möge der Giebel der Lübbener Stadtbibliothek verschont bleiben. Möge es nochmal gut gehen.

Es ging gut, bisher jedenfalls. Ab Ende August wird der Abschnitt des Houwald-Damms unter Ausschluss des öffentlichen Straßenverkehrs fertig gebaut, dessen Teilnehmer dann in der Lübbener Innenstadt Rücksicht und Umsicht unter Beweis stellen können. Trotz der Enge, der Kurve und der trotz Verbots immer wieder durchfahrenden Lkw zählte die Polizei seit Oktober 2018, dem Beginn der Arbeiten, während derer der Verkehr über die zweispurige Baustraße floss, in diesem Bereich exakt acht Unfälle, davon vier in der Baustelle, zwei auf dem Parkplatz und zwei an der Einfahrt zur Schlossinsel. „Da passiert auf jedem Discounter-Parkplatz mehr“, ordnet Sprecherin Ines Filohn ein. Der Lübbener Revierleiter Wolfgang Kautz schätzt ebenfalls ein, das es gemessen an der Lage „sehr wenige“ Unfälle gab. Personen kamen gar nicht zu schaden. Hauptsächlich gab es Streifschäden an den Autoseiten und Spiegelklatscher.

Zwischenfall mit Traktor

Ein Zwischenfall aber lässt Petra Gutsche vom Fachamt Bau der Lübbener Stadtverwaltung noch keine Ruhe. Vor einigen Tagen krachte ein Traktorfahrer in die Leiteinrichtung, die die provisorischen Fahrbahnen abgrenzt – genau auf Höhe des dortigen kleinen Restaurants. „Zwei Stunden eher hatten an der Stelle noch Bauarbeiter zu tun“, sagt die Sachgebietsleiterin Tiefbau. Das hätte schlimme Folgen haben können.

Dass es über Monate und bis kurz vor Ende der Baustraße keine Unfälle mit verletzten Menschen gegeben habe, führt sie auf viel gegenseitige Rücksichtnahme zurück – und genau die hätte sie sich auch von dem besagten Traktorfahrer gewünscht. Er sei nach dem Unfall einfach weitergefahren. Die Polizei bestätigt den Vorfall. In der Sache wird ermittelt.

Die Leiteinrichtung stürzte durch den Aufprall nahe des Gärtnerhauses um, der Verkehr kam zum Erliegen. Wie so oft im ganzen Zuge des Ausbaus der B 87 am Houwald-Damm mit all seinen Facetten sei die Polizei zur Stelle gewesen, habe etwa 20 Minuten nach dem Vorkommnis die Straße abgesperrt, damit die Leitplanken wieder aufgerichtet werden konnten, informiert Petra Gutsche. Kurze Zeit später konnte der Verkehr wieder fließen.

Kontrolle weg, Lkw da

Die vorläufige Bilanz beinhaltet aus polizeilicher Sicht zwar wenige Unfälle. Wolfgang Kautz sagt denoch: „Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass sich alle Lkw an die Sperrung halten.“ Die Polizei kontrollierte, „aber kaum waren wir weg, schon rollten einige Lkw wieder durch“. Er bestätigt damit, was viele Anwohner beobachtet haben. Vor allem nachts seien häufig Lkw trotz des Verbots durch die Baustelle gefahren. Aufgrund der personellen Ausstattung könne die Polizei immer nur „anlassbezogen“ kontrollieren.

Zu den Stoßzeiten will sie auch in vier Wochen vermehrt zur Stelle sein. Dann wird der betreffende Abschnitt voll gesperrt, damit die Fahrbahnen noch vor dem Spreewaldfest fertiggestellt und am dritten Septemberwochenende genutzt werden können. Der Verkehr läuft durch die Innenstadt – und da hat sich die zeitweise Regelung durch die Polizei nicht nur bewährt, sondern war bisher auch immer wieder notwendig. Neuralgische Punkte gab es am Brückenplatz sowie zuletzt auch an der Kreuzung Hauptstraße/Lohmühlengasse. Die veränderte, teilweise Einbahnstraßenregelung hingegen hat auch der polizeilichen Einschätzung zufolge die Lage entspannt.

Ab 18. September soll der Verkehr über die fertigen Fahrbahnen des Houwald-Damms fließen können, der dann mit zwei Querungsinseln aufwartet. Gegenseitige Rücksichtnahme wird weiter gefragt sein – wie immer.