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| 02:42 Uhr

Weitere Hürde bei Neustrukturierung der TKS

Museumschefin Christina Orphal führte durch das Haus, unter anderem in die aktuelle Sonderausstellung "Gänsebraten und Mohnpielen".
Museumschefin Christina Orphal führte durch das Haus, unter anderem in die aktuelle Sonderausstellung "Gänsebraten und Mohnpielen". FOTO: Ingrid Hoberg
Lübben. Das Stadt- und Regionalmuseum Lübben sowie die Bibliothek werden im Zuge der Neustrukturierung der TKS von der Stadt übernommen. Als neuer Termin wird der 1. März angestrebt. Der Bildungs- und Kulturausschuss hat sich bei einer Beratung vor Ort einen Überblick über die aktuellen Arbeitsbedingungen in beiden Einrichtungen verschafft. Ingrid Hoberg

Auf dem Weg zur Neustrukturierung der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing GmbH (TKS) gibt es immer wieder Hindernisse und Umwege, die das Erreichen des Ziels zum vorgesehenen Termin verhindern. So informierte Kämmerer Lutz Gottheiner am Montagabend in der Ausschusssitzung im Wappensaal des Lübbener Schlosses darüber, dass mit der rückwirkenden Berentung des Geschäftsführers dessen Anstellungsvertrag aufgehoben sei, er aber weiterhin im Handelsregister eingetragen ist. "An diesem Problem wird gearbeitet", erklärte Gottheiner.

Als Folge verzögert sich der Übergang von Museum und Bibliothek an die Stadt, ursprünglich für den 1. Januar 2017 vorgesehen. Für die Entgeltordnungen der beiden Einrichtungen verschiebt sich nun der Tag des Inkrafttretens. Kornelia Hill vom Bereich Bildung und Soziales der Stadtverwaltung formierte, dass zum 1. März die Übernahme abgeschlossen sein soll. Dann können auch die Entgeltordnungen in Kraft treten, die den bisherigen im Wesentlichen entsprechen werden.

Beim Rundgang durch das Museum verwies Leiterin Christina Orphal nicht nur auf die Anfänge, sondern auch auf aktuelle Probleme, beispielsweise bei der Elektrik des Hauses. Zur Gestaltung der Dauerausstellung seien damals junge, kreative Gestalter und Architekten gewonnen worden. "Wir waren zur Eröffnung am 1. Juni 2001 ein modernes Museum, hier haben sich andere informiert", sagte sie. Doch seitdem habe sich nichts mehr getan. "Alle sechs bis acht Jahre ist eine Erneuerung notwendig", erklärte Christina Orphal. Dass das Museum in die TKS GmbH integriert wurde, habe sie als "Bestrafung" für die Bemühungen gesehen, die Sammlung, die nur noch wenige Objekte aus vorhandenem Bestand hatte, wieder aufzubauen. In diesen fast 16 Jahren sei manches liegen gelassen worden, so Christina Orphal. Sie verwies darauf, dass sich der Landkreis Dahme-Spreewald nicht am Lübbener Museum beteiligt, es nicht den Status eines Kreismuseums habe. Welche Stadt, wenn nicht Lübben als Hauptstadt der Niederlausitz, könne diesen Anspruch haben, sagte sie. Die Museumsleiterin verwies darauf, dass dennoch 60 Ausstellungen und 25 Publikationen veröffentlicht wurden - ohne Zuschüsse durch die Stadt. Mit Fördermitteln und Kooperationen sei dies gelungen, die der Förderverein des Stadt- und Regionalmuseums realisieren konnte.

Im einstigen Marstall befindet sich seit 2003 die Stadtbibliothek, die sich als Bildungseinrichtung versteht und enge Kontakte mit den Grundschulen pflegt, wie Leiterin Heiderose Hoffmann erklärte. So kommen ab der Einschulung regelmäßig Schüler im Klassenverband in die Bibliothek. Die 1. bis 3. Klassen packen sich dann Rucksäcke mit neuem Lesestoff, der auch in die Unterrichtsgestaltung einfließt. Nach wie vor gefragt sei die Fernleihe, besonders fürs Studium. "Touristen nutzen gern unseren Internet-Arbeitsplatz", sagte Heiderose Hoffmann. Zum 31. Dezember 2016 wurden 1751 aktive Benutzer und 13 417 Besucher gezählt. Bei einem Bestand von rund 35 000 Medien gab es 55 948 Entleihungen.