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| 17:14 Uhr

Besserer Opferschutz
Weißer Ring mit Forderungskatalog

           Jürgen Lüth , Vorsitzender des Weißen Rings in Brandenburg.   Archivfoto: Wendler  
Jürgen Lüth , Vorsitzender des Weißen Rings in Brandenburg.  Archivfoto: Wendler   FOTO: Simone Wendler
Lübben. (red/kr) Der Weiße Ring, Brandenburgs größte Opferhilfsorganisation, fordert von der Justiz eine zeitnahe Verurteilung aller Straftäter, „um so das Rechtsbewusstsein der Bürger vor weiterem Schaden zu bewahren.

Denn für die Opfer von Straftaten ist es nicht länger hinnehmbar, dass aufgrund fehlender Planstellen in der Justiz oder der Duldung von freien Planstellen etwa wegen verspäteter Nachbesetzung Straftäter aus der Untersuchungshaft entlassen werden müssen“, sagt Jürgen Lüth, ehemaliger Polizeipräsident von Cottbus und Landesvorsitzender des Weißen Rings in Brandenburg.

So musste Anfang Dezember ein 64-Jähriger, der wegen der Ermordung seiner Ehefrau verurteilt worden war, aus der Haft entlassen werden. Die Begründung des Oberlandesgerichts für die Freilassung: überlange Verfahrensdauer. Lüth richtet einen dringenden Appell an die Abgeordneten aller Fraktionen im Potsdamer Landtag, sich diesbezüglich ihrer Verantwortung stärker bewusst zu werden und ihre parlamentarische Arbeit entsprechend zu gestalten.

Der Landesvorsitzende mahnt zudem an, dass landesweit mehr für den Schutz von Gesundheit und Leben von Rettungskräften und von Polizistinnen und Polizisten getan werden müsse.

Des Weiteren befürchtet Lüth künftig Verschlechterungen bei den Leistungen für Opfer von Kriminalität. Einschränkungen bei Schockschäden, Wegfall der Entschädigung für Einkommensverluste bei Hinterbliebenen von Opfern von Tötungsdelikten, nach dem Gesetzestext regelmäßige Überprüfung der Anspruchsberechtigung auch bei Verlust von Gliedmaßen. „Mit der Schaffung neuen Rechts darf man nicht hinter den möglichen Leistungen, die aktuell noch im Opferentschädigungsgesetz und im Bundesversorgungsgesetz verbrieft sind, zurückbleiben“, fordert Lüth.

Zudem erneuert er die langjährige Forderung des Weißen Rings, endlich auch im Land Brandenburg Traumaambulanzen einzurichten.

Denn die Traumaambulanzen leisten Akutbehandlung (Diagnostik und Beratung, Aufklärung über Trauma und mögliche Traumafolgen, Krisenintervention in Form von einer bis 15 Soforthilfe-Sitzungen und Hilfe im Umgang mit der außergewöhnlichen Lebenssituation, also psychosoziale Begleitung).

           Jürgen Lüth , Vorsitzender des Weißen Rings in Brandenburg.   Archivfoto: Wendler  
Jürgen Lüth , Vorsitzender des Weißen Rings in Brandenburg.  Archivfoto: Wendler   FOTO: Simone Wendler