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| 18:20 Uhr

Konferenz in Gräbendorf
Wasserbüffel, Saatgut und alte Baumriesen

Wasserbüffel gewinnen für Naturschutz und Landschftspflege an Bedeutung.
Wasserbüffel gewinnen für Naturschutz und Landschftspflege an Bedeutung. FOTO: Jörn Perske / dpa
Gräbendorf. Naturschutztag im Landkreis Dahme-Spreewald: Experten tauschen Erfahrungen aus. Wasserbüffel gewinnen an Bedeutung für die Landschaftspflege.

Zum diesjährigen Naturschutztag des Landkreises Dahme-Spreewald trafen sich Mitarbeiter der Naturparkverwaltung Dahme Heideseen, Naturschutzhelfer und Vertreter der Forst und der Naturschutzverbände im Kinder- und Jugenderholungszentrum (KIEZ)  am Hölzernen See. In seiner Begrüßung bedankte sich Landrat Stephan Loge bei den Anwesenden für ihr verlässliches Engagement. Der Landrat lobte vor allem die gute Zusammenarbeit zwischen dem ehrenamtlichen und dem hauptamtlichen Naturschutz.Darüber informiert die Kreissprecherin Heidrun Schaaf.

Intessante Vorträge über gebietsheimische Saatgutgewinnung und die Beweidung mit Wasserbüffeln sowie eine kleine Rundreise zu alten Bäumen im Naturpark Dahme Heideseen bereicherten den Informations- und Erfahrungsaustausch der Experten.

Christina Grätz, Geschäftsführerin des Unternehmens NagolaRe, eröffnete die Vortragsreihe. Die diplomierte Biologin rekultiviert ehemalige Tagebauflächen und wurde mit ihrem Betrieb als Unternehmerin des Jahres 2016 ausgezeichnet. Mit großer Leidenschaft berichtete sie über ihre alltägliche Arbeit und den Umgang mit dem Boden und den Menschen. Die Verwendung von gebietsheimischem Saatgut bei Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werde immer wichtiger, denn ab dem Jahr 2020 dürfe im Außenbereich nur noch Saatgut innerhalb seines Vorkommensgebietes ausgebracht werden, informierte sie. Die Gewinnung und Ausbringung von Saatgut in der freien Landschaft sei aber nicht die einzige Methode, um Flächen zu begrünen. Christina Grätz schwärmte von der unkomplizierten und nicht so kostenintensiven Form der Mahdgutübertragung. Ein wenig aufwendiger dagegen sei die Übertragung von Oberboden und die Pflanzung von Sämlingen. Grätz wies nachdrücklich auf die Wichtigkeit der Schaffung von Biotopflächen für den Naturhaushalt hin. Von den Maßnahmen  würden nicht nur bedrohte Pflanzenarten, sondern auch Insekten, Vögel, Säuger und am Ende wir Menschen selber profitieren, sagte die Biologin.

Dass Wasserbüffel für die Landschaftspflege in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen haben, erfuhren die Anwesenden in einem Vortrag von  Ulrich Simmat. „Die Tiere unterscheiden sich von unsreren heimischen Rindern in Größe und Statur. Die immer gut frisierten Tiere werden vor allem auf Flächen eingesetzt die landwirtschaftlich nicht mehr zu nutzen sind“, erklärte der Biologe. Er berichtete von seinen Erfahrungen mit Wasserbüffeln auf stark verschilften und vernässten Flächen bei Storkow, die im Laufe der Beweidung wieder floristisch und faunistisch wertvolle Kleinode wurden.

Mit beeindruckenden Bildern und musikalischer Untermalung führte Hans Sonnenberg vom Nabu Dahmeland die Teilnehmer in die faszinierende Welt der Bäume ein. Er lenkte die Aufmerksamkeit auf die alten und manchmal vergessenen Baumriesen, die am Wegrand oder versteckt im Wald ihr Dasein fristen. Der älteste Baum sei eine 500 Jahre alte Eiche, sagte Sonnenberg. Eindringlich legte er dar, wie wichtig diese alten Riesen für Mensch und Natur seien. Man sollte achtsam mit ihnen umgehen und sie besuchen, solange sie noch stehen, mahnte der Naturschützer.