Von Ingvil Schirling

Auf Fußgänger, Rad- und Autofahrer, Ein- und Anwohner in Lübben kommen ab Montag harte zwei bis vier Jahre zu. Der Ausbau der Bundesstraße B 87 beginnt. Bis Ende 2019 sollen zwei Querungsinseln und eine neue Fahrbahn mit Geh- und Radweg zwischen Brücke Mühlendamm und Wehr Houwald-Damm entstehen. Derweil wird der weitere Ausbau der B 87 für die dann folgenden zwei Jahre bis hinter der Bogenbrücke vorbereitet. Hier die wichtigsten Fakten für die kommendnen Wochen.

Der Zeitplan. Eingerichtet wird die Baustelle ab kommendem Montag. Der erste echte Knackpunkt folgt vom 4. bis 13. Oktober, wenn die B 87 voll gesperrt wird. Das muss sein, damit in dieser Zeit die zweispurige Baustraße hergestellt werden kann. Sie führt hart an der äußeren Nordkante des Gehwegs entlang. Im südlichen Bereich der Straße werden dann bis zum Winter die Schmutzwasser-, Trink- und Gasleitungen verlegt. Anschließend entsteht der Straßenkörper. Im Frühjahr soll der Wechsel der Baustraße auf den südlichen Teil erfolgen. Sie verläuft auf dem neuen Straßenkörper, geschützt durch ein dickes Gummiband. Dann werden wieder zuerst Leitungen verlegt, diesmal für Energie und Telekommunikation, ebenso Leerrohre für Glasfaserkabel. Im Anschluss folgt der Straßenkörper. Offen ist noch, ob die abschließende Deckschicht und  die „Naht“ zwischen den beiden Fahrbahnen unter einer weiteren Vollsperrung aufgebracht werden müssen.

Die Inseln. Hauptgrund für den Ausbau dieses Abschnitts ist die bisher schwierige Querung der B 87 am Houwald-Damm. Fußgänger müssen zu Stoßzeiten oft lange warten, um über die Bundesstraße zum Museum Schloss Lübben oder über die jetzige Fußgängerampel auf die Schlossinsel zu kommen. Um beide touristischen Anziehungspunkte besser mit der Stadtmitte zu verbinden, kamen schon 2010/11 erste Ideen auf, die sich über die Jahre zum Bau der beiden Querungsinseln am Lübbener Schloss und gegenüber der Schlossinsel mit einer komfortablen Breite von 5,50 bis 5,80 Metern entwickelten.

Auf die Breite legten die Stadtverordneten damals sehr viel wert, damit Fußgänger auch mit ihrem Rad oder Rollator sicher auf die nächste Lücke warten können.

Lkw-Fahrverbot. Offizieller Beginn der Bauarbeiten ist der 1. Oktober um 8 Uhr morgens – und ab dann gilt auch das Lkw-Fahrverbot durch Lübben. Die Umleitung führt von Birkenhainchen durch die Märkische Heide und den Unterspreewald zur Autobahn. Die Stadtverwaltung hat Flyer gedruckt, die die Umleitung und Hinweise auf Deutsch, Englisch, Polnisch und Russisch enthalten. Es gibt eine Zusammenarbeit mit der Polizei und die Zusage, dass besonders in den ersten Tagen kontrolliert und Zuwiderhandlungen geahndet werden. Das kann mit mehr als 100 Euro teuer werden. Lkw bis 7,5  Tonnen dürfen über die 6,30 Meter breite Baustraße fahren. Einheimische Firmen mit größeren Fahrzeugen haben Ausnahmegenehmigungen beantragt, die beim LDS-Straßenverkehrsamt in Arbeit sind.

Sicherheit und Kosten. Weil links und rechts kaum Platz ist, müssen besondere Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Dem Planungsbüro Degat zufolge hat das zusammen mit der Qualität sogar Priorität vor dem pünktlichen Abschluss. Der Hauptkonfliktpunkt wird in der Begegnung mit Bagger, Frästechnik und anderen großen Fahrzeugen gesehen. Kein Platz ist aus diesen Sicherheitsgründen für Fußgänger und Radfahrer, die parallele Wege benutzen müssen und die Baustelle nur an zwei Stellen queren können, nämlich am Wehr sowie zwischen Schloss und Gerichtsstraße.

Der Straßenbau soll geschätzte zwei Millionen Euro kosten. Auf die Stadt entfallen 1,16 Millionen Euro, die zu zwei Dritteln gefördert werden.

Die Anlieger. Nach einem ausgeklügelten Plan soll die Belieferung von Strandcafé und Strandhaus sichergestellt werden. Da in dem Bereich noch das Gärtnerhaus und das Bubak als Restaurants angesiedelt sind, wird nur einschichtig gearbeitet. So können Gäste, wenn die Bauarbeiter Feierabend haben, voraussichtlich in Ruhe draußen sitzen.

Das Image. Ja, Lübben wird leiden. Aber damit die Baustelle nicht nur als nerviger Störfaktor wahrgenommen wird, entwickelt die Stadtverwaltung neben umfangreichem Informationsmaterial weitere Ideen. So sollen beispielsweise die Bauzäune genutzt werden, um sie mit anschaulichen Bildern und Geschichten aus der Stadt zu bespielen. Sprecherin Dörthe Ziemer nennt das die „Kür“. Wie das konkret aussehen soll, ist aber noch offen.