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| 18:16 Uhr

Wie viel muss man zahlen?
„Warum scheut der GWAZAuseinandersetzung?“

Grundstückbesitzer aus Goyatz beklagt unstimmige Kalkulationen des Wasser- und Abwasserzweckverbandes. Er wirft dem Unternehmen Betrug vor. Von Steven Wiesner

Stellen Sie sich vor, Sie wollen einkaufen gehen in einem Supermarkt. Die Preise, die an den Waren stehen, sind aber überteuert. Sie dürfen zwar auch den Normalpreis zahlen, aber nur wenn Sie dies auch an der Kasse reklamieren. Jeder, der das nicht tut, zahlt den falschen Preis. Denn der bleibt bis auf Weiteres an den Waren stehen.

So ähnlich ergeht es Rainer Mehlhose derzeit mit den Abwassergebühren, die er an den Gubener Wasser- und Abwasserzweckverband (GWAZ) abgeben muss. Seit mehreren Jahren ärgert sich der 74-jährige Cottbuser, der in Goyatz ein Sommergrundstück besitzt, über falsche und unverhältnismäßige Kalkulationen zwischen den drei Entsorgungsgebieten Guben, Friedland und Tauche sowie zwischen Festangeschlossenen und Grubenbesitzern. „Die Grubenbesitzer werden benachteiligt, das ist Augenwischerei“, sagt Mehlhose.

Als solcher hat Mehlhose zwar erfolgreich gegen den Gebührenbescheid geklagt, woraufhin ihm der GWAZ auch das Restgeld zurückerstattet hat. „Das ist aber nicht das, was ich wollte“, sagt Rainer Mehlhose. „Ich wollte ja erreichen, dass die Gebührensatzung verändert wird, weil es sonst immer so weitergeht und ich wieder gegen die alten Kosten klagen muss.“ Und es geht ihm nicht nur um sich selbst. „Es geht um die Sache“, sagt er. „Ich kriege vielleicht immer persönlich Recht. Aber es gibt viele, die nicht klagen. Und diese Masse wird betrogen.“

Deswegen nahm sich der Cottbuser vor Jahren einen Anwalt, um zu prozessieren. Denn auch der zuständige Landkreis teilte Rainer Mehlhose bereits mit: „Eine endgültige rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes kann nur durch zuständige Gerichte erfolgen.“ Doch zu einem Gerichtstermin ist es nie gekommen. Für den zurückliegenden Herbst war eigentlich einer angesetzt, „doch dann hat der GWAZ den Rücknahmebescheid an mich herausgeschickt, damit war der Klagegrund weg, und das Gericht hat die Verhandlung abgesagt“. Mehlhose vermutet sogar, dass hier ein Deal gelaufen sei. „Mein Anwalt und ich gehen davon aus, dass das Gericht dem GWAZ einen Tipp gegeben hat: Leute, hier verliert ihr.“

Nun helfe nur noch der Weg in die Öffentlichkeit, sagt Rainer Mehlhose. Er will wissen: „Warum scheut der GWAZ eine gerichtliche Auseinandersetzung?“ Auf RUNDSCHAU-Nachfrage wollte der Gubener Wasser- und Abwasserzweckverband dazu bisher keine Stellungnahme abgeben.