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| 12:32 Uhr

Wanderung auf historischen Spuren
Auf den Spuren der „Bimmelguste“

 Da geht’s lang. Philipp Seemann (M.) hat die Teilnehmer der Bahndammwanderung geführt. Hier am alten Bahnhof in Byhleguhre ging’s los.
Da geht’s lang. Philipp Seemann (M.) hat die Teilnehmer der Bahndammwanderung geführt. Hier am alten Bahnhof in Byhleguhre ging’s los. FOTO: Andreas Staindl
Rühriger Verein aus Straupitz hält Erinnerung und historische Technik am Leben.

Die Spreewaldbahn soll stärker ins Bewusstsein gerückt und nicht vergessen werden. Liebhaber der „Bimmelguste“ kümmern sich darum. Sie haben 2010 die Interessengemeinschaft (IG) Spreewaldbahn e.V. in Straupitz gegründet. Seitdem bewahren und präsentieren die Mitglieder nicht nur historisches Material, sondern machen auch mit interessanten Veranstaltungen auf die historische Eisenbahn aufmerksam.

Jetzt haben sie erstmals zu einer Bahndammwanderung eingeladen. Etwa 15 Leute waren dabei. Sie sind am Samstag entlang der alten Bahntrasse zwischen Byhleguhre und Straupitz gewandert. Rund 7,6 Kilometer haben sie zurückgelegt. Das gesamte Streckennetz der Spreewaldbahn zwischen Cottbus und Lübben inklusive der Nebenstrecken war einst etwa 85 Kilometer lang. Ein Teil davon wurde am Samstag zu Fuß bewältigt. „Wir wollen zeigen, was so alles entlang der Strecke erhalten ist, aber auch auf interessante Details und Geschichten am Rande hinweisen“, sagt Philipp Seemann vom Vorstand der IG Spreewaldbahn.

Zwischen 1897 und 1970 war die Spreewaldbahn – im Volksmund auch „Bimmelguste“ genannt – unterwegs. Sie sorgte für wirtschaftlichen Aufschwung in der Region und hatte große Bedeutung für die Landbevölkerung. Warum und wieso, darüber berichtete Philipp Seemann.

Los ging die Bahndammwanderung am ehemaligen Bahnhof in Byhleguhre. Der Bahnhof ist als solcher zwar nicht mehr zu erkennen, doch er versteckt sich zumindest als Grundriss im heutigen Gebäude, das von einer Firma genutzt wird. Ein Wellblechschuppen gleich in der Nachbarschaft ist als stummer Zeitzeuge von vor etwa 100 Jahren noch zu sehen. Auch eine alte Bahnhofslaterne steht noch dort.

Schon am Einstieg der Wanderung atmet die Veranstaltung viel Nostalgie. „Ich bin gespannt, was uns so alles erwartet“, sagt Jens Neumann, ein Eisenbahn-Fan aus Schmiedeberg in Sachsen. „Wir machen Urlaub im Spreewald und lassen uns die Gelegenheit, Spannendes über die Spreewaldbahn zu erfahren, natürlich nicht entgehen.“ Die Wanderung führt ihn gemeinsam mit den anderen Teilnehmern raus aus Byhle­guhre, vorbei am Badesse und weiter in Richtung Byhlen. Entlang der alten Trasse ist Holz aufgestapelt. Holz wurde viel mit der Spreewaldbahn befördert“, erzählt Philipp Seemann. Wenig später steht ein moderner Funkmast direkt dort, wo früher die „Bimmelguste“ gefahren ist. Etwa hier steigt auch das Gelände des alten Bahndamms an, um einige hundert Meter wieder abzufallen. Philipp Seemann und seine Mitstreiter aus dem Verein können auch hier Fakten und Daten liefern.

Nach etwa zwei Kilometer ist der einstige Haltepunkt „Rosenhof“ erreicht. Wer das nicht weiß, läuft vorbei. Doch Philipp Seemann kennt zahlreiche Geschichten rund um diesen Punkt. Auch Gäste bringen sich mit Informationen ein. Sie wissen etwa, wie die Gebäude unweit des Haltepunkts genutzt wurden. Christoph Maaß aus Krugau (Märkische Heide) hört aufmerksam zu. „Historisches interessiert mich“, sagt er. „Die Spreewaldbahn ist Teil unserer Geschichte.“

Das Wissen der Gäste lockert die Wanderung angenehm auf. „Wir sind sehr an Hinweisen zur Spreewaldbahn interessiert“, sagt Philipp Seemann. Er nutzt die Veranstaltung auch, um ein neues Projekt anzukündigen. Die IG Spreewaldbahn will ihm zufolge eine Themen-Fahrrad-Route entlang der alten Bahntrasse zwischen Cottbus und Lübben etablieren. An 23 Stationen der insgesamt 52 Kilometer sollen Informationstafeln aufgestellt werden. Ziel ist es, dass die Leute die Spreewaldbahn besser einordnen können und sie im Zusammenhang mit der damaligen Entwicklung der Region sehen, sagt das Vorstandsmitglied. Die Informationstafeln sollen demnach im August und September dieses Jahrs aufgestellt werden.

Für die Teilnehmer am Samstag ging es weiter vorbei am alten Bahnhof in Byhlen und weiter bis nach Straupitz,dem früheren Betriebsmittelpunkt der „Bimmelguste“. Am Ende der Bahndammwanderung wartete das Spreewaldbahnmuseum der Interessengemeinschaft. Infos unter www.ig-spreewaldbahn.de.

 Da geht’s lang. Philipp Seemann (M.) hat die Teilnehmer der Bahndammwanderung geführt. Hier am alten Bahnhof in Byhleguhre ging’s los.
Da geht’s lang. Philipp Seemann (M.) hat die Teilnehmer der Bahndammwanderung geführt. Hier am alten Bahnhof in Byhleguhre ging’s los. FOTO: Andreas Staindl