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Walter Moras und die dunkle Note des Spreewalds

Kühe stehen auf einer Wiese im ersten Grün. Die Bäume sind noch kahl, das Fließ ist voll, das Licht verheißt den Beginn der warmen Jahreszeit. Wie Walter Moras den Spreewald um die Wende zum 20. Jahrhundert, hier „Schlepzig im Unterspreewald“ , wiedergegeben hat, sieht es heute stellenweise aus. Andere Bilder hingegen zeugen von längst Vergangenem. Im Lübbener Museum ist eine Ausstellung seiner Bilder eröffnet worden. Von Ingvil Schirling

Über das Leben des Spreewaldmalers ist wenig bekannt. Sicher sei aber inzwischen so viel: „Es gibt nur einen Berliner Landschaftsmaler Walter Moras“ , sagte Museumsleiterin Christina Orphal während der Eröffnung. Sie spielte damit auf Diskussionen an, nach dem es zwei gleichnamige Maler gegeben hatte. Die Vermutung gründete sich auf unterschiedliche Lebensdaten, die aber jetzt geklärt sind.
Walter Moras wurde am 20. Januar 1856 in Berlin geboren und starb 1925. Ab der Jahrhundertwende hielt er sich mehr und mehr in Lübben auf und fand in Magnus Brunkhorst, einem Ahnen der heutigen Familie, einen „Freund und Mäzen, wie wir annehmen“ , sagte Christina Orphal. 1913 stellte er in dessen Kunsthandlung unter anderem 14 Lübben-Motive aus, die zwei Weltkriege überstanden und heute überwiegend in Privatbesitz sind.
Ebenso aus Privatbesitz stammt ein großer Teil der Bilder, die jetzt im Lübbener Museum gezeigt werden. Einige Lübbener haben die Ausstellung mit ihren Leihgaben bereichert. Darunter sind Zeugnisse der Holzbauten an Lübbens Fließen, die dem Betrachter einen sachlichen und dennoch anrührenden Eindruck einer längst vergangenen Epoche geben.
Moras‘ Bilder sind naturgetreu, aber nicht naturalistisch, romantisch, aber nicht süßlich oder überhöht. Schon eher haftet ihnen eine dunklere Note an, die Hans-Joachim Scheitzbach mit seinen Impressionen am Cello während der Eröffnung zum Klingen brachte.
Eine andere dunkle Note, zumindest für die Besitzer der Bilder, sprach Christina Orphal an: Einige der Bilder seien möglicherweise nicht echt. Das Museum wolle das in den nächsten vier Wochen prüfen lassen. Gleich nach der Eröffnung wurde rege diskutiert, welche Werke Fälschungen sein könnten.

Zum Thema Die Ausstellung
 Die Bilder von Walter Moras sind noch bis zum 17. Juni im Stadt- und Regionalmuseum Lübben zu sehen. Dieses ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.