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| 17:51 Uhr

Waldbrände und Naturschutz
Waldbrandschutzkonzept in der Lieberoser Heide wird ausgeweitet

Die Feuerwehr hat an einem Brandschutzstreifen am ehemaligen Truppenübungsplatz Sammelbecken mit Löschwasser aufgestellt.
Die Feuerwehr hat an einem Brandschutzstreifen am ehemaligen Truppenübungsplatz Sammelbecken mit Löschwasser aufgestellt. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Lieberose. Gute Kooperation mit unter den Partnern bei der Brandbekämpfung und Vorbeugung.

(red/kr) Bei einem der größten Waldbrände der vergangenen Jahre brannten insgesamt rund 230 Hektar im Wildnisgebiet auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberose. Die wiederholten Brände der letzten beiden Jahre und die Größe der Brandflächen verlangen nicht nur ein schnelles Handeln der Einsatzkräfte, sondern auch eine Anpassung der Waldbrandprävention rings um die Wildniszone.

Am Donnerstag,  5. Juli, ist aus unbekannter Ursache ein Großfeuer im Totalreservat und Wildnisgebiet Lieberose ausgebrochen. Schnell breitete sich das Feuer aufgrund der großen Trockenheit aus, sodass insgesamt 175 Hektar, vor allem lockere Wald- und Heideflächen, in Flammen standen. Die Flächen sind im Besitz des Landesbetriebes Forst Brandenburg und der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg und sind der Natur im Rahmen der gemeinsamen Wald-Wildnis-Strategie zur freien Entwicklung überlassen. Am Sonntag, 8. Juli, brach ein zweiter Brand auf weiteren etwa 55 Hek-
tar, angrenzend zur ersten Brandstelle, aus. Angesichts der wachsenden Ausdehnung wurden unverzüglich umfassende Löscharbeiten eingeleitet. Feuerwehr, Bundespolizei und Bundeswehr waren im Einsatz, besonders zielführend war der Einsatz von Löschhubschraubern. In der Nacht zum Dienstag, 10. Juli, konnte der Brand erfolgreich gelöscht. Im Anschluss wurde die Fläche an die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg zur Brandwache übergeben.

„Durch die zeitnahe Aufeinanderfolge und das Ausmaß der Brände war sofortiger Handlungsbedarf gegeben. Wir danken allen Einsatzkräften für das schnelle und umsichtige Handeln. Die natürliche Regeneration wird die Brandflächen schnell wieder ergrünen lassen.“, sagt Dr. Andreas Meißner, Geschäftsführer der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, „In dieser Situation wurde die sehr gute Kooperation zwischen Feuerwehr, Landesbetrieb Forst Brandenburg sowie den weiteren Akteuren mit der Stiftung deutlich.“

Diese gute Kooperation wird auch in Zukunft weiter ausgebaut. In Planung sind beispielsweise die Ausweitung der Waldbrandschutzstreifen, die Anlage von Tiefbrunnen zur standortnahen Löschwasserentnahme sowie die Aktualisierung des aktuellen Waldbrandschutzplanes.

Die Natur ist unterdessen bereits dabei, die Flächen wieder mit Leben zu füllen. Wenige Stunden nach dem Brand waren Kraniche in der Fläche unterwegs, um vor dem Feuer fliehende Heuschrecken zu erbeuten. Weiterhin zogen zahlreiche Käfer in die angekohlten Rinden der Bäume ein, deren Larven sich auch nur dort entwickeln können. Bereits jetzt findet sich frisches Grün auf der Brandfläche, denn erste Gräser und Farne bahnen sich ihren Weg. Die alsbald folgenden Neuaustriebe von Birken, Eichen und Besenheiden sind unter anderem für Rehe und Rotwild eine beliebte Nahrungsquelle.