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| 19:34 Uhr

Lage unter Kontrolle
Waldbrand in der Lieberoser Heide: „Löscharbeiten können Tage dauern“

Lieberose. In der Lieberoser Heide ist ein Ende des Feuers nicht in Sicht. Mittlerweile brennt eine Fläche in der Größe der Cottbuser Innenstadt. Ein zweiter Hubschrauber ist im Einsatz. Ein weiteres Ausbreiten des Feuers konnte am Nachmittag verhindert werden. Die Lage ist unter Kontrolle. Von Bodo Baumert und Daniel Roßbach

Es brennt weiter in der Lieberoser Heide. Auch mehr als 24 Stunden nach dem Ausbruch des Feuers am Montagmorgen bleibt die Lage in der munitionsbelasteten Heidelandschaft angespannt. Wie die Leitstelle Lausitz am Dienstagmorgen auf Nachfrage bestätigt, hat sich der Wald- und Flächenbrand auf rund 100 Hektar Fläche ausgebreitet. Das ist rund ein Quadratkilometer und entspricht etwa der Größe der Cottbuser Innenstadt zwischen Bahnhof, Altmarkt und Spree. Wie die Leitstelle Lausitz mitteilt, konnte am Nachmittag ein Ausbreiten der Flammen verhindert werden. Die Lage sei unter Kontrolle, heißt es.

Teil der Brandfläche liegt in der Roten Zone

Im Osten und Norden konnte die Ausdehnung der Brandfläche gestoppt werden. Das gab die Leitstelle am Morgen nach der Einsatzbesprechung vor Ort bekannt. Ansonsten gibt es aber wenig Grund zur Entspannung. Weiterhin sind die Einsatzkräfte mit 45 Fahrzeugen und rund 150 Personen rund um die Brandflächen aktiv. Die Wegesituation ist teils schwierig. Teile des Brandes liegen zudem in der sogenannten „Roten Zone“, in der eine Brandbekämpfung vom Boden aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist.

 Blick auf den Waldbrand in der Lieberoser Heide am Montagnachmittag.
Blick auf den Waldbrand in der Lieberoser Heide am Montagnachmittag. FOTO: Franzke/Aeroheli

Man habe die Lage nun räumlich unter Kontrolle, teilte der Einsatzleiter vor Ort, LDS-Kreisbrandmeister Christian Liebe, am Mittag mit. Löscharbeiten seien aber fast nur aus der Luft möglich. „Der Einsatz kann noch viele tage dauern“, so Liebe.

Hubschrauber löschen in der Lieberoser Heide

 Der Hubschrauber der Bundespolizei nimmt Wasser für den Einsatz über der Lieberoser Heide auf.
Der Hubschrauber der Bundespolizei nimmt Wasser für den Einsatz über der Lieberoser Heide auf. FOTO: Bundespolizeidirektion Berlin

Deshalb wurde ein zweiter Hubschrauber angefordert, der im Lauf des Tages die Löscharbeiten aus der Luft unterstützen soll. Die Bundespolizei hatte ihren Transporthubschrauber vom Typ „Super Puma“ bereits am Montagnachmittag in die Brandregion verlegt. „Der Super Puma ist mit einem Feuerlöschbehälter mit einem Fassungsvermögen von knapp 2000 Litern ausgestattet und unterstützt damit die Einsatzkräfte der Feuerwehren am Boden“, so ein Sprecher der Bundespolizei-Fliegergruppe.80 Abwürfe mit einer Wassermenge von insgesamt 144 000 Litern schaffte der „Super Puma“ am Montag.

Ein leichter Transporthubschrauber H155 mit einem Feuerlöschbehälter von knapp 800 Litern ist gegen Mittag am Einsatzort eingetroffen, bestätigte die Pressestelle am Dienstagmittag.

Ablösung aus OSL am Mittwoch geplant

Die Lieberoser Heide erneut in Flammen FOTO: LR / Daniel Roßbach

Am Boden sind seit Montag Löschmannschaften aus Dahme-Spreewald, Spree-Neiße und Cottbus im Einsatz. Sie sollen im Lauf des Tages von Kräften aus der Nachbarschaft abgelöst werden. Eine größere Ablösung ist dann am Mittwoch geplant. Nach derzeitigem Stand sollen Kräfte aus Oberspreewald-Lausitz herangezogen werden. Das ergab die Einsatzbesprechung am Morgen.

Ein Ende des Einsatzes ist unterdessen nicht in Sicht. In weiten Teilen der Lausitz gilt weiterhin die höchste Waldbrandwarnstufe 5. Nur Elbe-Elster und LDS bilden – noch – eine Ausnahme. Hier gilt Warnstufe 4.

Wind bereitet den Brandbekämpfern in der Lieberoser Heide sorgen

Nach Angaben von Raimund Engel, Waldbrandschutzbeauftragte des Landes Brandenburg, bereitet vor allem der immer wieder aufkommende Wind Sorgen. Schon ein Funke reiche wegen der Trockenheit aus, um einen Brand zu entfachen.

Am Dienstag klettern die Temperaturen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf mehr als 31 Grad, im Norden möglicherweise sogar auf bis zu 36 Grad. Am Mittwoch werden in der Region Temperaturen um 34 bis 39 Grad erwartet. Vor allem in Südbrandenburg soll es sehr heiß werden.

Keine Niederschläge in Sicht

Niederschläge seien nicht zu erwarten, teilte der Wetterdienst mit. Das trifft die ohnehin schon von der anhaltenden Dürre betroffene Lausitz hart.

Seit Jahresanfang wurden den Angaben zufolge 220 Waldbrände im Land registriert. 885 Hektar waren betroffen.

 In der Leitstelle laufen die zahlreichen Brandeinsätze zusammen.
In der Leitstelle laufen die zahlreichen Brandeinsätze zusammen. FOTO: Frank Hilbert

Weitere Waldbrände in der Lausitz

Neben dem Großbrand in der Lieberoser Heide haben weitere Waldbrände die Feuerwehr beschäftigt. Rund ein halbes Dutzend galt es von Montag auf Dienstag zu bekämpfen, unter anderem an der A13, bei Saspow und Plessa, Diese Brände seien aber unter Kontrolle gebracht. In Schwarzheide brannte am Dienstagmorgen eine Balkon.

Kurz nach 10.30 Uhr wurde ein weiterer Flächenbrand bei Schmellwitz gemeldet.

Geruch des Waldbrandes zieht bis nach Potsdam

Der Rauch des Waldbrandes bei in der Lieberoser Heide war am Dienstag auch in Potsdam zu riechen – rund 120 Kilometer entfernt. Die Warn-App Katwarn warnte vor Geruchsbelästigung.

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(mit dpa)