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Wald voller unerwarteter Begegnungen

Einen Kiefernsetzling, eingetopft von Mitarbeitern des Landesforstbetriebs, überreichte Joachim Rinza den Teilnehmern diesmal zusätzlich zur Urkunde.
Einen Kiefernsetzling, eingetopft von Mitarbeitern des Landesforstbetriebs, überreichte Joachim Rinza den Teilnehmern diesmal zusätzlich zur Urkunde. FOTO: I. Hoberg
Lieberose. Der Lieberoser Wandertag hat schon Kult-Charakter. Diesen Eindruck vermittelt nicht nur die Zahl von 132 Teilnehmern, wieder ein Rekord zum Vorjahr, sondern auch die Begeisterung der Teilnehmer, die schon berichten können, wie oft sie sich den Organisatoren vom FiZ angeschlossen haben. Ingrid Hoberg

"Folgen Sie dem Ruf der Christinas!", sagte Bürgermeisterin Kerstin Michelchen zur Eröffnung in der Mühlenstraße 20, und übergab an Christina Schmidt als Wanderleiterin und Christina Dahlitz als Chefin des FiZ. Dann eilte Kerstin Michelchen an die Kochtöpfe. Sie wollte diesmal mit ihrem Team, ihrer Familie, die Wanderer zur Mittagszeit in Goschen mit einem Vier-Gänge-Menü überraschen.

Genügend Vorsprung hatte sie, denn die Wanderer machten erst einmal die Erwärmung mit Sabine Liedtke mit. Da kommt keiner herum - die Lieberoser überraschen zwar in jedem Jahr mit einem neuen Thema (diesmal "Faszination Wald") und neuen Routen, doch es gibt auch Wiederkehrendes, auf das sich viele schon freuen. Zwischen Gymnastik und Kaffeetafel mit Urkundenausgabe liegt der flotte Schritt, den Christina Schmidt und die routinierten Wanderer vorlegen. Für Zwischenstopps sorgen dann immer die Punkte, an denen es Überraschendes zu sehen und zu hören gibt. "Sie werden den Wald bald mit anderen Augen sehen", kündigte Christina Schmidt an. Förster Detlef Balzer trug mit seinem Fachwissen dazu bei.

Am Feuerwachturm erklärte er, wie damals und heute die Beobachtungen bei Waldbrandgefahr erfolgen, er sprach über den Waldumbau, die Bekämpfung von Schädlingen. Und er wusste Frage zu Funden am Wegesrand zu beantworten - ob Butterpilze oder skelettierter Damwildkopf. Ornithologe Hagen Deutschmann erklärte, welche Vögel gerade zwitscherten. Am Friedrichstein verwoben sich Legenden und historische Ereignisse und in Goschen ließen die Wanderer zunächst die "Futterkrippe" von Familie Michelchen links liegen, um auf dem Bauernhof von Volker Schulze zu staunen, wie viel Holz er hinter dem Haus hat.

Exakt aufgeschichtet in Schobern - so wie es viele noch aus ihrer Kindheit kannten. Fast jeder hatte dazu seine eigene Geschichte dem Wandernachbarn zu erzählen.

Zwölf Kilometer legten die Wanderer diesmal zurück, ehe sie wieder im FiZ ankamen und von den elf Kuchen, die die Lieberoser Frauen gebacken hatten, keinen Krümel übrig ließen. Mancher hatte die Gelegenheit genutzt, im Kremser von Matthias Fischer mitzufahren. "Das Schönste an der Sache ist, dass alle so gut den Wandertag unterstützen", sagte Christina Schmidt am Ende.

Zum Thema:
Der Lieberoser Wandertag ist vor zehn Jahren als Teil des Spreewald-Marathons initiiert worden. Doch nach vier Veranstaltungen nahmen die Lieberoser die Sache selbst in die Hand und stellen fest, dass jedes Jahr mehr Wanderfreunde dabei sind. Auch diesmal wird es wieder einen Foto-Kalender geben. Weitere Informationen hat Christina Schmidt, Tel. 033671 2022.Den Termin des nächsten Wandertags können sich Interessierte vormerken: 5. Mai 2018.