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Von Wendenkönig, Lutkis und Mittagsfrau

Monika Schubert in ihrem Atelier in Lübben: Nur mit wenigen Strichen hat sie vorher das Motiv "Zum Wendenkönig" skizziert.
Monika Schubert in ihrem Atelier in Lübben: Nur mit wenigen Strichen hat sie vorher das Motiv "Zum Wendenkönig" skizziert. FOTO: I. Hoberg
Lübben. Die Lübbener Künstlerin Monika Schubert gibt im Wendischen Haus in Cottbus einen Einblick in ihr aktuelles Schaffen. Unter dem Titel "Sagengeburten" zeigt sie Ölgemälde und einige Arbeiten mit dem für sie neuen Material Ton. Sie ist tief eingetaucht in die sorbische/wendische Sagenwelt, die sie seit ihrer Kindheit begleitet. Ingrid Hoberg

Die vier Jahreszeiten begrüßen den Besucher im Garten an Monika Schuberts Haus. Farbenfroh gestaltete sie diese großformatigen Bilder auf haltbarem Plexiglas. Anderen Motive hat sie sich für die Ausstellung "Sagengeburten" zugewandt. Die Schlangen und ihr König, die Mittagsfrau, der Wassermann und natürlich die Lutkis "bevölkern" die Gemälde in Öl, die sie für ihre aktuelle Ausstellung gemalt hat. "Ich illustriere nicht die Sagen, ich male und der Betrachter kann dabei denken, was er will", sagt Monika Schubert. Auf der Staffelei steht wenige Tage zuvor noch ein Bild mit dem Titel "Zum Wendenkönig". "Ich suche nicht gern Arbeiten zusammen, ich arbeite lieber direkt für das Thema. Das spornt an", sagt sie und ist sich sicher, dass sie auch diesen Wendenkönig noch fertig bekommt.

Sagenfiguren begleiten sie seit ihrer Kindheit. In Niesky geboren, wächst sie mit den Geschichten der Oberlausitz auf. Von den Eltern hatte sie ein Buch mit den Sagen vom Lutki und den anderen wundersamen Erscheinungen geschenkt bekommen. Später lebt sie in Bautzen und Dresden - auch mit dem Umzug in den Spreewald bleiben die Geschichten ihr nahe. Doch ehe sie zu Bildern werden, geht Monika Schubert andere Wege. Sie studiert am sorbischen Lehrerbildungsinstitut, macht eine Ausbildung zur Musikpädagogin und arbeitet an der Kreismusikschule in Lübben als Lehrerin - die Gitarre ist ihr Fach. "Ich habe als Kind zu Hause Flöte gespielt und viel gesungen", erzählt sie. Und inzwischen nimmt sie Klavierunterricht.

Das Zeichnen ist für sie ein Hobby gewesen. In Lübben macht sie ihre ersten künstlerischen Schritte in Zirkeln bei Ingrid Groschke und Sybille Grunert. 2007 beginnt Monika Schubert ein Studium an der Akademie für Malerei in Berlin bei Ute Wöllmann, wird 2013 deren Meisterschülerin. Und sie gehört 2010 zu den Mitbegründern der Produzentengalerie ROOT am Savignyplatz in Berlin. Nicht nur dort stellt sie ihre Arbeiten aus. Unter anderem beteiligt sich Monika Schubert an der Gemeinschaftsausstellung "Signaturen" im Lübbener Rathaus, präsentiert sich in der Kleinen Galerie in Goyatz, nimmt am Tag des offenen Ateliers teil.

Für die Einzelausstellung in der Burg Friedland in diesem Jahr ist ein Katalog erarbeitet worden, der auch zur Eröffnung im Wendischen Haus in Cottbus vorliegen wird. "Der Katalog ist im Zuge eines Coaching-Lehrgangs entstanden", sagt sie. Es ist Monika Schubert gelungen, drei interessante Wortmeldungen zu ihrer Arbeit "einzufangen". Landrat Stephan Loge erzählt von einem Atelierbesuch, Landtagsabgeordnete Sylvia Lehmann bemerkt die Entwicklung der Bildsprache und Torsten Mack, Vorsitzender des Rates für Angelegenheit der Sorben/Wenden im Land Brandenburg, folgt den Spuren der Lutki. Davon wird er sicher auch in seiner Laudatio im Wendischen Haus berichten.

Zum Thema:
Die Ausstellung "Sagengeburten" wird am Donnerstag, 13. Oktober, um 19 Uhr im Klubraum des Wendischen Hauses in Cottbus, August-Bebel-Straße 82, eröffnet und ist dort bis zum 24. Februar 2017 zu sehen. Die Laudatio hält Torsten Mack, Vorsitzender des Rates für Angelegenheiten der Sorben/Wenden, die musikalische Begleitung übernimmt der sorbische Liederpoet Bernd Pittkunings.

Diese Köpfe modellierte Monika Schubert zu den Sagen vom Wassermann, über die Irrlichter und vom Schlangenkönig.
Diese Köpfe modellierte Monika Schubert zu den Sagen vom Wassermann, über die Irrlichter und vom Schlangenkönig. FOTO: M. Brunkhorst