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Von Terpt nach Kanada

Die ersten Exemplare des neuen Heimatkalenders wurden unmittelbar nach der Präsentation verkauft.
Die ersten Exemplare des neuen Heimatkalenders wurden unmittelbar nach der Präsentation verkauft. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Lübben. Der Lübbener Heimatkalender des Jahres 2018 ist da. Er ist 160 Seiten stark und enthält elf Beiträge von neun Autoren. Jetzt wurde das druckfrische Werk des Lübbener Heimatvereins präsentiert. Andreas Staindl

Die Vereinsvorsitzende Sybille Grunert hat auf der Präsentation einen kurzen Einblick in jeden Beitrag gegeben. Es sind spannende Geschichten, die von den Autoren recherchiert und aufgeschrieben wurden.

Auch eine Autobiografie ist darunter. Sie stammt von Hildegard Magdalena Boleszczuk, geborene Lill. Die Seniorin wurde am 7. April 1928 in Terpt (Stadt Luckau) geboren, lebte mit ihren Eltern in einem Haus in der Kastanienallee 3 in Lübben und ist 1951 mit ihrem Mann nach Kanada ausgewandert.

An ihre alte Heimat denke sie noch oft zurück. Die Verbindung ist nie abgerissen. Auch, weil sie die Lübbener Heimatkalender jährlich zugeschickt bekommt. Als Dank dafür durfte der Heimatverein einen Teil ihrer Autobiografie im neuen Heimatkalender veröffentlichen.

Rolf Ebert gehört zu den Stamm-Autoren des kleinen Büchleins. Er ist diesmal mit zwei Beiträgen vertreten. In einem erinnert er daran, wie vor 100 Jahren der Erste Weltkrieg beendet wurde und in Lübben der Arbeiter-und Soldatenrat entstand, im anderen an die 50-jährige Geschichte der Kleingartenanlage "Eichengrund" in der Kreisstadt.

Auch Helmut Haß hat zwei Beiträge für den neuen Lübbener Heimatkalender geschrieben. Er berichtet von den Anfängen des Fotografenhandwerks in Lübben und macht zudem auf ein Epitaph aufmerksam, das bei Schachtarbeiten rund um die Paul-Gerhardt-Kirche freigelegt wurde. Die frühbarocke Gedenktafel ist Gottfried Büßer gewidmet, der 1650 verstorben ist. Sie hat seit Ende des vergangenen Jahres ihren Platz an der Kirche rechts hinter dem Turmaufgang.

Bodo Liebert hat sich mit dem Wiederaufbau des Gesundheitswesens ab 1945 in Lübben und Bernd Blume mit der Kirchstraße beschäftigt. Eckart Maziul erinnert mit seinem Beitrag daran, dass das Wohnhaus inklusive der Werkstatt des Malermeisters Richard Groschke in der Kirchstraße 1945 zerstört wurde, die Eigentümer es gern wieder aufgebaut hätten, es aber nicht durften. Die Behörden hatten etwas dagegen.

Thomas Mietk steuerte erneut einen Beitrag über seinen Heimatort Radensdorf für den Heimatkalender bei. Er hat diesmal Interessantes aus den Jahren 1960 bis 1989 zusammengetragen. Rudolf Bönisch hat sich mit Ausstattungsstücken in der Paul-Gerhardt-Kirche beschäftigt, etwa mit dem Altar, der Kanzel und dem Taufstein. Und Friedrich Boettcher befasst sich in seinem Beitrag mit dem Biber.

Sybille Grunert dankte allen Autoren für ihre spannenden Beiträge, die durch historische Fotos noch interessanter werden. Die Malerin selbst hat erneut die Umschlagsgestaltung des kleine Büchlein realisiert.

Insgesamt 500 Exemplare des Lübbener Heimatkalenders 2018 wurden vorerst gedruckt. Sie sind am Stand des Heimatvereins während des Spreewaldfests in der nächsten Woche erhältlich. Auch in der Buchhandlung und im Schreibwarenladen in der Kreisstadt werden Exemplare angeboten.