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Von barocker Musik ergriffen

Der gebürtige Lübbener Robert Lillinger (27) ist Intendant und künstlerischer Leiter des neuen Festivals "Femubaf", das an historischem Schauplatz in Wien im Schlosstheater Schönbrunn eine französische Barockoper auf die Bühne bringt. Premiere hat "Idoménée" am Sonntagabend.
Der gebürtige Lübbener Robert Lillinger (27) ist Intendant und künstlerischer Leiter des neuen Festivals "Femubaf", das an historischem Schauplatz in Wien im Schlosstheater Schönbrunn eine französische Barockoper auf die Bühne bringt. Premiere hat "Idoménée" am Sonntagabend. FOTO: Agentur
Lübben/Wien. Lübbener Robert Lillinger dirigiert und leitet in Wien ein neues Festival. Premierengast wird auch sein Vater Rainer Lillinger sein, als Musiklehrer im Spreewald tätig. Ingrid Hoberg

Wenn der Name Robert Lillinger fällt, dann erinnern sich Musikfreunde im Spreewald an Konzerte des Pianisten im Lübbener Wappensaal. Oder sie waren dabei, als 2012 vor dem Schloss Lübbenau Mozarts Zauberflöte Open Air aufgeführt wurde und der junge Mann das Orchester Filharmonia aus Zielona Gora dirigierte. Robert Lillinger war zeitig erfolgreich bei Klavier- und Kompositionswettbewerben.

Seit seinem Musikstudium ist Wien die Stadt, in der er mit Begeisterung musiziert, dirigiert, wissenschaftlich arbeitet und lebt. Und Robert Lillinger ist Mitbegründer der Lobkowitz Gesellschaft, die in diesen Tagen ein neues Festival präsentiert. Unter dem Signet "Femubaf: Le Festival de la Musique Baroque Française” wird am Sonntag die Barockoper "Idoménée" von André Campra im Schlosstheater Schönbrunn Premiere haben. Regie führt Reinhard Hauser, ein renommierter österreichischer Theatermann. Die künstlerische Leitung für dieses neue Festival liegt in den Händen von Robert Lillinger. Und er wird bei den Aufführungen das Bachconsort leiten, das auf historischen Instrumenten spielt. Es soll der historischen Aufführungspraxis so nahe wie möglich gekommen werden.

Dass er in jungen Jahren solch eine große Aufgabe übernommen hat, beeindruckt. Robert Lillinger hat sie sich selbst gestellt. "Ich habe im Studium verschiedene Stile kennengelernt und festgestellt, dass der französische Barock zu kurz kommt", sagt er. Auch in der an Festivals reichen Musikstadt Wien sei das bisher eine Lücke. Und diese soll "Femubaf" schließen - nicht nur in dieser Saison. Seit Oktober 2015 sei an dem Konzept des neuen Festivals gearbeitet worden.

Während für die erste Ausgabe die Proben liefen und nun die Premiere heran ist, denkt der Intendant schon weiter - an 2018. Das Festival soll sich weiterentwickeln, konzeptionell und organisatorisch. "Jetzt müssen wir die Wahl fürs nächste Jahr treffen - gute Sänger sind langfristig ausgebucht", erklärt er. Auf die Auswahl legt er großen Wert - es sucht Muttersprachler, die das Altfranzösisch entsprechend interpretieren können.

Robert Lillinger hat mit diesem Festival Verantwortung nicht nur für seine eigene künstlerische Arbeit übernommen, er steht für das Gesamtwerk ein. Dass ihm dies gelingen möge, ist nicht nur der Wunsch von Rainer Lillinger, der als Vater das Anliegen unterstützt und begleitet und als Musiklehrer die Leistung würdigen kann. Der amerikanische Pianist und Liedbegleiter Irwin Gage stellte bereits 2011 zu Robert Lillinger fest: "Seine Intelligenz, seine musikalische Neugier und starke Fähigkeit, Initiative zu ergreifen und erfolgreich mit Sängern zu arbeiten und zu musizieren, prädestinieren Robert Lillinger als Liedbegleiter und Pädagoge für das Fach Liedinterpretation."

Nach der Premiere am Sonntagabend steht "Idoménée" am 20., 21., 23., 24. und 25. Juni noch einmal auf dem Programm in Schloss Schönbrunn.

Zum Thema:
"Femubaf: Le Festival de la Musique Baroque Française” findet vom 18. bis 25. Juni statt. Aufführungsort ist ein Originalschauplatz des 18. Jahrhunderts, das Schlosstheater Schönbrunn, in dem schon Haydn, Mozart und Gluck eigene Werke zur Uraufführung brachten. Robert Lillinger hat international tätige Sängerinnen und Tänzer gewonnen, die instrumentale Umsetzung der Oper "Idoménée" von André Campra erfolgt auf historischen Instrumenten, gespielt vom Bachconsort, dirigiert von Lillinger. www.femubaf.com