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| 01:38 Uhr

Vom Leuthener See nach „Berlin am Meer“

Axel Schreiber.
Axel Schreiber. FOTO: pr
Groß Leuthen, Hannover, Los Angeles, Berlin – das ist der Weg von Axel Schreiber. 1980 in Märkische Heide geboren, studierte er an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und absolvierte ein Schauspiel-Training in Los Angeles. Nun lebt er in Berlin, besucht seine Heimat und erwartet den Start seines jüngsten Kino-Projekts „Berlin am Meer“ , in dem er eine der Hauptrollen spielt, am 10. Januar. pr


Was verbinden Sie mit ihrer Heimat„
Ich wollte schon als Kind Schauspieler werden, wollte immer in die große Welt, „big cities“ sehen. In Hannover, später in Berlin habe ich unsere Region schätzen gelernt, habe erkannt, was ich an ihr liebe. Die Ruhe, die Natur habe ich in diesen Jahren wiederentdeckt. Vom Haus meiner Eltern in Groß Leuthen kann ich direkt auf das Schloss sehen. Wenn ich dort bin, laufe ich fast immer eine Runde um den See. Im Winter kann man im Schnee seine eigenen Schritte hören, das liebe ich total. In Berlin achte ich darauf, eine Wohnung in einer ruhigen Gegend zu haben, so wie jetzt in Prenzlauer Berg, ein paar Minuten mit dem Fahrrad entfernt vom Kiez.

Sie sind in Groß Leuthen aufgewachsen“
Ja, und dort zur Schule gegangen. Später habe ich im Paul-Gerhardt-Gymnasium in Lübben mein Abitur gemacht. Wenn ich hier bin, besuche ich oft die Malerin Sylvia Matthes. Auch sie hat mir ein Stück Heimat gegeben.

Waren Sie Weihnachten hier„
Ja, unter anderem auch im La Casa. Letztlich habe ich durch meinen Job, der viel Zeit in Anspruch nimmt, nicht mehr so viele Verbindungen nach Lübben und Groß Leuthen. Aber ich finde es total cool, dass sich die Menschen hier dafür interessieren, was ich mache. Das bekomme ich über meine Eltern mit. Ich mache auch immer Werbung für den Spreewald und seine Angebote, zum Beispiel paddeln gehen auf der Spree.

Wo feiern Sie Silvester“
In Berlin. Ich habe es bisher fast jedes Jahr geschafft, irgendwo auf einem Dach zu sitzen und den Überblick zu haben über die ganzen Bezirke. Wenn dann um Mitternacht alle anfangen zu knallen, ist es extrem krass. Selbst London, wo ich in einem Jahr war, reicht da nicht heran.

Spiegelt ihr Film „Berlin am Meer“ , diesen Spagat zwischen Ruhe auf dem Land und pulsierender Kreativität in der Metropole„
Nein, Ruhe kommt da eigentlich nicht vor. Es geht um das, was Studenten einen Sommer lang in dieser Stadt erleben, um Partys, egal wann und wie lange, um ein ungeregeltes, spontanes Leben, um Liebe und Verrat unter Freunden.

Wie lange haben Sie gedreht“
Die reine Drehzeit war etwa einen Monat lang. Es war schon sehr speziell, weil vorher und nachher wirklich Sommer war. Während unseres Drehs aber war es regnerisch und kalt. Gleich am ersten Drehtag ging es um 4 Uhr morgens los. Wir driften auf einem Floß durch die Stadt, an all den tollen Sehenswürdigkeiten vorbei, haben gute Laune. Es soll eine Sommernacht rüberkommen, also die Jungs alle im T-Shirt, nichts drunter. Dabei waren es gefühlte Minusgrade, das war schon hart. Gehört aber zu meinem Job.

Inwiefern hat Sie der Spreewald für Ihren Schauspiel-Beruf geprägt?
In Groß Leuthen hatte ich ein sehr geregeltes Leben, jetzt als Schauspieler ist es sehr ungeregelt. Ich weiß heute nicht, was ich morgen machen werde, kann wochenlang aufstehen, wann ich will. Doch dann gibt es wieder Monate, in denen es nichts als Arbeit, Arbeit, Arbeit gibt mit Nachtdrehs und Aufstehen früh um fünf. Ich genieße dieses ungeregelte Leben, die Kreativität und die großen Möglichkeiten in Berlin. Aber manchmal habe ich die Schnauze voll, will nur Ruhe, und dann reicht mir der Park bei mir um die Ecke nicht mehr, in dem ständig gegrillt wird. Wenn man dagegen bei uns im Spreewald rausfährt, findet man unendlich Ruhe und Freiheit.

Mit Axel Schreiber
sprach Ingvil Schirling