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| 17:32 Uhr

Viele Ideen
Vom Grillplatz bis zur Skateranlage

Lübben-Nord ist gekennzeichnet von Wohnblöcken wie diesem. Aus dem Quartier soll ein lebenswertes Viertel werden. Deshalb beantragt die Stadt Fördermittel, die über zehn Jahre mit einer Summe von insgesamt zehn Millionen Euro ausgereicht werden könnten, wenn sie bewilligt werden.
Lübben-Nord ist gekennzeichnet von Wohnblöcken wie diesem. Aus dem Quartier soll ein lebenswertes Viertel werden. Deshalb beantragt die Stadt Fördermittel, die über zehn Jahre mit einer Summe von insgesamt zehn Millionen Euro ausgereicht werden könnten, wenn sie bewilligt werden. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben. Für Umbau und Weiterentwicklung von Lübben-Nord gibt es viele Ideen. Die Stadt beantragt Fördermittel. Stadtverordnete wollen aber genau wissen, was wann passieren soll. Von Ingvil Schirling

Der Stadtumbau von Lübben-Nord wird vorbereitet. Die Verwaltung hat im Hauptausschuss am Montag den Antrag vorgestellt, mit dem sie sich um Fördermittel bewerben will. Die hat die Spreewaldstadt durchaus in Aussicht, doch zuvor müssen die Stadtverordneten den umfangreichen Antrag noch bestätigen. Dem wird wohl wenig im Wege stehen. Doch im Hauptausschuss wurde trotzdem heiß diskutiert. Im Kern bestanden vor allem Jens Richter (CDU/Grüne) und Peter Rogalla (Die Linke) darauf, über die weiteren Planungen informiert zu werden.

Zunächst aber machte Frank Neumann als Fachbereichsleiter Bau darauf aufmerksam, wie schnell sich in Lübben die Prämissen geändert hatten. Noch 2011 war von einem Rückbau wegen des prognostizierten hohen Leerstands ausgegangen worden. Erst 2017 kamen ihm zufolge erste Überlegungen an einen Stadtumbau auf. Inzwischen stehen die Zeichen eindeutig auf der Entwicklung des Gebiets. Seit 2014 wächst der Einwohneranteil in Lübben-Nord stetig, der Altersdurchschnitt sinkt. Knapp 2000 Männer, Frauen und Kinder leben dort. Bis 2030 werden mehr als 200 weitere Einwohner in diesem Bereich erwartet – durch Zuzug und Geburten.

Dieser erstreckt sich von der Kita Spreewald am Lübbener Beethovenweg über die Eckpunkte Goethestraße und Eichengrund, pa-
rallel zur Hartmannsdorfer Straße einschließlich der Neubauten bis etwa Höhe Paul-Gerhardt-Gymnasium zur B115, entlang der Berliner Chaussee hinter der Liuba-Grundschule wieder bis zur Kita.

Entsprechend zum Förderprogramm bestehen fünf Leitlinien, an denen sich der Stadtumbau orientieren soll. Es geht darum, den Wohnstandort zu stärken und um Klimaschutz, soziale Infrastruktur, ressourcenschonende Mobilität und mehr Gemeinschaft auszubauen.

Dafür hatte die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit Einwohnern und dortigen Akteuren fast 40 Projekte zusammengetragen, vom Grillplatz bis zur Skateranlage, mit einem theoretischen Gesamtumfang von 30 Millionen Euro. Ein Drittel müsste die Stadt als Eigenanteil bezahlen, ein Drittel käme vom Land, ein Drittel vom Bund. Das alles jeweils in Jahresscheiben von einer Million Euro über zehn Jahre.

Knackpunkt der Diskussion war vor allem die Frage, wie festgeschrieben diese Projekte sind. „Wir beschließen zwar die Antragsstellung, aber es ist kein Dogma, dass es auch so werden muss“, stellte Bürgermeister Lars Kolan (SPD) zwar gleich zu Anfang klar. Doch so ganz konnte er zunächst nicht überzeugen. Peter Rogalla sprach das Beispiel des angedachten Garagenabrisses am Eichengrund an. „Wir haben jetzt schon eine Stellplatznot vor Ort. Wie sollen wir das vermitteln?“, fragte er. Er habe ein ungutes Gefühl, sich zu dem Gesamtpaket zu bekennen, und befürchte, dass „wir uns dann mit Tatsachen konfrontiert werden.“

Jens Richter warb mehrfach intensiv dafür, „uns mitzunehmen“. Wolfram Beck (Pro Lübben) sagte: „Wenn wir hiermit die Voraussetzungen schaffen, in das Förderprogramm aufgenommen zu werden, habe ich kein Problem. Wenn wir uns dogmatisch festlegen, habe ich damit große Bauchschmerzen.“

Frank Neumann versicherte, dass bis zur Realisierung noch eine Zielplanung mit der Durchführung und Umsetzung vorgelegt wird und die Stadtverordneten auch über die Haushaltsplanung Kontrolle darüber hätten, welche Projekte in welcher Form umgesetzt würden. Die Entscheidung fiel am Ende einstimmig, nur Peter Rogalla enthielt sich.