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| 19:40 Uhr

Vollsperrung der B 87
Einbahnstraße zur Vollsperrung: Heilt nicht, aber lindert

 Die neu während der Vollsperrung eingeführte Einbahnstraßenregelung sorgt für Erleichterung. Doch an der Kreuzung Lohmühlengasse/Hauptstraße hat sich ein neuralgischer Punkt ergeben. Am Donnerstagvormittag bildeten sich hier längere Warteschlangen – mit kreativen Lösungsansätzen.
Die neu während der Vollsperrung eingeführte Einbahnstraßenregelung sorgt für Erleichterung. Doch an der Kreuzung Lohmühlengasse/Hauptstraße hat sich ein neuralgischer Punkt ergeben. Am Donnerstagvormittag bildeten sich hier längere Warteschlangen – mit kreativen Lösungsansätzen. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben. Noch bis 12. Mai müssen Autos durch das Nadelöhr Innenstadt. Grund sind die Bauarbeiten am Ernst-von-Houwald-Damm. Neu ist ein Stück Richtungsverkehr – eine Zwischenbilanz. Von Ingvil Schirling

So mancher Autofahrer dürfte sich zu Wochenanfang verwundert die Augen gerieben haben. Wo normalerweise durchgefahren werden kann, stehen zwei große, rote Schilder mit weißen Balken: Einbahnstraße.  Die Hauptstraße ist derzeit nur in West-Ost-Richtung befahrbar, alle anderen Straßen in der City weiterhin in beide Richtungen.

Damit ist ein Kompromiss gefunden. Bei der ersten Vollsperrung im Oktober war eine Einbahnstraßenregelung bereits gefordert worden, damals allerdings über die Post- und Kirchstraße auch in Ost-West-Richtung.

Es ist ein Test

Mit dem jetzt eingeschlagenen Mittelweg „wollten wir ausprobieren, ob der Verkehr durch diese Regelung etwas flüssiger gehalten werden kann“, informiert die Stadtverwaltung mit Blick auf absehbare weitere Vollsperrungen beim Ausbau des Houwald-Dammes.

Das war im Herbst auch schon von Reinhard Krüger und Jens Richter gefordert worden, beide Stadtverordnete der Linken beziehungsweise von CDU/Grüne und ehemalige beziehungsweise aktive Polizisten.

An den damals vorgetragenen Argumenten gegen den Einbahnstraßenvorschlag aus dem Herbst hat sich im Kern nichts geändert. Einer der Haupt-Hinderungsgründe war die Befürchtung, Busse könnten auf den Aufpflasterungen an der Hauptstraße aufsetzen. „Das ist auch immer noch so“, informiert Sprecherin Dörthe Ziemer aus der Stadtverwaltung. Weil nur die Hauptstraße Richtungsverkehr hat, nicht aber die Poststraße und Am kleinen Hain, können sie in Ostrichtung diese nehmen.

Kompromiss ermöglicht kurze Wege

Argument zwei aus dem Herbst, die Einbahnstraßenregelung würde nur noch mehr Verkehr produzieren, gelte ebenfalls weiter, wird allerdings durch den Kompromiss entschärft. Kurze Wege sind über die Querverbindungen direkt am Markt möglich.

Der befürchtete „Schilderwald“ war Argument Nummer drei. Die jetzige Lösung erforderte zwölf zusätzliche Schilder, informiert die Verwaltung. Dass auch Radfahrer die Einbahnstraße nutzen müssen, wurde damals ebenfalls als Nachteil gesehen. Doch in der Praxis nutzen viele weiterhin schlicht die Gehwege.

„Nicht in die Schublade“

Der gefundene Kompromiss, nur die Hauptstraße in den Richtungsverkehr zu nehmen, kommt gut an. „Ich finde, der muss auch nach der Vollsperrung gar nicht mal für immer in einer Schublade verschwinden“, sagt die Lübbenerin Martina Bleicher. Sie rief aber eigentlich in der LR-Redaktion an, um ein dickes Dankeschön in Richtung Polizei auszusprechen. „Mit ganzem Körpereinsatz, Mimik, Gestik und sehr souverän“ regelt diese am Brückenplatz den Verkehr, wenn es notwendig wird, zum Beispiel zu den Hauptverkehrszeiten, hat sie beobachtet. „Ohne sie und ohne die Einbahnstraße wäre das Chaos sehr viel größer“, schätzt sie ein.

„Geduld muss man zeitweise schon mitbringen“, sagt Polizeisprecherin Ines Filohn, die am Mittwochabend durch die Kreisstadt fuhr. Doch positiv sei, „dass Autofahrer Rücksicht nehmen“, schätzt sie ein, „und auch mal jemanden reinlassen, der in dem Moment eigentlich nicht Vorfahrt hat“.

Deutlich weniger Unfälle

Direkten Einblick hat Lübbens Revierleiter Wolfgang Kautz. Zum Ende der Vollsperrungs-Woche bilanziert er: „Im Gegensatz zur ersten Sperrung und durch das Einbahnstraßensystem läuft der Verkehr wesentlich vorzüglicher.“ Bisher habe es auch deutlich weniger Unfälle gegeben, die im Herbst zusätzlich zu langen Staus geführt hatten. Er nennt insgesamt sieben während der damaligen Sperrung, darunter einen „Spiegelklatscher“ in der engen Hauptstraße.

Phasen, in denen der Verkehr stockt, gibt es auch jetzt. Doch der Richtungsverkehr in der Hauptstraße wird als entlastend eingeschätzt. Und das verwunderte Augenreiben über die Einbahnregelung dürfte sich längst gelegt haben.

 Voilà! Die neue Mittelinsel für die B87 ist sichtbar. Der Houwald-Damm wird derzeit mit zwei Inseln ausgebaut, diese entsteht zwischen Museum einerseits und Amtsgericht sowie Kreisverwaltung andererseits. Noch bis Ende der Woche ist der Bauabschnitt voll gesperrt. Der Verkehr muss ein zweites Mal durch das Nadelöhr Innenstadt - doch es gibt eine überraschende Veränderung.
Voilà! Die neue Mittelinsel für die B87 ist sichtbar. Der Houwald-Damm wird derzeit mit zwei Inseln ausgebaut, diese entsteht zwischen Museum einerseits und Amtsgericht sowie Kreisverwaltung andererseits. Noch bis Ende der Woche ist der Bauabschnitt voll gesperrt. Der Verkehr muss ein zweites Mal durch das Nadelöhr Innenstadt - doch es gibt eine überraschende Veränderung. FOTO: LR / Ingvil Schirling