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| 16:45 Uhr

Verkehr
Zähfließend bis stockend

Der Brückenplatz wird zum Nadelöhr. Hier muss die Polizei zeitweise eingreifen und den Verkehr regeln. Die Bundesstraße B 87 in Lübben ist entlang des Houwald-Damms zurzeit gesperrt, was in der City immer wieder für Wartezeiten sorgt.
Der Brückenplatz wird zum Nadelöhr. Hier muss die Polizei zeitweise eingreifen und den Verkehr regeln. Die Bundesstraße B 87 in Lübben ist entlang des Houwald-Damms zurzeit gesperrt, was in der City immer wieder für Wartezeiten sorgt. FOTO: LR / Liesa Hellmann
Lübben. Vollsperrung der B 87 sorgt in Lübbens City zeitweise für Stau und auch für neue Regelung. Von Ingvil Schirling und Liesa Hellmann

Die Sperrung der Bundesstraße B87 entlang des Houwald-Dammes hat zu den erwarteten Verkehrsproblemen geführt. Zahlreiche Fahrzeuge müssen durch die Innenstadt. Als neuralgische Punkte erwiesen sich vor allem die beiden Kreuzungen links und rechts des Brückenplatzes.

Die Sperrung der B 87 ist erforderlich, weil noch bis zum 13. Oktober eine zweispurige Baustraße errichtet wird. Zwischen Wehr und Reutergasse wird der Houwald-Damm ausgebaut und mit zwei Querungsinseln versehen.

Die überörtliche Umleitung vor allem für die schweren Lkw führt seit dieser Woche durch den Unterspreewald. Doch Lieferfahrzeuge und der örtliche Verkehr fahren weiterhin durch Lübben.

Das geht zeitweise einigermaßen flüssig. „Unter Beachtung der Verhältnisse läuft es im Großen und Ganzen recht gut“, schätzt Dieter Dünnbier vom LDS-Straßenverkehrsamt ein. Doch er bestätigt ebenso, dass sich der Verkehr zeitweise innerhalb von Minuten zu langen Schlangen verdichtet, stockt und zeitweise zum Erliegen kommt. Donnerstagnachmittag und Freitagfrüh beispielsweise, aber auch Freitagmittag ging es nur im Schneckentempo vorwärts. Die Gründe sind zum einen die kurze Linksabbiegerphase am Brückenplatz, die aber aufgrund der Sperrung von weit mehr Autos als gewöhnlich genutzt werden muss. Dort greift derzeit die Polizei ein, wenn es stockt. „Ihre Signale haben Vorrang“, erinnert Dünnbier an die Straßenverkehrsordnung, „und sie sind zu respektieren“. Bedauerlicherweise sei es dabei kurzzeitig sogar zu Pöbeleien gekommen, berichtet er.

Zum anderen sorgte die Rechts-vor-links-Regelung an der Kreuzung Brückenplatz-Hauptstraße- Brau­hausgasse für Wartezeiten. Daher hat das Straßenverkehrsamt nun das Linksabbiegen vom Brückenplatz in die Brauhausgasse Richtung Kino untersagt. So soll auch dieser Punkt entschärft werden.

Zu Rückstaus führte beispielsweise auch die Panne eines Entsorgungs-Lkws in der Hauptstraße am Donnerstagnachmittag. Er konnte sich zwar in eine Parklücke retten, verengte die Durchfahrt aber dennoch.

Bei den betroffenen Lübbenern war die Stimmung gemischt. Oberforstrat Jörg Dunger (53) war krankheitsbedingt zu Fuß unterwegs. „Meine Frau arbeitet in Calau, und es ist für sie eine große Einschränkung. Ich nehme zurzeit den Bus zum Bahnhof, der allerdings im Moment nicht verlässlich fährt, weil er genauso im Stau steht.“ Aus Sicht des Landesbetriebs Forst sagte er: „Wir müssen mit den Traktoren nun weite Umwege fahren. Das sind starke Einschränkungen. Landnutzer fallen bei den Überlegungen hinten runter.“

Heike Baumgarten (53) aus Lübben schätzte ein: „Das Problem ist hausgemacht. Es gibt drei Straßen, an denen das Vorfahrtsrecht beachtet werden muss, deshalb staut es sich so. Dass die Polizei nun den Verkehr regelt, finde ich richtig gut.“ Durch die Stadtmitte würde sie derzeit selbst mit dem Fahrrad nicht fahren. „Das wäre mir mit den ganzen Autos zu riskant.“

Nadine Wolff aus Lübben, ebenfalls Radfahrerin, kam hingegen „gut durch. Wenn man Veränderungen möchte, gehören bestimmte Sachen eben dazu. Da muss man jetzt einfach durch.“

Jörg Dunger sieht große Einschränkungen.
Jörg Dunger sieht große Einschränkungen. FOTO: LR / Liesa Hellmann
Heike Baumgarten findet gut, dass die Polizei den Verkehr regelt.
Heike Baumgarten findet gut, dass die Polizei den Verkehr regelt. FOTO: LR / Liesa Hellmann