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| 15:00 Uhr

Artenvielfalt
Volksinitiative legt in Lübben Mosaikstein für Artenvielfalt

 Im Lübbener Rathaussaal kamen kürzlich Naturschützer zusammen, ob beruflich oder ganz privat. Ihr Thema war die Artenvielfalt. Eingeladen hatte der Nabu.
Im Lübbener Rathaussaal kamen kürzlich Naturschützer zusammen, ob beruflich oder ganz privat. Ihr Thema war die Artenvielfalt. Eingeladen hatte der Nabu. FOTO: Nabu / Isabel Hiekel
Lübben. Verschiedene Tierarten sind bereits verschwunden.

Zu einer Unterstützungsveranstaltung hatte der Nabu-Kreisverband Spreewald für die brandenburgische Volksinitiative für mehr Artenvielfalt eingeladen. Rund 50 Gäste kamen ins Rathaus, um sich einerseits über den Stand der Dinge zu informieren und sich andererseits mit ihrer Unterschrift hinter die Initiative zu stellen.

Die Naturfotografin Annelie Krämer von der Fachgruppe Entomologie des NABU Berlin war eine der Vortragenden. „Insekten haben sich seit 240 Millionen Jahren auf der Erde entwickelt. Und der Mensch hat in nur 100 Jahren geschafft, dass sie kurz vor der Ausrottung stehen. Mit fatalen Folgen: Sterben die Insekten, stirbt auch der Mensch“, alarmiert sie.

Zuvor hatte der Nabu-Landesvorsitzende Friedhelm Schmitz-Jersch in einer Videobotschaft herausgestellt, dass die Veränderungen in der Landnutzung und der hohe Pestizideinsatz hauptursächlich für den Rückgang der Artenvielfalt seien, heißt es in einer Pressemitteilung des Nabu-Kreisverbands. „Insbesondere in den vergangenen 25 Jahren ist auch in Brandenburg ein massiver Rückgang von Arten der Agrarlandschaft festzustellen“, berichtete wiederum Isabell Hiekel. „Der Verlust unserer biologischen Vielfalt ist längst kein Nischenthema mehr. Etwa die Hälfte der brandenburgischen Käfer-, Schmetterlings- und Hautflügerarten (auch Wildbienen) sind inzwischen bestandsgefährdet. Bei den Vögeln der Agrarlandschaft und den Amphibien sieht es ähnlich aus.“

Der bekannte „Storchenvater“ Arnulf Weingardt ergänzte, dass neben Fröschen und Schlangen besonders Lerchen, Bekassinen oder Kiebitze so gut wie verschwunden seien. Auch der Brutbestand des Weißstorchs im Spreewald sei in den vergangenen zehn Jahren um 30 Prozent zurückgegangen. Auch der Storch lebt neben Amphibien von Insekten, besonders von Heuschrecken.

Mit der Volksinitiative fordern die Initiatoren der Mitteilung zufolge unter anderem, dass in Naturschutzgebieten und FFH-Gebieten sowie in noch einzurichtenden, zehn Meter breiten Gewässerrandstreifen, keine Pestizide eingesetzt werden dürfen. Landeseigene Flächen sollen naturverträglich bewirtschaftet werden. In Kommunen sollen weniger Pflanzenschutzmittel und insektenfreundlichere Beleuchungsanlagen zum Einsatz kommen. Zudem sollen naturverträgliche Wirtschaftsweisen besser honoriert werden, fordern die Vertreter von NABU und BUND.

Die Volksinitiative will bis zur Landtagswahl am 1. September 25 000 Unterschriften sammeln, und damit Gesetzesänderungen im nächsten Landtag zum Erhalt der Artenvielfalt einzufordern. Mit einigen davon wurde dafür in Lübben ein Mosaikstein gelegt. Weitere Infos gibt es unter www.artenvielfalt-brandenburg.de.

 Kiebitze sind Naturschützer Arnulf Weingardt zufolge selten geworden in der Region.
Kiebitze sind Naturschützer Arnulf Weingardt zufolge selten geworden in der Region. FOTO: Matthias Kober
 Im Lübbener Rathaussaal kamen kürzlich Naturschützer zusammen, ob beruflich oder ganz privat. Ihr Thema war die Artenvielfalt. Eingeladen hatte der Nabu.
Im Lübbener Rathaussaal kamen kürzlich Naturschützer zusammen, ob beruflich oder ganz privat. Ihr Thema war die Artenvielfalt. Eingeladen hatte der Nabu. FOTO: Nabu / Isabel Hiekel
 Kiebitze sind Naturschützer Arnulf Weingardt zufolge selten geworden in der Region.
Kiebitze sind Naturschützer Arnulf Weingardt zufolge selten geworden in der Region. FOTO: Matthias Kober