Aufs Rad und los – ein schönes Vorhaben für eine virtuelle LR-Sommertour. Statt durch den Spreewald, wo sich derzeit viele Touristen tummeln, geht die Frage nach einer interessanten Route in diesem Jahr an die Gemeinde Märkische Heide. Ilka Paulick vom Tourismusbüro in der Gemeindeverwaltung empfiehlt eine Rundfahrt.

Knotenpunkte als gute Wegweiser

Start ist in Pretschen am Landgut. Wer das Rad im Auto mitbringt, findet vor dem Gasthaus Döring oder bei Landbäckerei Schulze einen Abstellplatz. Allein, zu zweit oder in Familie geht es nun los zum ersten Knotenpunkt. Auf rotem Schild prangt gut lesbar die weiße 48. Die Übersichtskarte zeigt mit 47, 46 und 96 die anderen Knotenpunkte der rund 18 Kilometer langen Tour auf. Auch ohne mitgebrachte Karte sollte es also kein Problem sein, den Weg durch die Wälder zwischen dem Neuendorfer und dem Kleinen Kossenblatter See zu finden.

Lohnender Abstecher nach Plattkow

Eichen säumen die Straße. Asphalt erleichtert das vorwärtskommen. So wird es auch bleiben, denn der Spreeradweg zwischen Werder und Alt-Schadow sei gerade fertig geworden, so Ilka Paulick. Nur wer auf den Abstecher nach Plattkow verzichtet, muss einen geschotterten Waldweg in Kauf nehmen. Überlegen sollte man sich dies jedoch, denn der kleine Ort birgt etwas Einmaliges. Auf dem Friedhof ist eine historische Gräberfläche erhalten geblieben. Die Inschriften erlauben einen Einblick in die Bestattungskultur vor rund 100 Jahren.
Die Fahrt geht weiter über schattige Wege. Oft schirmt der Wald auch den Wind ab. Erst vor Werder fällt der Blick wieder auf die weiten Wiesen entlang der Spree. Für eine echte Überraschung sorgt die Spreebrücke Werder. Sie ist vollständig aus Holz gebaut. Wie die Infotafel verrät, wurden dafür Basralocus und Bongossi verwendet, Hölzer die aus Kamerun stammen und besonders fest und widerstandsfähig sind. Deshalb soll die Brücke 50 bis 70 Jahre halten. Eine ähnlich lange Lebensdauer hat auch eine Brücke aus Stahlbeton. Am Spreewaldhotel in Werder biegt man links ab. Und am Ortsende – in Sichtweite des Wasserrastplatzes – beginnt die neue Fahrradstraße.

Natur pur – fast ohne fremde Radler

Gemütlich geht es durch den Kiefernwald auf einem ebenmäßigen Asphaltband. Andere Radfahrer sind rar. Auf der gesamten Rundfahrt begegnen der Redakteurin nur elf Personen. Dafür kommt ab und zu die mäandernde Spree rechts des Weges in den Blick. Wer Natur pur genießen will, sollte hier eine Pause einlegen. Buchfink, Pirol und Goldammer flöten ihren Ruf durch den Wald. Vor Alt-Schadow radelte man schließlich an Feldern entlang. Gegenüber wächst hinter dem Wildzaun ein neuer Mischwald heran – Lärchen, Kiefern und dazwischen Eichen, Birken und Holunder.

Füße kühlen an der Kesselschleuse

In Alt-Schadow angekommen, wendet man sich nach links. Hier lohnt ein Abstecher zur 1911 gebauten Kesselschleuse. Im vergangenen Jahr wurde sie restauriert und erlaubt es Wassertouristen nun wieder vom Neuendorfer See zum Schwielochsee zu gelangen. Direkt an der Spree lädt ein Unterstand zum Verweilen ein. Wer möchte, kann am Steg auch die Füße in der Spree abkühlen.
Gestärkt beginnt nun die letzte Etappe. Hat man die Kläranlage am Rand des Ortes passiert, kann man sich ganz allein dem Duft des Kiefernwaldes hingeben. Gelb blühen am Wegesrand Johanniskraut, Königskerze und Sand-Strohblume. Mit Rückenwind rollt das Rad ganz ohne Mühe bergab in Richtung Pretschen.

Rundgang in Pretschen zum Abschluss

Im Dorf angekommen, ist noch Zeit für einen kleinen Rundgang. Die Backsteinkirche in der Ortsmitte ist jetzt rund 130 Jahre alt. Gegenüber gibt es einen interessanten Kinderspielplatz, den der Mroscina-Verein dank vielfältiger Unterstützung vor einigen Jahren einweihen konnte. Je nach Wochentag und Tageszeit bieten das Gasthaus Döring oder die Landbäckerei Schulze Imbiss und Getränke an. Und im Hofladen des Landguts Pretschen kann man sich vor der Heimfahrt mit frischem Bio-Gemüse eindecken.

Virtuelle LR-Sommertour mit dem Fahrrad


Im zweiten Teil der virtuellen LR-Sommertour geht es mit dem Rad durch die Heimat. So lassen sich Detail viel leichter entdecken. Dank der in diesem Jahr installierten Knotenpunktwegweisung sind vor allem Rundtouren leichter zu finden – sogar ganz ohne Karte.

Die vorgeschlagene Tour startet in Pretschen und führt nach Plattkow. Dort gibt es ein altes Gräberfeld zu entdecken. Weiter geht es nach Werder/Spree im Nachbarlandkreis. Kurz vor dem Ortseingang überquert man auf der hölzernen Straßenbrücke die Spree. Dem Spreeradweg folgend erreicht man Alt Schadow. Hier lohnt sich ein Abstecher zur Spree und der über 100 Jahre alten Kesselschleuse. Weiter führt die Strecke durch den Wald nach Pretschen zurück.

Die Strecke ist rund 18 Kilometer lang und führt fast ausschließlich über asphaltierte Straßen und Wege. Oft bieten Wald oder Alleebäume Schutz vor Sonne und Wind.