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| 15:56 Uhr

Schönwalde
Totes Reh an der Schönwalder Gartenstraße

Nach derzeitiger Kenntnis ein Wolfsriss: Dieses tote Reh wurde Mittwochmorgen in Schönwalde gefunden.
Nach derzeitiger Kenntnis ein Wolfsriss: Dieses tote Reh wurde Mittwochmorgen in Schönwalde gefunden. FOTO: LR / Anke Gefreiter
Schönwalde . Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat ein Wolf das Tier getötet. Nun besteht Sorge wegen der Kinder. Von Ingvil Schirling

Im Unterspreewald-Ort Schönwalde ist am Mittwochmorgen ein totes Reh gefunden worden. Vieles deutet darauf hin, dass es ein Wolf gerissen hat. Das Besondere ist der Fundort: Der Kadaver wurde in der Gartenstraße entdeckt, die nahe des Dorfzentrums liegt. Etwa zehn bis zwölf Häuser gibt es dort. Mehr noch: Er lag in einer Baulücke, direkt neben der Baustelle, in der aktuell eine neue Trink- und Abwasserleitung verlegt und tagsüber auch gearbeitet wird. Das nächste Gehöft ist rund 30 Meter entfernt.

Bürgermeister Roland Gefreiter macht das Sorgen. „Die Kinder der Kita Regenbogen kommen ganz in der Nähe vorbei, wenn sie einen Ausflug in ein kleines Wäldchen machen wollen.“ Aktuell geht das wegen der hohen Waldbrandwarnstufe zwar nicht. Aber ansonsten sei die Strecke beliebt.

Ein Anwohner machte den Bürgermeister von Schönwald am Morgen darauf aufmerksam. Ganz in der Nähe gibt es auch Schafe. Roland Gefreiter schaute sich die Sache an, verständigte dann den Jäger Alfred Wagner sowie den zuständigen Jagdpächter Roland Redlich, dessen Revier das ist. Alfred Wagner zählt auf RUNDSCHAU-Nachfrage eine ganze Reihe von Indizien auf, die für einen Wolfsriss sprechen: „Ich habe das Haupt des Tieres angehoben und gesehen, dass es ein Kehlbiss war. Zudem war der Kadaver bis auf die Knochen abgenagt. Nach meiner jagdlichen und Naturkenntnis war es eindeutig ein Wolfsriss.“

Seit fünf bis sechs Jahren sehe er einen Wolf ständig im Revier. Eine Sichtung habe es zudem wenige Tage zuvor durch eine Schichtarbeiterin abends nach 22 Uhr gegeben. Immer wieder würden zusätzlich zwei oder drei Wölfe durch die Gegend streifen. Das Schiebsdorfer Rudel, relativ in der Nähe bei der Niewitzer Kiesgrube, gilt als gesichert. Wölfe könnten auch aus der Richtung Brand/Krausnick nach Schönwalde kommen.

Bei dem Reh handelt es sich um ein erwachsenes Tier, zwölf bis 15 Kilogramm schwer und in gutem gesundheitlichen Zustand. Der Wolfsbeauftragte wurde informiert.