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| 17:46 Uhr

Einfallsreicher Kultur- und Sportverein
Verein entfacht auf dem Dorfanger olympischen Geist

Und weg damit! Die Anger-Olympiade war der sportlich-witzige Höhepunkt anlässlich des 20.Geburtstags des Kultur-und Sportvereins.
Und weg damit! Die Anger-Olympiade war der sportlich-witzige Höhepunkt anlässlich des 20.Geburtstags des Kultur-und Sportvereins. FOTO: Andreas Staindl
Hartmannsdorf. Kultveranstaltung mit Lkw schieben, Heuballen- und Wasserbombenwurf machte Besuchern viel Spaß. Von Andreas Staindl

Einen 20.Geburtstag kann man so oder so feiern. Der Kultur-und Sportverein Hartmannsdorf (KSH) 1998 entschied sich für ein Fest für alle Generationen und Bürger und lud dazu am Samstag auf den Dorfanger. Trotz Temperatursturz und teilweise Regen haben viele mit gefeiert. „Die intensive und lange Vorbereitung unseres 20.Geburtstags hat sich gelohnt“, sagt Annett Kaiser zufrieden mit der Resonanz.

Die Vereinsvorsitzende hatte gemeinsam mit anderen Mitgliedern das Fest seit Monaten geplant und vorbereitet. Dass es eine Geburtstagsfeier für das ganze Dorf werden sollte und dass auch Gäste aus anderen Orten gern gesehen sind, war frühzeitig klar. Der Dorfanger hat sich als Festplatz ohnehin schon mehrmals bewährt. Er bietet reichlich Platz für zahlreiche Aktivitäten, für Fahrgeschäfte, Versorgungsstände und das große Festzelt.

Dass das Zelt zu Beginn der Veranstaltung nicht ganz gefüllt war, überraschte dann doch etwas. Mit den Niewitzer Blasmusikanten war immerhin eine der beliebtesten Bläserformationen der Region vor Ort. Die Blasmusikanten aus dem Unterspreewald sorgten dennoch für den stimmungsvollen Auftakt der Geburtstagsfeier. Und gegen Ende ihres fast dreistündigen Auftritts war das Festzelt dann auch gut gefüllt.

Der Höhepunkt aus sportlicher Sicht stand ohnehin noch an. Zwar geht es bei der Anger-Olympiade nicht um Höchstleistungen in bekannten Sportarten und Disziplinen, doch sie ist Kult. Was genau von den Mannschaften gefordert wird, blieb auch diesmal ein Geheimnis bis zum Beginn der Wettbewerbe. Nur eines ist klar und während jeder Auflage der Anger-Olympiade gleich: Die drei Elemente Heu, Wasser und LKW sind immer dabei. Die Teilnehmer haben schon im Heu gewühlt, Heu in Säcke gestopft, sind mit Spielzeug-Gießkannen über die Wiese geflitzt und haben andere witzige Sachen gemacht.

Diesmal gab es neue Herausforderungen. Wer wirft einen Heuballen am weitesten? Und wer schafft es, Luftballons gefüllt mit Wasser im Basketballkorb zu platzieren? Eine Gaudi für Teilnehmer und Zuschauer war garantiert. Wie aber wirft man einen Heuballen am besten? So verschieden die Techniken, so unterschiedlich die Weiten. In drei bis über sieben Meter Entfernung landeten die Ballen.

Während diese Disziplin vor allem Kraft verlangte, war der „Wasserbombenwurf“ eher etwas für Techniker mit gutem Zusammenspiel von Augen und Hand. Dass sich weibliche und männliche Teilnehmer der Herausforderung stellten, spielte während dieser Disziplin keine Rolle. Zum Auftakt des olympischen Dreikampfs mussten die Mannschaften auch diesmal einen LKW so schnell wie möglich über eine vorgegebene Strecke schieben.

Schon da wehte ein olympischer Geist über den Dorfanger. Das fiktive Olympiastadion war derweil gut gefüllt. Viele Schaulustige säumten die „Wettkampfstätte“ und feuerten die sechs Mannschaften an. Die „Jugend“, die „Waschweiber“, die „alten Männer“, die „Zarten“, die „Leichten“ und die „Hafensänger“ stellten sich der Herausforderung. Zur Stärkung zuvor gab es Gegrilltes und Kuchen. Frauen des Dorfs hatten fleißig gebacken. Der Nachwuchs amüsierte sich auf dem Karussell, ließ sich schminken oder Naschereien schmecken. Die älteren Besucher durften sich beim Luftgewehrschießen messen, alle Gäste zudem schätzen, wie viele Nudel in dem Glas sind und wie schwer der Baumstamm ist.

Auch Einblick in die Arbeit der Imker und der Funkamateure gab es. Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr warben um Nachwuchs. Weil Hartmannsdorf keine Ortsfeuerwehr hat und die Kameraden aus dem benachbarten Lubolz verhindert waren, sprangen Feuerwehrleute aus Treppendorf spontan ein. „Ich bin ihnen sehr dankbar dafür“, sagt Annett Kaiser. „Toll auch, dass sich so viele Leute aktiv in unser Fest eingebracht und es damit zu einem echten Höhepunkt in unserem Dorf gemacht haben.“ Der Ortsvorsteher Ulrich Schimanski würdigte den Verein mit seinen etwa 100 Mitgliedern als „gesellschaftliche Kraft im Lübbener Ortsteil, der viele Veranstaltungen organisiert und durchführt“. Der 20.Geburtstag des Sport-und Kulturvereins Hartmannsdorf 1998 wurde bei heißen Rhythmen bis weit in die Nacht hinein gefeiert.