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| 19:04 Uhr

Vollblutfeuerwehrmann
Großer Zapfenstreich für Ronald Judis auf dem Lübbener Markt

Feuerwehrleute hatten sich mit Fackeln auf dem Lübbener Marktplatz eingefunden, um Kreisbrandmeister Ronald Judis (2.v.r.) zu verabschieden, der am 1. Januar in den Ruhestand geht. Auch Landesbranddirektor Heinz Rudolph (r). Landrat Stephan Loge und Kreistagsvorsitzender Martin Wille (l.) waren dabei.
Feuerwehrleute hatten sich mit Fackeln auf dem Lübbener Marktplatz eingefunden, um Kreisbrandmeister Ronald Judis (2.v.r.) zu verabschieden, der am 1. Januar in den Ruhestand geht. Auch Landesbranddirektor Heinz Rudolph (r). Landrat Stephan Loge und Kreistagsvorsitzender Martin Wille (l.) waren dabei. FOTO: LR / ingvil Schirling
Lübben. Der Kreisbrandmeister Dahme-Spreewalds ist in Lübben in großem Stil verabschiedet worden. Ab 1. Januar ist er im Ruhestand. Von Ingvil Schirling

Jede Menge Fackeln haben den Lübbener Marktplatz am Mittwochabend in stimmungsvolles Licht getaucht. In Reih und Glied hatten sich die Feuerwehrleute aufgereiht. Blaulicht blinkte von den großen Einsatzwagen herüber. Die Ehre gebührte einem ganz besonderen Mann. Dahme-Spreewalds Kreisbrandmeister Ronald Judis bog mit dem für ihn charakteristischen Lächeln auf den Lippen um die Ecke und ahnte – nichts. „Die Überraschung ist top gelungen“, sagte er erfreut. Ihm zu Ehren gab es den großen Zapfenstreich auf dem Lübbener Marktplatz.

Der Waldbrandsommer in der Lieberoser Heide war der letzte große Dauereinsatz seiner aktiven Zeit. Doch der Töpchiner, seit 1991 Mitarbeiter der Leitstelle, damals noch in Königs Wusterhausen, kann auf eine ganze Reihe mehr und vielfältige Herausforderungen zurückblicken.

Entscheidend und von Dauer ist vor allem die Arbeit „hinter den Kulissen“. Denn während Judis’ Berufslaufbahn veränderte sich der Brand- und Katastrophenschutz in der Region gewaltig. In der Folge der  Kreisgebietsreform wurde er 1996 zum Leiter der gemeinsamen Leitstelle Dahme-Spreewald in Lübben. Technische Voraussetzungen zur Alarmierung, zur Aufschaltung des Notrufes, neue Leitstellensoftware mussten organisiert und eingeführt werden. Viel wichtiger war es noch, die drei Teams der Altkreise zu einer Mannschaft verschmelzen zu lassen. Unbestritten ist Judis’ Führungskompetenz und sein motivierender Umgang mit Mitarbeitern, auch unter schwierigen Bedingungen.

Im Jahr 2004 wurde er Sachgebietsleiter Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. 2010 folgte die Berufung als hauptamtlicher Kreisbrandmeister. Es galt unter anderem, Brandschutzkonzepte für – in dieser Hinsicht – besonders heikle Einrichtungen wie Tropical Islands oder die Flughäfen BER beziehungsweise Schönefeld zu erstellen. Judis ist bekannt dafür, den fachlichen Austausch auf Augenhöhe zu pflegen und dabei das große Ganze im Blick zu behalten.

In der Regel mit einem Lächeln, selbst im größten Waldbrand-Stress. Immer? Fast immer. Eine Anekdote erzählt davon, wie ein Gewitter-Starkregen im Mai 2017 einen der vielen Waldbrände in der Lieberoser Heide löschte. Dabei schlug ein Blitz in ein Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Zeesen ein. Verletzt worden war niemand, das Lächeln hielt. Doch der Blitz hatte auch den Kommandowagen getroffen. Die Airbags hatten ausgelöst, die Elektronik war zerstört. Das Lächeln war vergangen.

Am Mittwochabend hielt es. Über das gemeinsame Abschiedsgeschenk der Wehren und die Worte von Landrat sowie Landesbrandmeister hinweg bis hin zum dreifachen Kreisen eines Polizeihubschraubers über dem Markt, ihm zu Ehren. Landrat Stephan Loge (SPD) sagte, er sei ihm „mehr als dankbar“ für die Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten. Landesbranddirektor Heinz Rudolph bezeichnete ihn als „Vollblut-Feuerwehrmann“. Und so kann Ronald Judis mit einem Lächeln in seinen nächsten Lebensabschnitt gehen: als Kreisbrandmeister a.D.