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Schwarzmeer Kosakenchor
Unterwegs zu Mütterchen Russland

Konzert der Extraklasse mit den Don-Kosaken in Neu Zauche um Ensemble-Chef Peter Orloff.
Konzert der Extraklasse mit den Don-Kosaken in Neu Zauche um Ensemble-Chef Peter Orloff. FOTO: Jürgen Harnath/jhh1
Neuzauche. Voller Erwartung ist das zahlreiche Publikum, das sich am Samstagabend in der Neu Zaucher evangelischen Kirche eingefunden hat. Nicht von ungefähr: Machte doch einer der bedeutendsten Chöre unserer Zeit, der berühmte "Schwarzmeer Kosakenchor" auf seiner Jubiläumstour "Total Emotional" im Spreewald Station. Jürgen Harnath / jhh1

Und das nicht zum ersten Mal. "Wir waren vor etwa zehn Jahren das erste Mal hier und hatten danach immer wieder einmal schöne Konzerte im Spreewald. Wir kommen gern nach Neu Zauche in diese wunderschöne Kirche und freuen uns auf das Konzert", sagte Peter Orloff.

Er wurde 1958 mit 14 Jahren jüngstes Mitglied des 1938 gegründeten Chores und sang auch schon an der Seite von Ivan Rebroff. Nach einer zwischenzeitlich sehr erfolgreichen Schlagerkarriere übernahm er 1993 die künstlerische Leitung des wieder begründeten Ensembles. Seit dem Tod seines Vaters Nikolai Orloff, der die Geschicke des Chores über lange Zeit in den Händen hielt, führt Peter die Familientradition weiter und machte den Chor zu einem musikalischen Klangkörper der Extraklasse. Ihm zur Seite stehen Sänger von Weltklasse - die Programme sind dementsprechend immer außergewöhnlich. Unterstützt wird der Chor durch traditionelle Instrumentalisten mit Bajan, Bass-Balalaika und Domra.

Ensemble-Chef Orloff versprach dem Publikum einen Streifzug durch die Weiten Mütterchen Russlands. Und dieser wurde es dann auch. Herzstück des Konzertes waren natürlich auch in der Neu Zaucher Kirche die schönsten Kostbarkeiten aus dem reichen Schatz der russischen und ukrainischen Musikliteratur, wie die berühmten "Abendglocken", "Die zwölf Räuber", "Ich bete an die Macht der Liebe", "Stenka Rasin" und natürlich "Kalinka". Das Konzert war eine musikalische Reise mit Romanzen, Geschichten und Balladen mit überwältigender Ausdruckskraft, einem Wechsel von geradezu mystischer Melancholie und überschäumendem Temperament. Mit seinen umwerfenden Sängern um Kosaken-Ataman Peter Orloff begeisterte der Schwarzmeer-Kosakenchor das Neu Zaucher Publikum mit einem schönen Mix aus Klassik, russischem Liedgut und liturgischen Gesängen.

So auch das Ehepaar Corinna und Justin Witt aus der Nähe von Spremberg. Es hat den Chor schon mehrere Male gesehen und ist jedes Mal total begeistert. "Die Neu Zaucher Kirche ist genau der richtige Ort für so ein Konzert, deshalb sind wir heute hier", sagte Corinna Witt. "Wahrscheinlich werden wir auch das Konzert am kommenden Montag in Forst besuchen", ergänzte Mann Justin.

In Neu Zauche war man sich nach dem Konzert einig - es war ein ganz besonderes musikalisches Erlebnis und wird noch lange bei den Besuchern nachklingen.