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Unterwegs auf der Schlossinsel

Lübbens Bürgermeister Lars Kolan (4.v.re.) hat Senioren der Stadt kürzlich über die Schlossinsel geführt.
Lübbens Bürgermeister Lars Kolan (4.v.re.) hat Senioren der Stadt kürzlich über die Schlossinsel geführt. FOTO: asd1
Lübben. Rundgang auf der Lübbener Schlossinsel: Die Volkssolidarität Bürgerhilfe hat sich den Bürgermeister eingeladen. Anlass ist die Seniorenwoche. Andreas Staindl / asd1

Was gibt es Neues, was ist geplant? Wo klemmt es? Die Senioren hatten viele Fragen - auch zu anderen Bereichen in der Stadt. Bürgermeister Lars Kolan (SPD) hatte auf alles eine Antwort. Der Verwaltungschef informierte etwa darüber, dass in den vergangenen Jahren mehr Geld für die Unterhaltung der Holzbrücken im Stadtgebiet eingeplant wurde. "Wir sind auf einem guten Weg."

Senioren hatten ihn über den schlechten Zustand von Brücken informiert. Nicht jedes Bauwerk lässt sich mit städtischem Geld reparieren, schon gar nicht sanieren. Die Stadt ist auf Fördermittel angewiesen. Was ist mit dem Loch am Brückenplatz? "Das gehört uns nicht", sagt Lars Kolan. Ein privater Investor stehe in den Startlöchern. Für einige Senioren schon zu lange, denn die begonnene Baugrube ist in ihren Augen ein Schandfleck: "Da hätte man bis zum Baubeginn auch Rasen ansehen können." Auch die Belebung der Breiten Straße lag Teilnehmern am Herzen. "Wir tun einiges dafür", versichert der Bürgermeister und verweist etwa auf die Heimatmärkte und verschiedene Feste, die in Lübbens Boulevard stattfinden. Er sagt aber auch: Die Breite Straße hat als Einkaufsstraße nur so lange funktioniert, bis sich die Geschäfte rund um den Marktplatz angesiedelt haben. Sie ist jetzt wieder auf dem Niveau, das sie ursprünglich hatte. Dennoch: "Ein Lebensmittelmarkt dort wäre gerade für ältere Einwohner im Umfeld gut." Teilnehmer des Rundgangs äußerten diesen Wunsch. Sie konnten sich zudem davon überzeugen, dass sich auf der Schlossinsel einiges getan hat. So wurden etwa Stege am Hafen repariert. Die Showbrücke allerdings wird abgerissen wie der Bürgermeister ankündigt. "Sie ist nicht gepflegt worden. Jetzt sind die Balken verfault, die ganze Brücke marode."

Seit 1. April kümmert sich die Stadt und nicht mehr die Tourismus, Kultur und Stadtmarketing (TKS) GmbH um den Hafen auf der Schlossinsel. "Was wir an Pacht einnehmen, investieren wir auch wieder in diesen Bereich", sagt der Bürgermeister. Er führte die Senioren an Kunstwerken der Aquamediale vorbei. Eines davon mit dem Titel "Glaube, Liebe, Hoffnung" von Lothar Seruset wurde dem Verwaltungschef angeboten. Ob der Bürgermeister den langen Stamm mit dem Mensch und dem Fisch an der Spitze tatsächlich kauft, hänge auch von den finanziellen Bedingungen ab. Doch was ist mit den roten Kübeln im neu gestalteten Schlossumfeld? "Hässlich", sagen die einen, "einzeln im Stadtgebiet verteilt ein Farbtupfer" die anderen. Derzeit begrenzen sie die Baufläche, auf der ein Investor tätig werden könnte. Später - Lars Kolan geht von drei bis vier Jahren aus - sollen sie an verschiedenen Orten in Lübben aufgestellt werden.

Das geschlossene Restaurant im Schloss ist ein weiteres Thema, das die Senioren bewegt. Es gibt Überlegungen, das Schloss in private Hand zu geben, um Investoren mehr Spielraum zu lassen. Aktuell gebe es Gespräche mit Interessenten für die Restaurantbetreibung. Er könne sich auch italienische Küche im historischen Objekt vorstellen.

Lübbens Seniorinnen und Senioren sind sehr interessiert an der Entwicklung ihrer Stadt. Investitionen in Kindereinrichtungen und die Suche nach der besten Lösung für ein neues Feuerwehrgerätehaus gehören dazu. Teilnehmer des Rundgangs nutzten die Gelegenheit auch für den einen oder anderen Hinweis an den Verwaltungschef. "Am Lehnigksberger Weg fehlen Bänke", sagt Christel Schönfelder.