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| 18:15 Uhr

Amtsentwicklung
Unterspreewald gestaltet in Stadt und auf dem Land

Schönwalde. Workshop erbrachte viele neue Erkenntnisse und Ideen. Einwohner können mitmachen. Von Ingvil Schirling

Mit einem Workshop ist das Projekt „StadtLand gestalten“ im Unterspreewald in die aktive Phase mit Bürgerbeteiligung gestartet. Rund 30 Teilnehmer trafen sich in Rietzneuendorf, um über sechs Themenkomplexe zu diskutieren. Die Amtsverwaltung hätte sich zwar ein paar mehr Teilnehmer erhofft, sagt Amtsdirektor Henri Urchs auf LR-Nachfrage. Doch die Thementische seien voll besetzt und die Diskussionen intensiv gewesen.

Das Projekt „StadtLand gestalten“ geht auf eine Initiative des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung zurück, das dazu mit der Brandenburgischen Architektenkammer kooperiert. Die Durchführung begleitet das Berliner Büro „Best-Projekte für Baukultur und Stadt“.

Hintergrund ist, dass schon mit der formellen Zusammenführung der früheren Ämter Unterspreewald und Golßener Land über ein Entwicklungskonzept für beide Teile nachgedacht wurde, ordnet Henri Urchs ein. Doch so schnell wie damals gewünscht kam es nicht zustande. Nun solle es weiter darum gehen, die Einheit beider Teile zu fördern und „damit auch das inhaltliche Zusammenwachsen beider Teile zu koordinieren“, sagt er. Das Projekt des Landes biete dafür gute Voraussetzungen, weil es nicht nur die Bürgerbeteiligung, sondern auch die enge Zusammenarbeit sowie Abstimmung mit der Ministeriumsebene und der Architektenkammer beinhaltet.

Der Auftakt der Bürgerbeteiligung in Rietzneuendorf sei intensiv gewesen, schätzt Urchs ein. Sechs Themenfelder an sechs Tischen wurden diskutiert: die Entwicklung des Amtes an sich, das Spannungsfeld Mensch und Natur mit der Nähe verschiedener Gemeinden zur Biosphäre, die Windkraft, der Umgang mit historischen Bauwerken, der Komplex Schloss Golßen sowie die Kirchen als lebendige Orte der Gemeinschaft.

Viele Detailfragen, klar benannte Probleme und auch Zusammenhänge weit über die Zuständigkeiten der Amtsverwaltung hinaus kamen ans Tageslicht. Unter anderem ging es um den Bahnhof Brand, nennt Henri Urchs ein Beispiel für die angesprochenen Themen. Die dortige Unterführung reicht nur bis zur Mitte der Gleise. Ganz ähnlich wie am Lübbener Bahnhof könnte rein theoretisch die dort ebenfalls grassierende Parkplatzproblematik gelöst werden, indem Stellflächen auf der anderen Seite des Bahnhofs geschaffen werden würden. Das funktioniert aber nur, wenn der Durchstich verlängert wird – und läuft damit auf Verhandlungen mit dem Hauptansprechpartner Deutsche Bahn hinaus.

Positiv sei von Seiten des Projektbetreuers Best aus Berlin angemerkt worden, dass die Kirchen im Amtsgebiet insgesamt in gutem Zustand seien. Einige seien zwar teilweise sanierungsbedürftig, doch die Mehrheit gut erhalten. Ein weiteres großes Thema sei die bauliche Nutzbarmachung alter Gehöfte für Zuzüge aus Berlin gewesen, ein anderes die frühzeitige Einbeziehung von Anwohnern bei der Ausweisung von FFH-Gebieten.

So entstand eine Fülle von Themen, aus denen für die Entwicklung des Amtskonzepts ausgewählt werden kann. Dieser Teil ist praktisch der „unsichtbare“ des Projektes, dessen Ergebnisse auf Papier festgehalten, weiter diskutiert und, soweit möglich, in einzelnen Vorhaben umgesetzt werden könnten.

Ein deutlich „sichtbarer“ Teil des Ansatzes wird beim Amtskonvent im Juni zu bewundern sein. Bilder aus den sechs Themenkomplexen sowie wichtige Informationen sollen auf sechs Litfasssäulen gebannt werden, die wetterbeständig in einer Open-Air-Ausstellung gezeigt werden. Die Wanderausstellung könnte perspektivisch auch in Golßen oder Schlepzig zu sehen sein und verdeutlicht in einer Zusammenführung die schönsten und einprägsamsten Ansichten des Unterspreewalds und seine Charakteristik. Über einen Fragebogen konnten die Einwohner direkt an dem Projekt teilnehmen. Nähere Informationen auf www.unterspreewald.de/stadtlandgestalten (blauer Kreis oben rechts).