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Unterspreewald
Projektstart im Unterspreewald

Die Bedeutung der Kirchen im Amt Unterspreewald - hier die architektonisch besondere Kreuzkirche in Krausnick - soll ebenso Teil des Projekts "Stadt - Land gestalten" im Unterspreewald sein. Am 10. April ist der Auftakt mit dem ersten Workshop für Einwohner und Interessierte.
Die Bedeutung der Kirchen im Amt Unterspreewald - hier die architektonisch besondere Kreuzkirche in Krausnick - soll ebenso Teil des Projekts "Stadt - Land gestalten" im Unterspreewald sein. Am 10. April ist der Auftakt mit dem ersten Workshop für Einwohner und Interessierte. FOTO: Ingvil Schirling / LR
Schönwalde/Golßen. Erster Workshop mit interessierten Einwohnern startet am Dienstagnachmittag.

Einen spannenden Ansatz in Verbindung von Baukultur in ländlichen Räumen und der zukünftigen Entwicklung des Amtes Unterspreewald bietet das Projekt „Stadt-Land gestalten“. Zu Jahresanfang vom Amtsausschuss auf den Weg gebracht, hat zwischenzeitlich ein erster Rundgang stattgefunden. Kommenden Dienstag sind nun die Einwohner eingeladen, sich in thematisch gegliederten Workshops mit der Zukunft ihrer Umgebung und ihres Amtes auseinanderzusetzen.  

„Das wird eine sehr spannende und wunderbare Sache“, schätzte Bauamtsleiterin Michaela Schudek während der Beschlussfassung durch die Amtsausschussmitglieder ein. „Ich freue mich, dass wir unser Gesamtamt unter einem anderen Blickwinkel sehen werden.“

„Stadt-Land gestalten“ ist eine Initiative des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung in Kooperation mit der Brandenburgischen Architektenkammer. Ziel ist es, gemeinsam mit Einwohnern, Entscheidern und Fachleuten neue Strukturen und ein Amtsentwicklungskonzept zu erarbeiten. Nach Plaue, Letschin und Kloster Lehnin ist der Unterspreewald der vierte Standort, an dem das Projekt umgesetzt wird.

Es besteht aus mehreren Bausteinen. Nachdem die Finanzierung geklärt wurde, machten sich Vertreter der Architektenkammer, des Ministeriums und der begleitenden Firma „best“ (Projekte für Baukultur und Stadt) bei einer Befahrung ein Bild vom Amt und seiner Entwicklung. Bauamtsleiterin Michaela Schudek, weitere Verwaltungsmitarbeiter sowie Amtsausschussvorsitzender Roland Gefreiter informierten über Projekte wie beispielsweise den Mühlenhof in Schönwalde, aber auch über das Schloss Golßen oder Probleme im engen Zusammenleben von Mensch und Biosphäre in der Gemeinde Krausnick-Groß Wasserburg.

Am kommenden Dienstag, 10. April, sollen nun die Ideen und Sichten der Einwohner mit einbezogen werden. Beginn ist um 17 Uhr im  Dorfgemeinschaftshaus „Vier Linden“ in Rietzneuendorf.

Auf dem Programm steht zunächst eine ganz grundsätzliche Verständigung zur Entwicklung des Amtes. „Wir wollen uns entwickeln!“, wird vorausgesetzt. Doch wie soll dies auf dem Weg zum Amtsentwicklungskonzept angepackt werden? Der zweite große Komplex steht unter dem Titel „Mensch und Natur“ und widmet sich der Entwicklung der Gemeinden im Biosphärenreservat. Weiterhin geht es um die Windkraft, die im Amt an mehreren Standorten immer wieder diskutiert wird. Es sollen aktuelle und künftige Projekt gesammelt, ein Überblick erreicht und mögliche Folgen aufgezeigt werden.

In einem vierten Punkt geht es schließlich um leer stehende oder verfallende historische Bauwerke. Auch davon gibt es einige im Amtsgebiet. „Sind sie noch zu retten?“, heißt der provokante Titel dieses Themenkomplexes. Eine zu diskutierende Möglichkeit könnte sein, ihre Erneuerung vor die Erweiterung baulicher Möglichkeiten zu stellen.

Ein eigener Bereich widmet sich den „Schlossgeschichte(n) für die Zukunft: Was bietet uns der Schlosskomplex in Golßen?“ Und schließlich geht es um die Kirchen? „Wie können unsere Kirchen als Orte der Gemeinschaft restauriert, genutzt und lebendig erhalten werden?“, lautet die Fragestellung.

All dies soll in sechs Arbeitsgruppen mit anschließender Auswertung diskutiert werden.

Parallel dazu ist per Sonderamtsblatt ein Fragebogen an alle Unterspreewälder gegangen. Was sich die Einwohner für die weitere Entwicklung wünschen, die Erfahrungen mit Naturschutz und Stadtentwicklung, Alltags- und Lieblingsorte, besondere Bauwerke, originelle Projekte und die Erreichbarkeit stehen im Fokus.

Ein erster Zwischenschritt dieser groß angelegten Suche nach neuen Wegen für hohe Lebensqualität und gute Baukultur wird im Sommer gefeiert. Es sollen sechs Litfasssäulen entstehen, die unter freiem Himmel aufgestellt werden und die schönsten architektonischen Seiten des Unterspreewalds zeigen. Begleitet werden sie von einer Bildergalerie mit großformatigen Portraitfotos. Präsentiert wird diese Open-Air-Ausstellung am 22. Juni. Doch das ist noch lange nicht das Ende des Projektes. Aufgrund der bis dahin gewonnenen Erkenntnisse wird weiter gearbeitet, sollen kurzfristige Meilensteine und übergreifende Partnerschaften entstehen.