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Unterspreewald erhebt Tourismusbeitrag

Die Schau-Imkerei in Neu Lübbenau ist ein Projekt, das auch von Touristen genutzt werden kann. Mithilfe des Tourismusbeitrags soll die touristische Infrastruktur in der Gemeinde Unterspreewald weiter gestärkt werden.
Die Schau-Imkerei in Neu Lübbenau ist ein Projekt, das auch von Touristen genutzt werden kann. Mithilfe des Tourismusbeitrags soll die touristische Infrastruktur in der Gemeinde Unterspreewald weiter gestärkt werden. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Neuendorf am See. Die Gemeinde Unterspreewald (Amt Unterspreewald) erhebt künftig einen Tourismusbeitrag. Eine entsprechende Satzung haben die Gemeindevertreter während ihrer Sitzung kürzlich beschlossen. asd1

Unterspreewald ist neben Schlepzig die zweite Kommune im Amt, die einen solchen Beitrag erhebt. "In Schlepzig kommt jährlich eine erquickliche Summe zusammen", sagt der Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU). "Die Einnahmen von etwa 10 000 bis 15 000 Euro werden dort wieder in den Tourismus investiert."

Mit so viel Geld rechnet der Verwaltungschef in der Gemeinde Unterspreewald nicht. "Ich gehe von jährlich etwa 4000 Euro aus." Der Gemeindevertreter Günter Wäber wollte wissen, wie das Geld auf die drei Ortsteile Neu Lübbenau, Leibsch und Neuendorf am See aufgeteilt wird. "Die Gemeindevertretung entscheidet über die Verwendung", erklärt Jens-Hermann Kleine. "Das Geld kann beispielsweise in neue Bänke oder in die Erhaltung von Brücken oder touristischen Einrichtungen eingesetzt werden. "Es verschwindet nicht einfach im Haushalt, sondern ist ausschließlich für touristische Zwecke da."

Ideal ist es, wenn diejenigen, die den Tourismusbeitrag zahlen, auch Vorschläge für die Verwendung des Geldes machen wie Hartmut Lehmann, zuständiger Mitarbeiter für Tourismus in der Amtsverwaltung, auf RUNDSCHAU-Nachfrage ergänzt: "Die Leute sollen einfach mit ihren Gemeindevertretern reden." Der Tourismusbeitrag wird von jedem erhoben, der in der Gemeinde einen wirtschaftlichen Vorteil aus dem Tourismus erzielt. Wie hoch der Vorteil ist, hängt von der jeweiligen Berufsgruppe ab. Handwerker, Friseure und Ärzte etwa haben nur einen geringen Vorteil, Gaststätte, Cafes, Eisdielen und Freizeitsportanlagen beispielsweise einen höheren, Beherbergungsunternehmen, Kahnfährleute und Paddelbootsverleiher sowie Campingplatzbetreiber etwa den größten Vorteil. Kleinere Dienstleister zahlen weniger als hundert Euro Tourismusbeitrag, das Gros einige Hundert Euro.

"Die Summen sind überschaubar", sagt Hartmut Lehmann. "Wer mehr zahlen muss, profitiert aber auch stärker vom Tourismus." 20.257 Übernachtungen wurden im vergangenen Jahr in der Gemeinde Unterspreewald gezählt, und das nur bei Betrieben mit mehr als zehn Betten wie der ehrenamtliche Bürgermeister Lothar Lorenz sagt. "Die Zahl der Übernachtungen haben sich enorm gesteigert. Sie sind das 24-fache unserer Einwohnerzahl." Sein Fazit: "Es gibt Potenzial in unserer Gemeinde, denn die Gäste geben ja auch Geld bei uns aus."

Großen Gegenwind für die Tourismusbeitragssatzung erwartet er nicht. "Es gibt keine Anzeichen dafür", sagt Lothar Lorenz. "Wenn man mit Betroffenen vernünftig redet, sich Zeit für ihre Bedenken und ihnen die Angst nimmt, gibt es kaum Probleme mit dem Beitrag", schildert Hartmut Lehmann seine Erfahrungen aus Schlepzig. Er will auch in der Gemeinde Unterspreewald mit den Dienstleistern reden. Die Tourismusbeitragssatzung der Kommune greift erstmals 2018, wie Lothar Lorenz sagt.

Hartmut Lehmann zufolge verschickt die Verwaltung etwa im Mai des nächsten Jahres entsprechende Formulare an betroffene Unternehmen. Die Satzung selbst soll demnächst auf der Internetseite des Amts Unterspreewald veröffentlicht werden.