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| 02:23 Uhr

Unterspreewälder lehnen neuen Windpark bei Waldow ab

Waldow. Der Entwurf des Plans Windkraftnutzung der Region Lausitz-Spreewald hat die Unterspreewälder „kalt erwischt“, wie Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) sagte: „Wir hatten die neu ausgewiesene Fläche östlich der Autobahn nicht im Visier.“ Der Regionalplanentwurf sieht jedoch die „Spiegelung“ des Windparks Waldow auf der anderen Autobahnseite in Richtung Schönwalde vor. Andreas Staindl

„Das wäre das Lausitzer Mammut-Windkraftgebiet“

Gerd Schmidt-Eichstaedt und Bernhard Weyrauch vom Berliner Planungsbüro „Plan & Recht“ haben den Entwurf während der kürzlichen Ausschusssitzung des Amtes Unterspreewald vorgestellt. Ziel ist es laut Verwaltungschef, gemeinsam mit den Gemeinden des Amtes, eine Stellungnahme zum Entwurf des Teilregionalplans zu erarbeiten. Der Amtsausschuss lehnt die Fläche östlich der Autobahn ab. „Wir wollten den bestehenden Windpark Waldow optimieren und um maximal zwei Windkraftanlagen erweitern, auf keinen Fall aber eine größere Fläche ausweisen “, so Schönwalds Bürgermeister Roland Gefreiter. „Wenn die zusätzliche Eignungsfläche östlich der Autobahn doch festgelegt wird, bekommen wir große Probleme mit unseren Einwohnern.“

Das sah Berstelands Bürgermeister Manfred Mietusch (CDU) genauso: „Wir sind dem Willen unserer Bürger verpflichtet. Wenn der Regionalplan in dieser Form genehmigt wird, entsteht hier mit den Eignungsflächen in Waldow, Schönwalde und der benachbarten Dubener Platte ein Mammut-Windkraftgebiet in der Lausitz.“ Manfred Mietusch hält die Fläche östlich der Autobahn deshalb „für absolut ungeeignet“.

Auch der Ausschussvorsitzende Rainer Kleemann stimmte diesem Eignungsgebiet nicht zu: „Ich vertrete unsere Bürger, und die wollen keine weiteren Windräder. Erst recht nicht in diesem sensiblen Gebiet.“ Roland Gefreiter kündigte für den Fall an, dass ein neuer Windpark tatsächlich auf der anderen Autobahnseite entsteht, „alle Rechtsmittel einzulegen“.

Ebenfalls sprachen sich die Mitglieder des Amtsausschusses gegen den Umfang der geplanten Erweiterung des Windparks Waldow nach Süden aus. „Wir haben eine maßvolle Erweiterung nach Süden vorgeschlagen“, sagte Rainer Kleemann. „Die jetzt geplante Fläche haben wir so nicht gewollt.“

Mit der Eignungsfläche „Staakow Ost“ hätten die Staakower kein Problem, sagte Ortsvorsteherin Barbara Quitt. Manfred Mietusch hingegen ärgerte, dass überhaupt neue Flächen ausgewiesen wurden: „Warum reicht den Planern nicht das bestehende Windeignungsgebiet?“ Bauamtschefin Michaela Schudek erklärte dazu: „Weil es Strategie der Landesplaner ist, nicht noch mehr Leute in Brandenburg wegen Windkraftanlagen zu verärgern, sondern bestehende Gebiete weiter auszubauen.“

Energiestrategie des Landes Brandenburg erfüllt

Nach Ansicht von Jens-Hermann Kleine werde „das Amt Unterspreewald die Energiestrategie des Landes Brandenburg bis 2020 mehr als erfüllt haben. Wir können unseren Bürgern nicht noch mehr Windräder zumuten.“ Der Verzicht auf die „Spiegelung“ und die maßvolle Erweiterung nach Süden sollen jetzt in der Stellungnahme des Amtes Unterspreewald berücksichtigt werden. Jens-Hermann Kleine kündigte an, dass die Gemeinderäte einbezogen werden sollen. Die Stellungnahme zum Entwurf muss bis zum 31. Oktober vorliegen. Andreas Staindl