Lutz Lehmann ist in Lübben bekannt als Kaminbauer – doch privat wurde er vor einigen Jahren wie so viele auf das Insektensterben aufmerksam. Am auffälligsten sei für ihn gewesen, erzählt er rückblickend, dass nach einer Fahrt bei Nacht oder im Dunkeln während des Sommers kaum noch Insekten an der Windschutzscheibe klebten, angelockt vom Scheinwerferlicht. Das sei früher anders gewesen. „Mir wurde damit klar: Es ist wirklich was im Argen.“

Lübbener sät Blühwiese für die Insekten

Lehmann wollte aber nicht immer nur meckern, sondern auch etwas tun. So entschloss er sich, in seinem Garten im Lübbener Osten auf einer bestimmten Fläche nicht mehr zu mähen, sondern eine Blühwiese anzulegen.
Vor zwei Jahren streute er also auf etwa 200 bis 250 Quadratmetern entsprechende Blumensamen aus. Die Meinungen von außen zum Ergebnis seien geteilt: „Manche sehen es kritisch, andere erkennen sofort, dass es was für die Insekten ist“, fasst er zusammen.

Vielfalt an Faltern in Lübben beobachtet

Doch für Lehmanns hat sich das Experiment gelohnt. „Was da kreucht und fleucht, ist der Wahnsinn. Wir beobachten oft Falter, die man noch nie gesehen hat. Das lässt einem das Herz aufgehen“, sagt Lutz Lehmann.
Er will Privatleuten Mut machen, es einfach zu versuchen mit einer Blühwiese. Die Bewegung hatte vergangenes Jahr auch in Schönwalde/Unterspreewald mehrere engagierte Einwohner animiert, Blühstreifen anzulegen.