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| 17:11 Uhr

Der Presslufthammer regiert
Bei den „Spreewaldspatzen“ zieht künftig Barrierefreiheit ein

 Blick in den Flur der Kita Neu Zauche. Im Raum rechts entstehen künftig barrierefreie Toiletten. Am Eingang am Ende des Ganges soll von außen ein Lift angebaut werden. Außerdem bekommt die Kita eine neue Küche.
Blick in den Flur der Kita Neu Zauche. Im Raum rechts entstehen künftig barrierefreie Toiletten. Am Eingang am Ende des Ganges soll von außen ein Lift angebaut werden. Außerdem bekommt die Kita eine neue Küche. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben. Die Neu Zaucher Kita wird zurzeit umfangreich umgebaut. Nach Ostern öffnet sie wieder. Von Ingvil Schirling

Das wäre wohl schwierig geworden mit dem geregelten Mittagsschlaf für die kleinen „Spreewaldspatzen“ in dieser Karwoche. Denn wenn der Presslufthammer durch den Flur der Kita in Neu Zauche dröhnt, lässt er das ganze Haus erzittern. Deshalb macht die Kinderbetreuung noch bis Dienstag nach Ostern eine Pause.

Eine Woche Schließzeit erfordern die Baumaßnahmen – „nur“, möchte man fast sagen bei dem Umfang, der teils abgearbeitet ist, zu einem nicht unerheblichen Teil aber noch vor den Arbeitern liegt. Sie werden auch bei laufendem Betreuungsbetrieb noch gut zu tun haben.

Umfangreicher Umbau

Die Kita wird für 210 000 Euro an wesentlichen Stellen umgebaut – und wieder möchte man „nur“ sagen beim Anblick komplett roher Mauerflächen, einer neuen Trinkwasserverrohrung, ertüchtigtem Brandschutz, Personalräumen, einer behindertengerechten Toilette, einem Außenlift und einigem mehr. 73 000 Euro kommen aus Fördermitteln für die Kinderbetreuungsfinanzierung, der „Rest“ aus dem Amtshaushalt. Die neue Ausgabeküche wird zusätzliche 25 000 Euro kosten.

 So sieht eine Wand in der künftigen Küche aus. Beim Putzabschlagen ging einges der Ziegeloberfläche mit ab. Mit Hilfe einer druckstarken Spezialmaschine soll die Oberfläche kommende Woche neu verputzt werden.
So sieht eine Wand in der künftigen Küche aus. Beim Putzabschlagen ging einges der Ziegeloberfläche mit ab. Mit Hilfe einer druckstarken Spezialmaschine soll die Oberfläche kommende Woche neu verputzt werden. FOTO: LR / Ingvil Schirling

Hintergrund der Umbauten waren zwei Forderungen: Der Brandschutz musste verbessert werden, und „wir hatten die Auflage von der Hygiene, das Trinkwasser neu zu verrohren“, sagt Bau- und Bildungsamtsleiterin Annett Joppich von der Lieberoser/Oberspreewälder Amtsverwaltung. Dabei ist das Haus nicht neu, und in die Gruppenräume sowie in eines der Bäder ist schon sichtbar investiert worden.

Aktuell ist die Seite rechts des Flures bis zur neuen Brandschutztür eine einzige Baustelle. Feiner Staub liegt überall, ein langes Flies schützt den Boden, die Kinderküche ist abgedeckt, die Räume ansonsten komplett ausgeräumt.

Künftige Barrierefreiheit

Aktuell lassen die Fachleute die künftige Barrierefreiheit entstehen. Gleich rechts vom Eingang bauen sie eine barrierefreie Toilette. Dahinter bekommen die Mitarbeiterinnen einen Raum samt Waschmaschine. Weil die Betreuungsräume aber ansonsten nur über zwei Treppen an den Giebelseiten zu erreichen wären, erhält der Zugang an der Seite zum früheren Physiotherapie-Nachbarn perspektivisch noch einen Lift. Das macht es einfacher, Kinder zu betreuen, die nicht auf eigenen Beinen mobil sind.

 Wer auf den "großen Thron" möchte, bekommt sogar seine eigene Burg dazu. Für die Kleinsten sind die Anschlüsse der Babytoiletten vorbereitet.
Wer auf den "großen Thron" möchte, bekommt sogar seine eigene Burg dazu. Für die Kleinsten sind die Anschlüsse der Babytoiletten vorbereitet. FOTO: Amt Lieberose/Oberspreewald

So wurden die Auflagen mit neuen Möglichkeiten verbunden – und bei der Gelegenheit soll die Kita um acht Plätze erweitert werden. „Die brauchen wir ganz dringend“, schätzt Annett Joppich ein, denn auch in Lieberose/Oberspreewald klettert die Auslastung der Kitas deutlich über die 90-Prozent-Marke.

Frühere Investitionen

In einer früheren Investitionswelle wurden bereits zwei Gruppenräume und ein Bad schick gemacht. Ein kleines Bad aus dem aktuellen Sanierungsgeschehen glänzt aus allen Abflüssen. Die Kleinsten, also die Unter-Dreijährigen, finden drei Babytoiletten in einer Reihe und eine größere, die durch burgartige Stellwände abgegrenzt ist. Die Wasserhähne sind – pädagogisch sinnvoll – alle anders zu bedienen, so dass die Kinder spielerisch die Vielfalt kennenlernen und so manchem Erwachsenen auf bundesdeutschen Raststätten wahrscheinlich bald hilfreiche Tipps geben können.

Nach Ostern soll dann die neue Verteilküche in einen großen Raum rechts des Flures einziehen. Der mittlere, in dem bereits die Kinderküche steht, wird so lange die provisorische beherbergen. Wenn all das steht, möchte die Verwaltung noch die Außenanlagen auf den neuesten Stand bringen. Ob das ohne Presslufthammer abgeht, bleibt abzuwarten – doch nach dem Toben schläft es sich bekanntlich doppelt gut.