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| 19:22 Uhr

Schul- und Hortumbau in Lübben
Modulbau findet Zustimmung

Das Thema Um- und Erweiterungsbau an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule mit Hort im Lübbener Dreilindenweg beschäftigt die Stadt Lübben schon über einen längeren Zeitraum. Eltern, Schüler, Lehrer fordern dringend eine baldige Umsetzung der Erweiterungspläne.
Das Thema Um- und Erweiterungsbau an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule mit Hort im Lübbener Dreilindenweg beschäftigt die Stadt Lübben schon über einen längeren Zeitraum. Eltern, Schüler, Lehrer fordern dringend eine baldige Umsetzung der Erweiterungspläne. FOTO: Ingrid Hoberg / LR
Lübben. Kostenschätzungen werden für Bauvarianten an der Lübbener Grundschule erstellt. Von Ingrid Hoberg

Über die langen Schlangen an der Essenausgabe und die engen Räumlichkeiten dafür im Hort der Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule wird schon lange diskutiert. Eltern, Schüler und Lehrer haben durch ihre zahlreiche Präsenz in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend im Sitzungssaal des Lübbener Rathaus deutlich gemacht, dass ihre Geduld schon sehr strapaziert und ausgereizt ist.

Mit der Beschlussvorlage zur ganzheitlichen Vergabe (Generalübernehmerverfahren), die nun auf der Tagesordnung stand, befürchteten sie eine Verzögerung des Baubeginns. Björn Knüppelholz-Bogula, Gesamt-Elternvertreter der Grundschule, verwies in der Einwohnerfragestunde darauf, dass längst öffentlich darauf hingewiesen wiesen worden war, dass im Hort und in der Schule Räume fehlen. „Nach dreieinhalb Jahren sind keine Maßnahmen umgesetzt worden, die für eine angemessene Beschulung sorgen“, stellte er fest und forderte eine zeitnahe Entscheidung - ehe über einen weiteren Schulstandort diskutiert und entschieden wird.

Laut Tagesordnung sollte die Beschlussvorlage an zehnter Stelle aufgerufen werden. Doch auf Antrag von Marco Sell (Fraktion CDU/Grüne) wurde der Punkt vorgezogen. Bürgermeister Lars Kolan (SPD) erläuterte, dass er aus der Diskussion zuvor im Bildungsausschuss mitgenommen hatte, dass bei der Modulbauweise über zwei Etagen oben der Hort aufgenommen werden könnte. Und er betonte, dass die Erweiterung der Grundschule vor dem Bau an einem dritten Schulstandort stehe. Zu entscheiden sei, ob im Dreilindenweg Container aufgestellt werden, die fünf Jahre genutzt werden könnten, oder die längerfristigere Modulbauweise bevorzugt werde. Beides sind zügig zu realisierende Varianten, die von den Lieferzeiten der Firmen abhängen.

Einig waren sich die Abgeordneten, dass eine schnelle Lösung gefunden werden muss. Die Vorlage sorgte für einige Diskussion zwischen Verwaltung und Fraktionen. Bürgermeister Kolan verwies darauf, dass die Planungsphase Null die Basis für das weitere Vorgehen ist und der eigentlichen Planungsphase vorangestellt war. Erstmalig war eine umfangreiche, offene Diskussion erfolgt, in die alle Beteiligten einbezogen waren. Vor einem Jahr, im März 2017, hatte der Architekt dann Module für die Erweiterung der Grundschule vorgestellt.

Auf rund sieben Millionen Euro war das Vorhaben geschätzt worden. Bei diesem Volumen ist eine europaweite Ausschreibung erforderlich. Eine Angebotsabfrage war Anfang April auf der Homepage der Stadt erfolgt. Bis zum 24. April sind von sechs Büros Angebote abgegeben worden. Wie die Verwaltung in der Beschlussvorlage darlegt, hat eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ergeben, dass die ganzheitliche Vergabe die wirtschaftlichste Variante sei. Als Vorteil wird eine fast um ein Jahr kürzere Planungs- und Bauzeit sowie eine höhere Termin- und Kostensicherheit mit einer besseren Mängelverfolgung bei Gewährleistungen aufgeführt. Ein beratendes Büro auf der Grundlage einer Ausschreibung und Vergabe zur Begleitung des Generalübernehmerverfahrens zu beauftragen - diesem Vorschlag der Verwaltung wollten die Abgeordneten nicht folgen. Der Bürgermeister zog die Vorlage zurück. Die Stadtverordneten sprachen sich mehrheitlich für die Modulbauweise aus, eine Gegenüberstellung zum Massivbau soll erfolgen, ein Raumnutzungskonzept zeitnah erarbeitet und der Bauablauf dargestellt werden.