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Feuerwehr
Übung mit Aussagekraft

Feuerwehrleute der Stadt Lübben haben am Freitagnachmittag für den Ernstfall geübt. Etwa 35 Kameradinnen und Kameradenwaren waren an der Einsatzübung in der Muri GmbH im Osten der Kreisstadt beteiligt.
Feuerwehrleute der Stadt Lübben haben am Freitagnachmittag für den Ernstfall geübt. Etwa 35 Kameradinnen und Kameradenwaren waren an der Einsatzübung in der Muri GmbH im Osten der Kreisstadt beteiligt. FOTO: Andreas Staindl / LR
Lübben. Lübbener Wehr trainiert Ernstfall nach Verpuffung an Mähdrescher in der Werkstatt

Übungen sind wichtig für die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. In Lübben haben diese bisher am Samstag stattgefunden. Jetzt wurden die Feuerwehrleute erstmals am Freitag alarmiert.

„Wir erhalten ein realistischeres Bild, wenn die Einsatzübung an einem Wochentag stattfindet“, erklärt der Stadtbrandmeister Bernd Wrege. „Was nutzen 60 Kameradinnen und Kameraden an einem Samstag? Ein Übung wie jetzt am Freitag hat eine viel höhere Aussagekraft.“ Am frühen Nachmittag wurden die Feuerwehrleute alarmiert und zum Herdbuchzuchtbetrieb Muri GmbH in Lübben-Ost gerufen.

Das Szenario: Es gab eine Verpuffung bei Schweißarbeiten an einem Mähdrescher. Die Flammen in der Werkstatt breiten sich rasant aus. Drei Mitarbeiter werden vermisst. Jede Sekunde zählt.

Als die Feuerwehren eintreffen, ist die Halle voller Qualm. Man sieht die Hand vor Augen nicht. Kohlenmonoxid verdrängt den Sauerstoff. Es besteht Lebensgefahr.

Spezialisten sind gefragt. Atemschutzträger machen sich auf die Suche nach den Vermissten. Eine physisch und psychisch anstrengende Aufgabe. Der Einsatz mit Pressluftatemgeräten muss immer und immer wieder trainiert werden. Nur so können die Kameradinnen und Kameraden im Ernstfall optimal helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Jede Ortswehr der Stadt Lübben hat die so genannten PA-Träger in ihren Reihen, wie Bernd Wrege sagt.

Dirk Gumprich von der Freiwilligen Feuerwehr Lübben/Stadt hat den Einsatz am Freitagnachmittag geleitet und es „gut gemacht“, wie der Stadtbrandmeister sagt. Etwa 35 Kameradinnen und Kameraden standen dem Einsatzleiter zur Verfügung. „Ich bin überrascht über die hohe Teilnahme während der Arbeitszeit an einem Wochentag“, sagt Bernd Wrege.

Neben dem Löschzug aus Lübben waren auch die Ortswehren aus Treppendorf, Neuendorf, Lubolz und Radensdorf vor Ort-Lubolz sogar als Zweiter hinter der Wehr aus der Kernstadt wie der Feuerwehrchef erzählt. Während die PA-Träger in der verqualmten Halle zum Einsatz kamen, wässerten andere Kameradinnen und Kameraden die Dächer angrenzender Gebäude, um ein Überspringen des Feuers zu verhindern. 700 Meter Schläuche mussten verlegt werden, um Wasser vom Brunnen zum Einsatzort zu befördern. Größere Mengen Schlauchmaterial hatten die Feuerwehrleute dank Schlauchwagen dabei. Michael Seibt vom Löschzug aus Lübben hat zudem mit dem Hubrettungsgerät Bronto Skylift den Einsatz unterstützt.

Für Feuerwehrleute der Stadt Lübben war es schon die zweite Übung in diesem Jahr, allerdings die erste gemeinsame aller Ortswehren. Im nächsten Jahr ist eine Ganztagsübung aller Freiwilligen Feuerwehren der Spreewaldstadt geplant wie der Stadtbrandmeister ankündigt. Dann soll theoretisch und praktisch an verschiedenen Stationen geübt und das Gelernte dann eventuell erneut während einer Einsatzübung angewendet werden.